Harkortberg

Paar grüßt aus „grüner Hölle“ im Kleingartenverein Ostland

Das Ehepaar Heinz und Renate Krause gehört zu den Mitgliedern im Kleingartenverein Ostland am Harkortberg in Wetter. Sein Vater gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern.

Das Ehepaar Heinz und Renate Krause gehört zu den Mitgliedern im Kleingartenverein Ostland am Harkortberg in Wetter. Sein Vater gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern.

Foto: Karola Schröter

Wetter.   Seit Jahren mag das Ehepaar Heinz und Renate Krause den Kleingartenverein Ostland am Harkortberg. Auch jetzt beim Sommerfest.

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Mit leuchtenden Augen und einem glücklichen Gesichtsausdruck steht Heinz Krause zwischen den Kürbissen, übergroßen Zucchinis, Apfel- und Birnenbäumen, Mini-Kiwis und vielen Blumen. Der 80-Jährige beobachtet, wie sich die Bienen und Hummeln im selbst Gepflanzten austoben. „Willkommen in unserer grünen Hölle“, sagt er und schmunzelt am Harkortberg zu seiner Frau Renate (77) hinüber.

Das Paar gehört zum Kleingartenverein KGV Ostland. „Mein Vater gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern. Wir haben die 200 Quadratmeter große Zelle dann übernommen. Wir fahren zwar einmal im Jahr in den Urlaub, aber unser kleines Domizil hier ist wie Urlaub und ein zweites Zuhause in einem“, sagt der Hobbygärtner.

Gerne bei Veranstaltungen dabei

„Wir sind nicht nur fast täglich hier, um an unserem Garten zu arbeiten und Zeit an unserem kleinen Haus zu verbringen. Wir organisieren auch gerne Veranstaltungen wie das Knobelturnier, das Osterfeuer, den Maibaum aufstellen mit und tauschen uns gerne mit den anderen Kleingärtnern aus. So wie heute“, sagt das Ehepaar Krause mit Blick auf das traditionelle Sommerfest,

Warum der Harkortberg so beliebt ist, weiß KGV-Vorsitzender Uwe Schulte: „Hier oben herrscht ein recht raues Klima und daher wächst so manches, was es woanders nicht schafft und andersherum.“ Das zeigt sich bei den Pflanzen in Krauses Schrebergarten am Tulpenweg. Hier sind die Zucchinis größer als jene in den Supermärkten. Auch Mini-Kiwis tragen hier Früchte. Vieles scheint prächtig zu gedeihen. Der Betrachter weiß gar nicht, wohin er zuerst gucken soll.

Das Besondere ist, dass jeder Garten in der Anlage andere Besonderheiten aufweise. „Unser Sohn hat seine Parzelle genau gegenüber“, erklärt Heinz Krause und fügt hinzu: „Sein Garten ist ein bisschen moderner. Er hat zum Beispiel eine kleine Solaranlage auf dem Dach angebracht.“ Dass auch der Nachwuchs einen grünen Daumen hat, zeigen die Tomaten, die dort wachsen. Diese haben es nämlich eigentlich nicht so ganz einfach am Harkortberg, meint Gartenexperte Heinz Krause.

In anderen Gärten stehen mitten im Grünen Trampoline und kleine Klettergerüste mit Rutschen. „Zu einem Drittel darf der Freizeitbereich gestaltet werden, zu einem Drittel muss es Rasen, zu einem Drittel Obst und Gemüse sein“, weist der 80-Jährige auf die geltenden Kleingarten-Regeln hin. „Hier hält sich eigentlich jeder dran“, ergänzt seine Frau. „Das Schöne an dieser Anlage ist, dass sie sehr naturbelassen, ruhig und ein guter Rückzugsort aus dem Alltag ist – vor allem auch für neue junge Familien.“

Schwindende Resonanz beim Sommerfest

Am Wochenende feierte der Kleingartenverein Ostlansein traditionelles Sommerfest. „Leider wird das Interesse an diesen Veranstaltungen immer weniger. Zwar sind die 70 Parzellen immer gut ausgebucht, aber viele der Neuen finden nicht mehr so die Zeit dafür“, berichtet Vorsitzender Schulte.

Schulte: „Wir haben auch Mitglieder mit Migrationshintergrund. Sie sind immer da, wenn man sie braucht, helfen überall mit und packen an; leider machen sie sich bei diesen Feiern auch immer rar.“

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