Gastronomie

Pächter des Cafés am Harkortsee setzt die Segel neu

Boje statt Friedrich: Pächter Marc-André Walter hat das Café am Harkortsee umgetauft und auch das Konzept geändert.

Foto: Elisabeth Semme

Boje statt Friedrich: Pächter Marc-André Walter hat das Café am Harkortsee umgetauft und auch das Konzept geändert. Foto: Elisabeth Semme

Wetter.   Pächter Marc-André Walter will die Boje zukunftstauglich machen – mit neuem Namen, anderer Optik und einem auf Besucher abgestimmten Konzept.

Aus dem Café Friedrich am See ist die Boje geworden. Kurz vor dem Ende seines ersten Jahres als Pächter hat Marc-André Walter jetzt seine eigenen Ideen und Pläne für die Gastronomie am Ufer des Harkortsees umgesetzt. Der gebürtige Dortmunder, der lange in Herdecke lebte und Anfang letzten Jahres in Wetter vor Anker gegangen ist, möchte die Boje allwettertauglich machen. Dazu hat er nicht nur den Namen des Cafés geändert, sondern auch die Optik und vor allem das Konzept.

Der gelernte Koch, der sich selbst als Projektmensch bezeichnet, hat mit der Übernahme des Cafés seine letzte Festanstellung aufgegeben. Ein halbes Jahr lang habe er sich den Betrieb an einem der schönsten Fleckchen Wetters angeschaut und dann viele Entscheidungen getroffen.

„Wie das Stoßgeschäft im Sommer bei schönem Wetter aussieht, konnte ich mir gar nicht vorstellen. Ich brauchte ein wenig Zeit, um die Stadt kennenzulernen und ein Gefühl für sie zu entwickeln. Jetzt freue ich mich aber schon auf die zweite Sommersaison“, sagt Walter.

Frühstück und Mittagsimbiss

Die wichtigsten Änderungen: Ab sofort ist der Montag in der Boje ein Ruhetag. Ebenfalls ab sofort öffnet das Café wieder um 10 Uhr und bietet in der Woche seinen Gästen verschiedene Frühstücks-Variationen an – von klein über vital bis deftig. Samstags und sonntags gibt es ein Frühstücksbuffet. Außerdem gibt es in der Boje auch wechselnde Mittagsgerichte für unter zehn Euro – inklusive Wasser und Kaffee. Und nachmittags serviert der Smutje, um mal im Seemanns-Jargon zu bleiben, Kuchen, belgische Waffeln und hausgemachten Apfelstrudel zum Kaffee.

In den Sommermonaten wird Marc-André Walter künftig im Freien einen großen Selbstbedienungsbereich einrichten mit dem Ziel, die Warteproblematik zu entzerren. „Um den Müttern vom Spielplatz und den Radlern entgegen zu kommen, wird es dort dann einen schnellen Kaffee, ein schnelles Eis und eine Bratwurst vom Grill geben. Wer möchte, kann aber weiterhin ein Mittagessen a la carte im Haus oder auf der Dachterrasse bestellen. Die werden wir übrigens dauerhaft für Besucher öffnen und bewirtschaften“, so der Gastronom. Auch auf der kleinen Terrasse auf dem Grünstreifen zum Seeweg hin will Walter einen schnellen Kaffee anbieten. „Ich muss im nächsten Sommer ein bisschen mehr Herr der Lage werden; denn der Sommer ist enorm wichtig. Ohne den würden wir hier gar nicht überstehen“, sagt er mit Blick aufs kommende Jahr.

Zurück in die Gegenwart: Die Boje öffnet ab sofort schon um zehn am Morgen, dafür ist aber auch um 18 Uhr Schluss. „Abends ist die Boje privat. Ab 15 Personen kann man sie komplett mieten. Wir bieten für solche private Feiern auch ein Rundum-Sorglos-Paket mit Grillen an“, so der Gastronom. Seine Entscheidung, sich mit der Öffnungszeit von 10 bis 18 Uhr aufs Tagesgeschäft zu konzentrieren, werde im Sommer allerdings aufgeweicht: „Wenn viel los ist, dann läuft der Laden natürlich auch bis 21 Uhr und länger“, versichert er.

Mit dem neuen Namen habe er dem Café seinen eigenen Stempel aufgedrückt, zumal er gegen das zuletzt aufkeimende Negativ-Image des Friedrich kaum angekommen sei. „Zumindest auf Facebook hatte es keinen guten Ruf“, so Marc-André Walter.

Qualität hat Vorrang

Dass er aber auch das Konzept ändern musste, das sei ihm spätestens im August klar geworden, als zeitweise 29 Mitarbeiter bemüht waren, des Besucherandrangs Herr zu werden. „Die hohe Wartezeit im Sommer war teils aber auch in der schwierigen Logistik begründet. Denn hier gibt es kein Kühlhaus, wie andere Gastronomen es zur Verfügung haben. Es war wirklich eine Herausforderung“, sagt er rückblickend. Doch nun richte sich sein Blick nicht mehr zurück. Er hat die Segel neu gesetzt – mit neuem Namen, modernerer Optik in dunklen Farbtönen und neuem Konzept. „Die Radler wollen hier kein zweites Café Wenning vorfinden“, ist er von seinen Ideen überzeugt. Und dass immer mal wieder Kritik wegen zu hoher Preise bei ihm aufschlug, kontert er folgendermaßen: „Ich bin gelernter Koch und werfe keine gefrorenen Schnitzel in die Fritteuse, um sie für sieben Euro zu verkaufen. Mein Kaffee ist Biocafé von Seeberger für 20 Euro das Pfund. Qualität hat ihren Preis. Und ich kann nicht etwas verkaufen, hinter dem ich nicht stehe. Außerdem muss ich meine Angestellten bezahlen.“

Den frischen Wind, den er mit seiner Boje ans Seeufer bringen will, sollen sich möglichst viele Wetteraner und auch auswärtige Gäste um die Nase wehen lassen. Sein Appell: „Leute, gebt mir eine Chance!“

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