Ostergeschichte

Passionskrippe zeigt in Grundschöttel den Leidensweg Christi

Unter der Leitung von Krippenbaumeister Hans-Jürgen Bartsch wurde in den Kath. Kirchengemeinden St. Liborius und St. Augustinus und Monika eine Passionskrippe erbaut. Sie bildet 13 Stationen des Kreuzweges ab.

Unter der Leitung von Krippenbaumeister Hans-Jürgen Bartsch wurde in den Kath. Kirchengemeinden St. Liborius und St. Augustinus und Monika eine Passionskrippe erbaut. Sie bildet 13 Stationen des Kreuzweges ab.

Foto: Kerstin Wördehoff

Wetter.   Krippenbaumeister Hans-Jürgen Bartsch hat mit fünf Mitstreitern die Passionszeit detailliert nachgebaut. Zu sehen ist die Krippe in Grundschöttel

Er könne stundenlang hier stehen, seinen Blick über das große Werk schweifen lassen, das diesmal in der Osterzeit die Kirche St. Augustinus und Monika in Grundschöttel schmückt. Krippenbaumeister Hans-Jürgen Bartsch stützt sich mit den Händen auf die lange Kirchenbank, beugt sich ein bisschen vor und begutachtet versonnen die Passionskrippe, die wie eine riesige erstarrte Bühne vor ihm aufragt und in 13 Szenen den tiefen Ursprung der Christenheit erzählt.

Die Lippen des 65-Jährigen umspielt ein leichtes Lächeln. Es vermittelt eine Mischung aus Andacht und Stolz über das geschaffene Werk – eine in ihrer Form ungewöhnliche Würdigung des Leidens und Sterbens Christi. Hermann Waterkamp bedient derweil die Fernbedienung, um die Stimmung, die die riesig wirkende Krippe erzeugt, noch durch den Lichteinfall zu verstärken. Waterkamp hat die ausgefeilte Elektroinstallation der Passionskrippe erstellt, die es ermöglicht, die Illumination auf neun verschiedene Szenen zu richten. Gerade wenn Kindergartenkinder der Krippe einen Besuch abstatten, so Waterkamp, sei es eine Freude zu sehen, wie das Erzählen der Passion mithilfe des richtigen Lichteinfalls bei den Kleinen noch größere Wirkung erziele.

Möglichst originalgetreu

Der große Detailreichtum der Passionskrippe, bei der es Hans-Jürgen Bartsch in der Optik besonders wichtig war, möglichst originalgetreu die Worte aus der Bibel sprechen zu lassen, hat ihn und seine fünf Mitstreiter Werner Becker, Dorothee Hoppe, Wolfgang Koopmann, Pastor Wieland Schmidt und Hermann Waterkamp rund 400 Arbeitsstunden gekostet.

Das letzte Abendmahl thront erhaben im Zentrum. Die Dornenkrönung links, der Garten Gethsemane rechts oben, der schwere Weg führt Jesus den Berg hinauf mit der Last des Kreuzes auf den Schultern, dann ragt Gottes Sohn am Kreuz über allem. Es ist ein Stück besonderer sakraler Kunst. Erzählt durch handwerkliches Geschick, in dem sich Bartsch bei Pastor Norbert Schroers sogar nach der richtigen Farbe der Gebäude des wahren Jerusalems erkundigte, um die Farbgebung der Krippe authentisch zur heiligen Stadt zu gestalten. Braungefärbtes Ombra, viele Ockertöne. „Pastor Schroers war oft in Jerusalem, wir haben darüber gesprochen und die Farbgebung gefiel ihm“, erläutert Bartsch.

Ideengeber Wieland Schmidt

Die Idee, in einer Krippe ausnahmsweise einmal nicht die Weihnachtsgeschichte, sondern die Passion sprechen zu lassen, kam Pastor Wieland Schmidt. „Das wäre doch wirklich schön, auch eine Osterkrippe zu haben“, habe der laut Hans-Jürgen Bartsch so vor sich hingesponnen. „Und die Idee ist dann in meinem Köpfchen weitergereift“, lacht der Krippenbaumeister. Dass dieses so aufwendige Unterfangen dann eine fruchtbare Gemeinschaftsarbeit wurde, erfüllt den 65-Jährigen mit großer Freude. „Das ist ganz wichtig, dass wir Pastor Schmidts Idee zusammen verwirklicht haben“, betont Bartsch. Und auch wenn er die Krippe anschließend konzipiert habe, „möchte ich mich auf gar keinen Fall herausnehmen. Das ist ein Gemeinschaftswerk!“

Die Frage nach der Lieblingsszene innerhalb der Krippe können sowohl Bartsch als auch Waterkamp erst nach langem Nachdenken beantworten. „Ich kann es nicht so richtig in Worte fassen. Ich empfinde sehr intensiv bei der Kreuzabnahme, bei der Beweinung und Grablegung, aber wenn ich etwas herausnehmen müsste, dann ist es die Fröhlichkeit, die den Einzug in Jerusalem begleitet, die mir die größte Freude bereitet“, so Bartsch. „Mir liegt das letzte Abendmahl wirklich sehr am Herzen“, ergänzt Hermann Waterkamp.

So oder so: Das Werk in seiner Gesamtheit sehen, das sei das, was die Passionskrippe ausmache. „Die Freude ist immer wieder da, wenn sie aufgebaut ist und ich sie betrachten kann“, sagt Hans-Jürgen Bartsch. Und fügt mit einem breiten Lächeln hinzu: „Das Allerwichtigste ist, dass sie dort steht, wo sie hingehört: in der Kirche.“

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