Musik

Passionszeitkonzert in Wetteraner Stadtbücherei

Almuth Hett (Violoncello), Niklas Schwarz (Viola), Clemens Ratajczak (Violine), Ilka Wagner (Fagott) und Patrick Fuchs (Kontrabass) sind mit Herzblut bei der Sache und begeistern.

Almuth Hett (Violoncello), Niklas Schwarz (Viola), Clemens Ratajczak (Violine), Ilka Wagner (Fagott) und Patrick Fuchs (Kontrabass) sind mit Herzblut bei der Sache und begeistern.

Foto: Jana Peuckert

Wetter.   Essener Philharmoniker spielen Johann Sebastian Bach in der Stadtbücherei. Keine Zugabe

Auch, wenn er Impulsgeber für die Gründung der Konzertreihe „Clemens Ratajczak & Gäste“ war, musste der Flügel in der Stadtbücherei am Sonntagmorgen seinen Standort räumen. Sonst hätten die fünf Musiker der Essener Philharmoniker, Almuth Hett (Violoncello), Niklas Schwarz (Viola), Clemens Ratajczak (Violine), Ilka Wagner (Fagott) und Patrick Fuchs (Kontrabass) keinen Platz für ihr Kammerkonzert gehabt, was ein echter Verlust gewesen wäre.

Eindrucksvoll präsentierte das Quintett Johann Sebastian Bachs „Die Kunst der Fuge“. Von zwei Seiten aus konnte das Publikum dem Konzert zur Passionszeit lauschen. Darunter auch Heidi Dubielzig und Sigrid Fischer. Beide hören gern klassische Musik. Als Experten würden sie sich dennoch nicht bezeichnen. Umso begeisterter waren die beiden Wetteranerinen über eine kurze Spielpause im Konzert. Diese nutzte Niklas Schwarz dazu, den Zuhörern etwas aus dem Leben von Johann Sebastian Bach zu erzählen und darüber hinaus, Fachwissen zum Thema Fuge weiterzugeben.

Erklärung an Beispielen

Zum besseren Verständnis, was ein Kontrastpunkt ist und wie sich Chromatik und Umkehrung anhören, spielten die Musiker die jeweiligen Beispiele kurz an. „Das hilft dabei, diese, recht schwere Kost, besser zu verstehen und mit mehr Aufmerksamkeit zu verfolgen“, sagte Heidi Dubielzig. Auch Sigrid Fischer fand „die Erläuterungen für das noch nicht so fachkundige Publikum“ sehr gut. Und noch etwas gefiel der Wetteranerin: „Der Raum hier ist auch sehr schön. Man ist so nah an den Musikern.“ Dem konnte Heidi Dubielzig nur zustimmen. Es sei, als spielten sie nur für sie allein. Die beiden genossen das Konzert sehr. Heidi Dubielzig ist von Anfang an regelmäßige Besucherin der Reihe. Für die erst vor zwei Jahren zugezogene Sigrid Fischer ist es auch bereits die zweite Veranstaltung: „Es ist ein Streicheln der Seele. Es ist schön, dass es das in Wetter gibt.“ Spielten im ersten Teil des Konzertes meist alle Musiker zusammen, kamen im zweiten Teil die einzelnen Instrumente mehr hervor. Mal standen Viola und Violine mit dem Violoncello im Mittelpunkt, dann waren Viola und Kontrabass im Duett zu hören. Unvergleichlich kamen die Töne des Fagotts daher.

Premiere des Fagotts

Dieses Instrument sowie der Kontrabass feierten im Rahmen der Konzertreihe eine Premiere. Sie seien das erste Mal in Wetter dabei, erklärte Clemens Ratajczak. Der aus einer Hagener Musikfamilie stammende Orchestermusiker rief die Reihe 2010 ins Leben. Auslöser war der eingangs erwähnte Flügel. Der habe aus einer früheren Konzertreihe einen Platz in der Stadtbücherei bekommen, sei dort aber nur wenig genutzt worden. „Zu schade“, fand Ratajczak. Und so sei er auf die Idee mit der Reihe gekommen.

Seither gibt es jährlich vier klassische Hörgenüsse. Dabei bekommt der leidenschaftliche Violinenspieler stets Unterstützung von Musikerkollegen und -freunden. Eintritt müssen die Konzertbesucher nicht zahlen. „Ich wollte es unbedingt für alle möglich machen, die Konzerte zu besuchen“, sagt Ratajczak. Er wolle die Musik und die damit verbundene Bildung unter die Leute bringen. Finanziell werden die Kammerkonzerte durch die Sparkassenstiftung für Wetter und die Lichtburg möglich gemacht. Zudem bitten die Veranstalter um kleine Spenden. Trotz starkem Applaus gab es am Sonntag keine Zugabe. Es sei ein Passionszeitkonzert, das verinnerlicht werden sollte, begründete Ratajczak.

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