Gastronomie

Pelles aus der Freiheit in Wetter servieren eisige Vergnügen

Eröffneten vor 40 Jahren ihre Eisdiele in der Freiheit: Nina und Bruno Pelle. Das Eiscafe ist längst eine Institution in Wetter.

Eröffneten vor 40 Jahren ihre Eisdiele in der Freiheit: Nina und Bruno Pelle. Das Eiscafe ist längst eine Institution in Wetter.

Foto: Foto: Elisabeth Semme

Wetter.  40 Jahre Eiscafé Dolomiti - das wird am 15. Juli in Wetter gefeiert. Doch bei Nina und Bruno Pelle bekommen Gäste mehr als ein eisiges Vergnügen.

Frischverliebte Paare können sich den Becher „Für Sie & Ihn (Lui & Lei)“ gönnen. Wer allerdings mit drei Freundinnen bei Nina und Bruno Pelle einkehrt, der trifft mit dem Coppa Amicizia eher die richtige Wahl: Denn den Freundschafts-Eisbecher können vier Personen gleichzeitig vernaschen. Darüber hinaus aber hat so mancher Gast die Qual der Wahl – zwischen 150 verschiedenen Bechern! Dass das durchaus nicht immer so war, daran können sich die Pelles noch bestens erinnern: 40 Jahre ist es jetzt her, dass sie im Juli 1979 ihr Eiscafé Dolomiti in der Freiheit eröffneten.

Dem Bruder gefolgt

„Schoko, Vanille, Stracciatella und Zitrone waren die Klassiker, die es damals schon gab. Und die laufen auch heute noch. Ansonsten ist Joghurt-Eis der Renner“, erzählt Nina Pelle. Wie sie und ihr Mann nach Wetter gekommen sind, das ist eine lange Geschichte. Kennengelernt jedenfalls haben sich die beiden in ihrer Heimat Norditalien. Bruno Pelle war bereits 1963 nach Deutschland gegangen, um Eis zu verkaufen: Sein Bruder hatte damals schon ein Eiscafé in Castrop-Rauxel. Es folgten weitere in Bergkamen und Herne. Im Januar 1974 heirateten Nina und Bruno Pelle; gemeinsam gingen sie nach Herne, wo sie bis 1979 ein Eiscafé betrieben. „Bis mir eines Tages der Eigentümer unserer Musikbox erzählte, dass in Wetter gebaut wird und mich fragte, ob ich dort ein Eiscafé aufmachen wolle. Ich bin dann hierher gefahren, habe den See gesehen und gedacht: Wo ein See ist, da sind auch Fische, die du fangen kannst“, erinnert sich Bruno Pelle. Damit war übrigens die Entscheidung für Wetter gefallen. Und tatsächlich habe er damals eine Angel gehabt und sei auch oft dem Boot zum Angeln auf den Harkortsee rausgefahren.

Gut können sich die Pelles noch an die alten Zeiten erinnern, als auch die REME noch im Schöntal ansässig war. „Damals hatten wir einen Eiswagen und sind jeden Morgen von 11 bis 13 Uhr, wenn die Mitarbeiter Pause hatten, dort hin gefahren. Und jeden Samstag und Sonntag haben wir bei schönem Wetter zwei Stunden mit dem Eiswagen am See gestanden“, erzählt Bruno Pelle.

Generationen von Gästen

1998 haben die Pelles dann sogar in der Nachbarstadt Herdecke ein Eiscafé eröffnet: Das „Piccolo Pelle“ in der unteren Fußgängerzone bewirtschafteten Tochter Tamara und Schwiegersohn Andrea viele Jahre lang, bis sie schließlich ins Heimatland der Eltern zurückkehrten. Sohn Raffaele indes lebt mit Frau und Kind in Wetter.

„Es kommen heute noch viele Herdecker zu uns, aber auch Kunden aus Hagen, Volmarstein, Wengern und von überall her. Abgesehen davon haben wir viele Stammkunden, die regelmäßig an festen Tagen zu uns kommen. Die Kinder, die früher in die Schule gingen, haben inzwischen selbst Kinder und teilweise sogar schon Enkelkinder, mit denen sie zu uns kommen“, sagt Nina Pelle. Ehemann Bruno lächelt und ergänzt: „Teilweise kommen junge Frauen mit Kind und fragen mich: Bruno, kennst Du mich nicht mehr von früher?“ Da versteht sich von selbst, dass die Pelles nicht nur die Eis-Vorlieben vieler Kunden kennen, sondern auch deren Lebensgeschichten. Gerüchte und Geschichten aus dem Dorf Wetter landen in der Regel zuallererst bei Pelles – wenn irgendjemand weiß, wo gerade eine Wohnung frei ist oder wer sich gerade von wem getrennt hat, dann ist das Nina Pelle. Dabei weiß sie bestens zu unterscheiden zwischen dem, was zum Weitererzählen bestimmt ist und was nicht.

Wie wohl sich die Gäste bei Pelles an der Burgstraße 1 fühlen und wie gut es ihnen schmeckt, davon zeugen auch die Einträge in den Gästebüchern, die im Café ausliegen. Darin haben sich u.a. Annegret und Klaus mit den Worten „Von Nürnberg kommen wir her und müssen sagen, es schmeckt und sehr“ im Mai 1995 verewigt. Und der Kegelclub Farabum hinterließ den Eintrag: „Heute wurde unsere Kegelkasse geplündert. Die letzten Groschen haben wir vereist. Mmmmhhh, war das lecker, lecker, lecker.“

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