Stadtfest

Positives Fazit zur Maiwoche trotz Hitze und BVB-Pokalsieg

Der Samstag auf der 43. Maiwoche in Herdecke stand im Zeichen der Kinder, der ersten Produktmesse und des Pokalendspiels

Der Samstag auf der 43. Maiwoche in Herdecke stand im Zeichen der Kinder, der ersten Produktmesse und des Pokalendspiels

Herdecke.   Der Abschlusstag der Maiwoche lockte erst nach dem Pokalsieg des BVB wieder mehr Besucher in die Innenstadt von Herdecke. Eine Bilanz.

So sehr sich die Organisatoren über das durchgehend schöne Wetter freuten, so erwiesen sich doch die warmen Temperaturen und das abendliche Pokalendspiel mit Borussia Dortmund am Samstag als kontraproduktiv. Am Abschlusstag kamen deutlich weniger Besucher zur 43. Maiwoche, erst nach dem BVB-Sieg zog es nochmal viele Herdecker zum musikalischen Ausklang und zum Feuerwerk in die Innenstadt.

„Für die Bands war das während des Finales nicht einfach“, sagt Osita Uchegbu vom städtischen Organisations-Team. Als gelungen stuft er aber die Fernseh-Übertragung der Vereine an den Maiwochen-Ständen ein. Viele Fußballinteressierte fanden sich vor den provisorisch aufgebauten Bildschirmen ein. „Alle haben aus der Situation das Beste gemacht“, so Uchegbu.

20 Anlaufstationen

Tagsüber gab es die Premiere der Produkt- und Informationsmesse in der Fußgängerzone. Unter dem Motto „Made in Herdecke“ präsentierten heimische Unternehmen ihre Erzeugnisse, auch hiesige Vereine stellten sich vor. An knapp 20 Ständen standen Vertreter interessierten Gästen Rede und Antwort.

Die meisten Besucher nutzten den noch nicht ganz so heißen Vormittag, um sich unter anderem bei der HGWG (Herdecker Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft), Ideal Spaten oder dem GVS (Gemeinnütziger Verein für Sozialeinrichtungen Herdecke) zu informieren. Bei Terra Sports war die Eismaschine mindestens genauso begehrt wie die Puttingmatte für Hobby-Golfer. Am Stand des Panama-Kreises waren die Panamahüte der absolute Renner.

„Insgesamt hatten wir uns von der Produkt- und Informationsmesse mehr erwartet, so wie wir es bei dem Treffen der Bürgermeisterin mit den Betriebs- und Personalräten besprochen hatten“, sagt Osita Uchegbu. Der Veranstalter will die Idee nach dem durchwachsenen Start aber nicht aufgeben, sondern im Dialog über eine Fortsetzung und Verbesserungen nachdenken.

„Der liebe Gott ist Herdecker“

Grundsätzlich waren am Samstag Schattenplätze vor den Lokalen heiß begehrt, bei diesem hochsommerlichen Tag war Beschaulichkeit angesagt. Wie bemerkte Brigitte Welter, die es sich in einem Straßencafé bei einem kühlen Getränk gut gehen ließ, so schön: „Der liebe Gott ist Herdecker!“

Der Bürgerfrühschoppen am Viehmarktbrunnen war ordentlich besucht, fröhlich sangen und schunkelten die Gäste im Takt der Musik. Der Posaunenchor „Die kleine Blechmusike“ aus der Herdecker Partnerstadt Blankenburg hatte ein großes Repertoire deutscher Volkslieder im Gepäck. Textsicher und in guter Stimmung ließen sich das auch die beiden Symbolfiguren, Stiftsdame Elke Bojarra und Sackträger Jupp Urbatzka, nicht entgehen.

Herdecker Maiwoche 2017

Mit Tauziehen ging es auf der Herdecker Maiwoche 2017 los.
Herdecker Maiwoche 2017

Für Kinder hatte die Kreative Straße am Rathausplatz einiges zu bieten. Im „Wilden Westen“ stand das Goldschürfen hoch im Kurs. Hier wurden Goldwaschpfannen um die Wette geschwenkt, bis etwas Funkelndes zu sehen war. Kinderschminken, Ringe werfen, Torwandschießen und in einer Plastikbox ein Rollentransportband herunter sausen: Der Nachwuchs fand eine Art Abenteuerspielplatz vor. Der Rathausplatz hatte sich am frühen Nachmittag in einen Backofen verwandelt, so dass die Trommelkinder der Robert-Bonnermann-Schule spontan ihren Auftritt in einen schattigen Bereich vor der Stiftskirche verlegten. Noch mehr karibisches Flair verbreiteten die jungen Musiker mit ihren Steel-Pans, den traditionellen karibischen Ölfässern.

Und während Erfolge beim Bingo auf dem Stiftsplatz gebührend mit Herdecker Wacholder-Sackträger-Schnaps begossen wurden, versprühten Ernst Stippich und Werner Koch mit deutschen Gassenhauern beste Laune.

Tauschbörse mit Stand zufrieden

Auch der Tauschring freute sich in der Fußgängerzone über Besucher. Vor allem der Nagelbaum ließ viele zum Hammer greifen, Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster und die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Nadja Büteführ versuchten sich mit Erfolg am Nagelbrett. Die Gäste hörten nach Vereinsangaben interessiert zu, dass die Tauschbörse als eine Nachbarschaftshilfe zu verstehen ist.

Nach allerlei Lob für diese Initiative signalisierten einige Herdecker, beim nächsten Treffen des Tauschrings am Donnerstag, 1. Juni, 18 Uhr, im Begegnungszentrum Frühlingsstraße vorbei zu kommen.

Rotes Kreuz mit durchwachsener Bilanz

Zweigeteilt fällt die Maiwochen-Bilanz des DRK aus, das für den Sanitätsdienst täglich im Schnitt 50 Helfer (15 aus Herdecke, der Rest aus der Region) vor Ort hatte. In der Innenstadt war es „ruhig, angenehm und entspannt“, so Einsatzleiter Pascal Wiegleb vom hiesigen Ortsverband.

Anstrengender waren die Hilfsleistungen am Bleichstein, wo auch Notärzte tätig wurden. Hauptsächlich wegen Alkohol und Drogen, aber auch wegen Verletzungen wie Schnittwunden oder Sturzfolgen. Die Rot-Kreuz-Ehrenamtler mussten sich vor allem zwischen 22 und 1.45 Uhr (letzte Busabfahrt) um junge Betrunkene kümmern. „Gestört hat uns vereinzelt auch die Respektlosigkeit gegenüber den Rettungskräften, teilweise wurden Flaschen ins Zelt geworfen“, so Wiegleb, der den Auftakt der Maiwoche als anstregendsten Abend bezeichnet.

Ein gutes Gefühl nach Abschluss

Ilka Biegota vom städtischen Ordnungsamt hingegen blickt trotz nächtlicher Einsätze auf ein vergleichsweise entspanntes Stadtfest zurück, auch sie spricht von einem bewährten Sicherheitskonzept. „In der Innenstadt gab es nichts Auffälliges, auch am Bleichstein war es aus unserer Sicht ruhiger als in den Vorjahren.“ Auch mit den Schul-Shop-Betreibern habe es im Vorfeld Gespräche gegeben.

In den folgenden Nachbesprechungen thematisieren die Verantwortlichen all das noch einmal. Mit einem guten Gefühl geht das städtische Organisations-Team an die Auswertung heran, so Osita Uchegbu: „Nach einem super besuchten Auftakt am Mittwoch und Donnerstag ging es sehr schön weiter.“

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