Justiz

Radfahrer wird bei Zusammenprall mit Fußgänger verletzt

Fahrlässige Körperverletzung oder doch nur ein vorsichtiger Schritt? Darüber musste das Amtsgericht Wetter nun entscheiden.

Fahrlässige Körperverletzung oder doch nur ein vorsichtiger Schritt? Darüber musste das Amtsgericht Wetter nun entscheiden.

Foto: Michael Kleinrensing

Herdecke/Wetter.  Ein Dortmunder wollte die Straße überqueren, ein herannahender Fahrradfahrer konnte nicht mehr bremsen. Ist das fahrlässige Körperverletzung?

Ein einziger Schritt bescherte einem 39-Jährigen viel Ärger. Er wollte in Herdecke die Straße überqueren, setzte einen Fuß auf die Straße. Das reichte für eine Kollision mit einem Radfahrer. Mit fatalen Folgen: Der Radler wurde verletzt, der Fußgänger saß nun in Wetter auf der Anklagebank. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Ohne den Verkehr zu beachten, so zumindest der Vorwurf, wollte der Dortmunder über die Hauptstraße gehen. Bei dem Zusammenstoß stürzte der Radfahrer.

Den Vorwurf wies der 39-Jährige von sich. Er habe damals in Herdecke auf einer Baustelle gearbeitet, an dem Mittag habe er Werkzeug aus einem gegenüber geparkten Wagen holen wollen. Alles sei mit Fahrzeugen zugestellt gewesen. Die hätten ihm die Sicht versperrt. Er habe den einen Schritt gemacht, um besser sehen zu können. „Dann war es schon zu spät.“ Er habe einen Schrei gehört, dann den Aufprall. Der Radler, der wegen des zugestellten Radwegs auf die Straße ausweichen musste, sei heftig gegen seine Wade geknallt und dann weit geflogen. „Ich wollte wirklich nur über die Straße gehen und wurde angefahren.“

2500 Euro Schmerzensgeld gefordert

Der Radfahrer sei sehr schnell gefahren. Er habe ihn weder hören noch sehen können. Und nun verlange der 2500 Euro Schmerzensgeld von ihm. „Das Geld habe ich nicht.“ Sein Verteidiger schaltete sich ein und betonte angesichts der bewegten Vergangenheit des Angeklagten, dass der die Kurve gekriegt habe. Der 39-Jährige habe seine Strafen komplett verbüßt, den Drogen abgeschworen und sich in die Gesellschaft integriert. Dazu passend fiel der Bericht der Bewährungshilfe positiv aus.

Diese Änderungen und der Umstand, dass der Radfahrer eventuell sehr schnell unterwegs gewesen und zudem sehr dicht an den parkenden Autos vorbeigefahren sein könnte, ließen Staatsanwaltschaft und Gericht ein Einsehen haben. Das Verfahren wurde ohne Auflagen und auf Kosten der Landeskasse eingestellt.

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