Freibad

Rat Herdecke hofft auf Bundesmittel fürs Freibad

Badespaß in Herdecke.

Foto: Michael Hartung

Badespaß in Herdecke.

Herdecke.   Der Rat in Herdecke steht einstimmig hinter dem Förderantrag, den die Stadt gestellt hat. Der Bedarf geht aber über den maximalen Zuschuss hinaus.

100 Millionen Euro hat der Bund zusätzlich zur Sanierung kommunaler Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Auf 6,5 Millionen Euro hat die Stadt den Bedarf für Freibad und Kleinhallenbad am Bleichstein beziffert. Bei 4 Millionen Euro liegt die Höchstförderung für einen Antrag. Der Rat hat jetzt auf einer Sondersitzung erwartbar bestätigt, dass die Stadtverwaltung einen entsprechenden Förderantrag gestellt hat. Kritische Fragen gab’s dennoch von der SPD. Und wenn der Rat am 11. Oktober zu seiner nächsten planmäßigen Sitzung zusammenkommt, wird erst recht diskutiert werden, wie weit die Fördermittel womöglich reichen und ob die Suche nach einem Investor für das Bad tatsächlich unterbleiben sollte.

Wie eng der finanzielle Spielraum der Stadt derzeit eigentlich ist, hatte der 1. Beigeordnete Frank Zagler die Ratsmitglieder gleich zu Beginn der Sondersitzung wissen lassen: „Ohne weitere Anpassungsmaßnahmen sind die Enden nicht zusammenzubringen“, kündigte er für die anstehenden Haushaltsberatungen an. Dabei würde es die Stadt bisher nicht eingeplantes Geld kosten, selbst wenn sie den Höchstsatz bekäme. Im Normalfall müssen die geförderten Kommunen 55 Prozent der Projektmittel selbst aufbringen. Da Herdecke ein Haushaltskonsolidierungskonzept hat, gilt die Stadt als notleidend und könnte bis zu 90 Prozent vom Bund erwarten. Allerdings ist auch hier bei vier Mio. Euro Schluss. Und dann sind da ja auch noch die anderen Städte, die Anträge auf Förderung gestellt haben.

Kritische Fragen der SPD

Binnen weniger Tage mussten die Förderanträge gestellt werden. Die Räte konnten nur nachträglich zustimmen oder das Vorgehen der Verwaltungen zurück nehmen. Und schon am 18. Oktober soll die Jury sagen, mit welchen Städten über eine dann konkrete Planung gesprochen werden soll. Als „sehr, sehr sportlich“ bezeichnete Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster diesen Zeitplan, der auch Bedenken bei ihr geweckt hat. Hoffentlich handele es sich nicht um ein abgekartetes Spiel „zugunsten anderer Städte“.

„Wir sind mit 100 Prozent Überzeugung bei dem Förderantrag dabei“, erklärte SPD-Ratsfrau und Landtagsmitglied Nadja Büteführ. Die SPD hat schon erklärt, dass für sie ein Wellnesshotel auf dem Bleichsteingelände nicht in Frage kommt, selbst wenn Herdecke bei diesem Förderprogramm nicht ausreichend zum Zuge käme. Von Büteführ gab es aber auch kritische Anmerkungen: Bei der Kostenaufstellung wünscht sie sich noch eine deutlichere Unterscheidung zwischen „Was ist unabdingbar und was wäre ,nice to have’?“ Zudem zeigte sie sich verwundert, dass es bereits zwei Programmvorläufer gegeben habe ohne einen Herdecker Versuch, auf diese Weise an Geld zu kommen.

Sie habe diese Hinweise „zum ersten Mal in der Mappe gehabt“, versicherte die Bürgermeisterin, und die Frage nach dem Nötigen oder Wünschenswerten sah sie im Fachausschuss gut aufgehoben. Ohne kritische Anmerkungen stellte sich Heinz Rohleder für die CDU hinter den Förderantrag. Zustimmung gab’s auch von Wilhelm Huck im Namen der FDP, der eine „einmalige Gelegenheit“ zur Sanierung der Bäder sieht, wobei Herdecke auch selbst tief in die Tasche greifen müsse. Jens Plümpe von H plus war „im Grundsatz“ für den Antrag, auch wenn ihm „ein wenig der Glaube fehlt, dass Herdecke allein schon 4 Prozent der bundesweiten Fördersumme ausgeschüttet bekommt“. Klaus Reuter von den Grünen hatte erkundet, dass bei den bisherigen Programmen nur einmal in voller Höhe ausgezahlt worden sei und fragte nach Möglichkeiten, das Volumen abzuspecken. Sein Fraktionschef Andreas Disselnkötter kündigte einen erneuten Vorstoß zur Schaffung einer Stelle an zur „professionellen Akquise bei all den Fördertöpfen, die wir so nicht sehen.“

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