Stadtmarketing

Reihe „Zukunftswetter“ führt in die Zukunft der Industrie

„Zukunftswetter“ bei der Demag: Markus Drüke (re.), Vorsitzender Stadtmarketing, begrüßte die Gäste und freute sich

Foto: Susanne Schlenga

„Zukunftswetter“ bei der Demag: Markus Drüke (re.), Vorsitzender Stadtmarketing, begrüßte die Gäste und freute sich Foto: Susanne Schlenga

Wetter.   Das Stadtmarketing Wetter hat mit Prof. Dieter Kreimeier einen Experten für das Thema Industrie 4.0 eingeladen. Am Ende gab es eine Einladung.

Am Ende gab es ein konkretes Angebot für die anwesenden Unternehmer: „Wenn Sie sich auf den Weg zur Industrie 4.0 machen wollen, können wir Sie begleiten“, sagte Professor Dr.-Ing. Dieter Kreimeier, Akademischer Direktor am Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhruniversität Bochum. Sein Vortrag zu den Herausforderungen und Chancen einer digitalisierten Produktion passte damit hervorragend in die Reihe „Zukunftswetter“, schließlich ging es um das, was Unternehmen wie Arbeitnehmer in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erwartet.

Erinnerung an Spiegel-Titel

Ein Fazit seiner Arbeit schickte Dieter Kreimeier gleich voraus: Der Wandel hört nicht auf. Ein Fakt, der vielen Menschen Angst macht. Zumal die Veränderungen immer schneller bewältigt werden müssen. Doch ein Blick zurück machte auch deutlich: Viele Ängste, die Automatisierung und Digitalisierung der Produktion mit sich bringen, sind unbegründet. 1978 titelte der Spiegel mit dem Bild eines Roboters „Fortschritt macht arbeitslos“. Knapp 40 Jahre später ziert wieder ein Roboter den Spiegel-Titel, in seinen Fingern hält er einen Menschen. Übernehmen nun die Roboter? ist die Frage dazu. „Wir haben die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Jahren“, kontert Kreimeier. Und: „Auch in Zukunft wird der Mensch im Mittelpunkt stehen. Wir sollten Industrie 4.0 als Chance sehen.“

Orthese sammelt Daten

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem allerorten genutzten Schlagwort? „Eine genaue Definition gibt es nicht“, sagt Kreimeier. „Und für jedes Unternehmen wird der Weg in die digitale Zukunft auch anders aussehen.“ Mit ein paar Beispielen versuchte der Professor, den abstrakten Begriff anschaulich zu machen: Da gibt es die Knieorthese, die Bewegungsdaten des Patienten sammelt, um den Behandlungserfolg zu dokumentieren oder dem Arzt die Möglichkeit zu geben, seine Therapie anzupassen. Da geht es um Maschinen-Wartung, die nicht mehr vom Nutzer, sondern von der Anlage selbst angefordert wird. Entwicklungen, die Hausherr Thomas Wiesemann, Leiter der Demag-Werke in Wetter und Uslar, zuvor schon in seiner Begrüßung beschrieben hatte. „Unser Seilzug gibt per Mobilfunkkarte Daten weiter“, stellte er schon ein Beispiel für die digitale Weiterentwicklung eines bewährten Produktes vor.

Mitarbeiter qualifizieren

Ein Prozess, der für Dieter Kreimeier nicht mehr aufzuhalten ist. „Wir erleben einen Paradigmenwechsel vom Produkt- zum Lösungsanbieter.“ Man könne in Zukunft nicht mehr nur den Kran verkaufen, sondern müsse auch immer die Dienstleistung mitanbieten. Eine Herausforderung, die angesichts des Fachkräftemangels schwer zu schultern ist. Doch auch hier sucht die Ruhruniversität nach Lösungen. Geht es auf der einen Seite darum, Mitarbeiter kontinuierlich zu qualifizieren, kann auf der anderen Seite auch intelligente Technik helfen, Wissen schnell verfügbar zu machen. So wurde eine App entwickelt, die zum Beispiel Maschinenführern hilft, selten ausgeführte Prozesse zu erledigen. Schritt für Schritt, mit dem Tablet in der Hand. „So lassen sich Stillstandzeiten in Betrieben reduzieren, wenn nicht jedes Mal ein Techniker gerufen werden muss.“

Besuch in der Lernfabrik

Und wie kann die Hilfe für die Unternehmen auf dem Weg in die digitale Zukunft aussehen? Ein Besuch der Lernfabrik bietet Kreimeier an. An der Uni Bochum werden dort echte Produktionslinien getestet, Unternehmer, Mitarbeiter und Betriebsräte können im realen Arbeitsprozess miterleben, wo die Risiken und Chancen einer Digitalisierung und weiteren Automatisierung liegen.

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