Kunst

Rita Bauschulte ist der Natur tief verbunden

Die künstlichen Gräser im Foyer der Seniorenresidenz wirken wie eine Weiterführung ihres Aquarellbildes mit den Glockenblumen: Die Hagener Künstlerin Rita Bauschulte stellt im Herdecker Quartier Ruhraue aus.

Foto: Klaus Görzel

Die künstlichen Gräser im Foyer der Seniorenresidenz wirken wie eine Weiterführung ihres Aquarellbildes mit den Glockenblumen: Die Hagener Künstlerin Rita Bauschulte stellt im Herdecker Quartier Ruhraue aus. Foto: Klaus Görzel

Herdecke.   Die Künstlerin Rita Bauschulte aus Hagen stellt in der Herdecker Seniorenresidenz aus. Auch im Beruf setzt sie auf die Kräfte der Natur.

Das mit dem Lehramtsstudium in Mathe war ein Fehlgriff. Im Reich der Zahlen herrscht die Logik. Rita Bauschulte hat es mehr mit dem Zufall. Bei der Aquarellmalerei spielt er eine große Rolle. Und doch ist dieser Zufall auch gelenkt. Früh schon hat sie das interessiert. Während ihres Kunststudiums hat Rita Bauschulte die Technik verfeinert. Auch wenn die Hagenerin jetzt einen ganz anderen Brotberuf hat, sitzt sie weiter gerne mit Farbe vor Papier. Ab Freitag dieser Woche sind rund zwei Dutzend ihrer Arbeiten im Foyer und im unteren Flur der Seniorenresidenz im Quartier Ruhraue zu sehen.

„Das Faszinierende an der Aquarellmalerei liegt für mich in ihrer Unberechenbarkeit“, sagt die Künstlerin. „Wasser und Farben entwickeln ein Eigenleben. Sie fließen jedes Mal anders zusammen, als man geplant hat und geben den Bildern eine völlig neue Richtung.“ So soll es sein bei der 62-Jährigen, die ihre Motive mit Vorliebe in der Natur sucht: Menschen, Pflanzen, Landschaften.

Gestaltungskraft hat Grenzen

Sitzt sie dann mit der Staffelei im Gelände und zeichnet einen Grashalm nach? Nein, sagt Rita Bauschulte und beschreibt ihre Herangehensweise an die Gegenstände ihrer Kunst. „Ich male viel nach der Natur, oft in Serie, werde dabei immer freier, löse mich vom natürlichen Vorbild, bis ich die Essenz vor meinem inneren Auge habe.“

Sicherlich schon seit zehn Jahren hat sie sich von der beinahe fotografischen Abbildung gelöst, bewegt sie sich weg von Gräsern und Landschaften, um doch deren Kern umso genauer zu treffen. Im Vordergrund ihrer Bilder steht stets die Atmosphäre, sagt sie, nicht die wirklichkeitstreue Wiedergabe. So finde auch der Betrachter einen Spielraum. Und bei allem kombiniert Rita Bauschulte die transparente Aquarellmalerei mit kräftigen, starken Strukturen. Gerne nimmt sie Ölkreide oder Tusche als Werkstoff hinzu. Wegen der zerfließenden Farben bleibt ihr das Gestalten ein Stück aus der Hand genommen. „Das ist nicht beherrschbar“, sagt sie mit Freude.

Lehrerin an der Volkshochschule

Seit rund 20 Jahren lässt Rita Bauschulte andere an dieser Freude teilhaben. An der Volkshochschule in Hagen leitet sie Aquarellkurse für Anfänger und für Fortgeschrittene.

Die Entscheidung für das Studienfach Mathematik war der Vernunft geschuldet. Mathe-Lehrer wurden gebraucht. Aber von dieser Vorstellung hat sie sich lange schon frei gemacht – und auch beruflich die Zuflucht in der Natur gesucht. Als klassische Homöopathin setzt sie in ihrer Praxis auf die heilende Wirkung der Natur. Ihr fühlt sich Rita Bauschulte verbunden. Die Kraft der Natur stellt sie neben die Methoden der Schulmedizin. Ihre Schönheit, ihr Wuchs, ihre Farben rückt sie ins Licht der Kunstwelt.

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