Abwasser

Ruhrverband legt Klärwerk in Wetter still

Gemeinsam mit dem Wetteraner Bürgermeister Frank Hasenberg und Dr. Antje Mohr vom Ruhrverband legt Prof. Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbandes (von links), die Kläranlage in Albringhausen offiziell still. 

Gemeinsam mit dem Wetteraner Bürgermeister Frank Hasenberg und Dr. Antje Mohr vom Ruhrverband legt Prof. Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbandes (von links), die Kläranlage in Albringhausen offiziell still. 

Foto: Ramona Richter

Wetter.  Die Kläranlage in Albringhausen ist außer Betrieb. Das Abwasser wird nun in Hagen gereinigt. Das hat nicht nur finanzielle Gründe.

Die Maschinen sind abgestellt, die Böden trocken, und auch sonst ist es ruhig auf dem Gelände der einstigen Kläranlage in Albringhausen. Seit Anfang September fließt das Abwasser aus den Ortsteilen Wetter-Albringhausen und Sprockhövel-Hiddinghausen nicht mehr dorthin. Stattdessen wird es in der großen Kläranlage in Hagen gereinigt. Der Ruhrverband feierte daher am Dienstag die Außerbetriebnahme der Kläranlage und zugleich die Inbetriebnahme der neuen Anschlussleitung.

Wirklich traurig über die Außerbetriebnahme sei der Wetteraner Bürgermeister Frank Hasenberg aber nicht. „Wir verabschieden uns von einer langjährigen Mitarbeiterin. Das ist aber kein Grund, wehleidig zu sein.“ Denn die Schließung der Kläranlage habe auch etwas Positives. „Es ist auch ein Neuanfang für Albringhausen. Wir können nun die Wasserqualität der Elbsche verbessern. Im Rahmen der Nachhaltigkeit und der Renaturierung ist das für uns ein wichtiger Faktor“, sagt Frank Hasenberg.

Zu hohe Betriebskosten

Ein weiterer Grund für die Stilllegung sei der wirtschaftliche Nutzen der Kläranlage. „Wenn man die Kläranlage von außen sieht, mag man vielleicht meinen, dass man mit dem Beton noch lange arbeiten könne, nicht aber mit den Maschinen“, sagt Prof. Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbandes. „Zum einen sind die Betriebskosten hier in Albringhausen zu hoch, und zum anderen müssten wir in den kommenden Jahren einige Millionen Euro in die Anlage stecken, um sie auf den neusten Stand zu bringen.“ In Hagen sei dies nicht nötig. „Die Anlage dort ist groß genug.“

Bereits 2016 wurde mit den Arbeiten an der neuen Anschlussleitung begonnen. Im September diesen Jahres konnten sie abgeschlossen werden. Dabei war die Trasse schnell gefunden, und die ersten zwei Kilometer der neuen Leitung waren gebaut. Dann aber kam es aufgrund grundstücksrechtlicher Auseinandersetzungen zu einer Verzögerung. „Am Ende bekamen wir das Zwangsrecht zugesichert. Dennoch haben wir vom Ruhrverband noch einmal die Gespräche mit den Grundstücksbesitzern geführt“, so Jardin.

Am Ende habe es mit fast allen eine Einigung gegeben. „Die Trasse verläuft entlang der alten Elbschebahntrasse. Von dort fließt das Abwasser hinab zur Ruhr in die Kanalisation, von wo aus es nach Hagen gepumpt wird“. so Jardin. Insgesamt habe die Baumaßnahme 1,9 Millionen Euro gekostet. „Davon bekommen wir knapp 1,5 Millionen Euro durch die Abwasserabgabe zurück“, sagt Jardin weiter. „Das ist ein erster wirtschaftlicher Erfolg. Zudem sparen wir durch die neue Anschlussleitung rund 55.000 Euro pro Jahr ein.“

Zukunft des Geländes ungewiss

1975 wurde die alte Kläranlage in Albringhausen in Betrieb genommen. Über 40 Jahre wurde das Abwasser dort gereinigt. Nicht immer ohne Folgen, wie Bürgermeister Hasenberg mit einem Lächeln erläutert. „Sie hat gute Arbeit geleistet. Aber wer im Sommer gerne im Garten der Gaststätte Albringhausen gesessen und auf sein Essen gewartet hat, weiß, dass die Anlage auch manchmal unangenehm sein konnte.“ Was in Zukunft mit dem Platz geschieht, ist noch unklar. „Der Ruhrverband hat kein Interesse mehr an dem Gelände und würde es gerne verkaufen. Wir sind gespannt auf die Ideen der Stadt. Immerhin liegt bei ihr das Vorkaufsrecht“, sagt Prof. Norbert Jardin.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben