Orkan

Sabine tobt in Herdecke und Wetter nicht mit voller Kraft

Die Feuerwehr Wetter sägt Montagmorgen vorsorglich mit Hilfe der Drehleiter Zweige aus einer meterhohen Tanne an der Ecke Gartenstraße/Wilhelm-Großjohann-Straße.

Die Feuerwehr Wetter sägt Montagmorgen vorsorglich mit Hilfe der Drehleiter Zweige aus einer meterhohen Tanne an der Ecke Gartenstraße/Wilhelm-Großjohann-Straße.

Foto: Elisabeth SemmE

Wetter/Herdecke.  Die großen Katastrophen blieben aus. Die freiwilligen Feuerwehren in Wetter und Herdecke hatten durch Orkantief Sabine dennoch viel zu tun.

Die Feuerwehr Herdecke beendete die „Sonderlage Sturmtief Sabine“ am Montagmorgen gegen 10 Uhr – nach 20 Stunden Einsatz und Bereitschaft. Ab diesem Zeitpunkt übernahm auch wieder die Leitstelle in Schwelm die Einsatzdisposition. In Wetter war die Wehr aber gegen 9 Uhr am Montag wieder im Einsatz.

Bereits in der Nacht zu Montag war in der Gartenstraße, Ecke Wilhelm-Großjohann-Straße, ein großer Ast von einer meterhohen Tanne abgebrochen und auf die Straße gekracht. Vorsorglich rückte die Feuerwehr Wetter deswegen am Morgen mit der Drehleiter an, um weitere Äste zu entnehmen.

Keine größeren Schäden

In Herdecke mussten von Sonntag, 13.48 Uhr, bis Montag, 7.30 Uhr, 17 Sturmeinsätze normalen Ausmaßes bewältigt werden. Einsatzstellen befanden sich im ganzen Stadtgebiet. Größere Sachschäden oder gar Personenschäden blieben aus. In dieser Zeit war die Feuerwache zu Spitzenzeiten mit 56 Einsatzkräften fest besetzt. Im Einsatz waren fünf Löschfahrzeuge, die Drehleiter sowie zwei Führungsdienste (einer zusätzlich).

Die Zentrale der Feuerwehr war mit vier Kräften besetzt und führte die Einsatzdisposition und Lagedarstellung durch. Die Einsatzstärke wurde um 22 Uhr auf 37 Kräfte (erweiterter Zug) reduziert. Wiederum wurde die Stärke um 1 Uhr auf 17 Kräfte (erweiterte Gruppe) reduziert. Über Nacht ruhten die ehrenamtlichen Kräfte auf Feldbetten in der Feuerwache.

Die Zentrale blieb fest besetzt und wechselte sich in zwei Dienstschichten ab. Von 0.12 Uhr bis 6.10 Uhr gab es keine Einsätze. Danach arbeiteten die Helfer bis 7.30 Uhr drei Einsätze im Gerhard-Kienle-Weg, Am Berge und Im Kleff ab. Wegen umgestürzter Bäume blieben die Wege „Hellbracke“ und „Kurzer Weg“ sowie der Fußweg an der „Hellbracke“ gesperrt.

Förderverein sorgt fürs Essen

Der Einsatzführungsdienst der Feuerwehr stand im stetigen Austausch mit dem EN-Kreis. Mit den Her­decker Führungskräften wurden regelmäßig Lagebesprechungen durchgeführt. An der Wache wurde auch die Verpflegung sichergestellt. Hier unterstützten der Förderverein sowie Kräfte, die gerade die Grundausbildung absolvieren. Wehrleiter Hans-Jörg Möller dankte den Ehrenamtlern für ihren unermüdlichen Einsatz. „Die Einsatzkonzepte haben wieder gegriffen, und die Lage war stets stabil“, so Hans-Jörg Möller.

Herdeckes Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster dankte den Feuerwehrleuten: „Sie haben die Sicherheit der Herdecker Bevölkerung sichergestellt. Dass niemand in der Ruhrstadt bisher durch die Folgen des Sturms zu Schaden gekommen ist, ist auch Ihr Verdienst.“

117 Einsätze im EN-Kreis

Mit insgesamt 96 Einsatzkräften war die Freiwillige Feuerwehr Wetter am Sonntag ab 16 Uhr in Alarmbereitschaft. Die Zentrale in der Feuer- und Rettungswache in Alt-Wetter war ebenfalls mit drei Einsatzkräften ständig besetzt. Von dort erfolgte die Verteilung der eingehenden Einsätze auf alle Einheiten im Stadtgebiet. Aufgrund nachlassender Einsatzhäufigkeit wurden die Bereitschaften in den Gerätehäusern gegen 23.30 Uhr aufgehoben. Einzelne Einsätze, überwiegend im Ortsteil Esborn, wurden durch die Löscheinheit Esborn in der Nacht abgewickelt. Dort mussten mehrere Bäume und abgebrochene Äste von Fahrbahnen geräumt werden. Im Laufe des Tages folgten kleinere Einsätze, bei denen es hauptsächlich um die Beseitigung und Sicherung von Dachpfannen und Bäumen ging, wie beispielsweise Montagmorgen, als die Feuerwehr zunächst an der Gartenstraße Äste an einem Baum kürzte und entfernte, bevor sie Schaden anrichten konnten, um direkt im Anschluss zur Hauptstraße zu fahren, um einen weiteren Baum aus dem Verkehr zu ziehen.

Christian Zittlau, Vize-Kreisbrandmeister, dankte allen Feuerwehren für die konstruktive Zusammenarbeit. 117 Einsätze – so lautete die Orkan-Bilanz für den EN-Kreis. „Nur 117“, so Zittlau. Wie viele andere hatte auch der Vize-Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung nach den Vorhersagen der Wetterexperten mit deutlich mehr Arbeit für Feuerwehren und Rettungsdienst gerechnet.

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