Eisenbahn

Saisonauftakt der Ruhrtalbahn über Viadukt mit Hindernissen

Der Schienenbus überquert das Wittener Eisenbahnviadukt an der Wetterstraße – fotografiert vom Ruhrufer unterhalb des Ruderclubs.

Der Schienenbus überquert das Wittener Eisenbahnviadukt an der Wetterstraße – fotografiert vom Ruhrufer unterhalb des Ruderclubs.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Herdecke/Wetter/Witten.   Kleine Probleme: Zum Saisonauftakt 2019 über die Ruhrviadukte bleibt der Schienenbus der Ruhrtalbahn öfter stehen. Auch in Herdecke und Wengern.

Eine Fahrt, an die sie sich Eisenbahnfreunde sicher noch lange erinnern werden. Der gleichnamige Verein aus Witten mit Sitz im Hauptbahnhof hatte am Tag der Offenen Tür wieder den Schienenbus der Ruhrtalbahn gechartert – mit buchstäblich ganz besonderen Höhepunkten.

Vom Wittener Hauptbahnhof geht es Ostersonntag übers Ruhrviadukt an der Wetterstraße bis Hagen Hauptbahnhof – zurück über das ebenfalls eindrucksvolle Viadukt in Herdecke und Dortmund. Es ist die allererste Fahrt für den Schienenbus in diesem Jahr. „Als Kind bin ich mit dem Zug auf dem Rheinischen Esel gefahren, das war damals auch ein Schienenbus“, erinnert sich Fahrgast Rudi Melches. „Da habe ich gedacht, es wäre doch was, mit meiner Freundin mal wieder mit einem Schienenbus zu fahren“, sagt der 69-Jährige.

Unplanmäßiger Halt in Herdecke

Animateur der Fahrt ist Ruhrtalbahn-Geschäftsführer Stefan Tigges. Über das Mikrofon erfahren die Fahrgäste im voll besetzten Zug, dass der Schienenbus von zweimal 185 PS angetrieben wird – oder dass das Wittener Viadukt 716 Meter lang ist und 1913 gebaut wurde.

In Wengern hält der Zug auf offener Strecke. „Das Spannende an diesen Fahrten ist, dass man nie weiß, ob und wann man ankommt“, witzelt Tigges. Das Problem, eine festsitzende Bremse, ist zwar nach wenigen Minuten behoben. Trotzdem hat das so viel Zeit gekostet, dass beim Richtungswechsel in Hagen die Signale auf Rot stehen. „Wir sind jetzt verspätet“, sagt Tigges. „Die Bahn halt“, kommentiert eine Frau trocken.

Das nächste Problem folgt. Mitten auf dem Herdecker Ruhrviadukt bleibt der Schienenbus erneut stehen – in 30 Metern Höhe. Diesmal sind Kühlwasserprobleme die Ursache. Zehn Minuten später kann es weitergehen. Doch die Freude währt nur kurz. Am Herdecker Bahnhof hält der Zug. Angeblich hat es auf den Gleisen einen Unfall mit Personenschaden gegeben. Nach einigen Minuten gibt es Entwarnung. Die Fahrt kann weitergehen – bis kurz hinter dem Rombergpark in Dortmund. Der Zug steht wieder. Zum Kühlwasserproblem hat sich ein Problem mit dem Bremsdruck gesellt.

Hohe Temperaturen

Im Zug ist es heiß – weit über 30 Grad. Viele Fahrgäste fächern sich Luft zu. Es geht weiter, nun im Schneckentempo. „Wenn wir schieben sollen, sagen Sie Bescheid“, ruft ein Fahrgast. Am Dortmunder Hauptbahnhof haben sich unerwartet alle Probleme von alleine gelöst. „Unser Schienenbus hat offenbar Geheimnisse, die wir noch nicht kennen“, sagt Stefan Tigges.

„Mir hat die Fahrt trotzdem gut gefallen“, sagt Fahrgast Tanja Geisen – und besucht anschließend mit ihrem Freund, einem „Eisenbahnfreak“, noch den Tag der offenen Tür mit seinen vielen funktionierenden Modellbahnanlagen in Witten.

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