Gericht

Schnelles Urteil: Wechsel-Betrug auf Herbstfest in Herdecke

Mit größeren Scheinen lässt sich gut tricksen.

Mit größeren Scheinen lässt sich gut tricksen.

Foto: Boris Roessler / dpa

Herdecke.  33-Jähriger täuscht Floristen und Gewürzhändlerin in Herdecke mit 200-Euro-Schein. Er fliegt auf, wird verhaftet und zeitnah verurteilt.

Beim Herdecker Herbstfest am vergangenen Wochenende herrschte großer Andrang. Doch der beliebte Bauern- und Trödelmarkt in der City lockte nicht nur zahlreiche Besucher, sondern auch durchreisende Ganoven an: Mindestens zweimal war dort ein Wechselgeld-Betrüger aktiv. Jetzt gab es im Schnellverfahren bereits ein Urteil.

Mit Handschellen wird der Mann mit dem Kugelbauch und dem auffälligen Silberblick von zwei Justizwachtmeistern in den Hagener Gerichtssaal geführt. Am Sonntag war der 33-jährige Rumäne auf dem Herdecker Herbstfest verhaftet worden und hatte danach drei Tage in Untersuchungshaft verbracht. Als ihm die Fesseln abgenommen werden, faltetet er devot seine Hände und klagt flehentlich: „Bitte, bitte!“

Der Mann auf der Anklagebank ist ein Wechselgeld-Betrüger, „ein professioneller“, zeigt sich Staatsanwalt Christoph Bußmann überzeugt. Durch Wechseln und trickreiches Rückwechseln von Geldscheinen hätte er sich eine nicht unerhebliche, dauerhafte Einnahmequelle verschafft. Gewerbsmäßiger Betrug.

Hauptstraße in Herdecke, gegen 11.40 Uhr. Hier war der untersetzte Rumäne in Begleitung eines Landsmannes zunächst bei einem Blumenhändler erschienen, hatte zwei Rosen (zum Preis von fünf Euro) haben wollen und dafür einen 200-Euro-Schein gezückt. Doch dann wollte der angebliche Kunde aber nichts mehr kaufen, sondern nur noch den großen Geldschein gewechselt haben. Der Blumenhändler ließ sich breitschlagen, gab zehn Zwanziger heraus. Sein Gegenüber nahm sie zunächst an sich, wollte dann plötzlich doch nicht mehr, reichte sie zurück und forderte seinen Zweihunderter wieder.

200 Euro werden eingezogen

So läuft dieser Uralt-Trick: Beim mehrfachen Wechseln Hektik erzeugen, lautstark Verwirrung stiften und dabei beim ständigen Hin- und Her Geldscheine verschwinden lassen. Neben Geschick gehört auch langwierig geübte Fingerfertigkeit dazu.

Beim misstrauischen Floristen klappte der Wechseltrick aber nicht. Keine 15 Minuten später rief eine Frau auf dem Herbstfest laut um Hilfe: die Gewürzhändlerin. Sie war vom Angeklagten beim Geldwechseln in der Eile um 80 Euro ausgetrickst worden. Der Betrüger war schon weg. Doch der Blumenhändler entdeckte ihn und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Vor Gericht gibt der Angeklagte die Taten reumütig zu, Amtsrichter Paulo da Costa Pereira verhängt acht Monate Haft zur Bewährung. Der beschlagnahmte 200-Euro-Schein wird eingezogen. Staatsanwalt Bußmann warnt den Verurteilten: „Wenn ich Sie nochmal erwische, sperre ich Sie länger als nur drei Tage ein.“

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