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Schüler zeigen absurde Komödie im Gewand eines Dramas

Nach fünf Wochen Probenzeit begeistern die Schüler der Blote-Vogel-Schule mit ihrer Aufführung von „Die Möwe“ von Anton Tschechow.

Foto: Schule

Nach fünf Wochen Probenzeit begeistern die Schüler der Blote-Vogel-Schule mit ihrer Aufführung von „Die Möwe“ von Anton Tschechow. Foto: Schule

Ennepe-Ruhr.   Schüler der Blote-Vogel-Schule bringen Klassiker von Anton Tschechow auf die Bühne. Die Darsteller rücken nah ran ans Publikum.

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Nach fünf Wochen Probenzeit begeisterten die Schüler der 12. Klasse der Blote-Vogel-Schule in Witten das Publikum in vier hervorragenden Aufführungen. Großes darstellerisches Talent, eine puristische, aber sehr einfallsreiche Bühne und eine mitreißende Geschichte machten die Theaterabende zu besonderen Erlebnissen.

Zusammen mit Regisseur Gabriel Schunck hatte sich die Klasse für das Stück „Die Möwe“ von Anton Tschechow entschieden und in intensiver Probenarbeit diesen russischen Klassiker erarbeitet. Entstanden ist eine absurde Komödie im Gewand eines klassischen Dramas.

Dramatische, hoch emotionale Szenen wechseln spielend in slapstickartige, absurde Passagen. Mit großer Leichtigkeit und sichtbarer Spielfreude agieren die Darsteller über die gesamten 90 Minuten. Und dem Zuschauer fällt es schwer, sich zu distanzieren.

Denn zum einen agieren die Darsteller bisweilen mitten unter ihnen, teilweise im Saal zwischen den Stuhlreihen, oder aber auf dem eigens in den Saal installierten Steg. Zum anderen schafft es Tschechow, mit seinem Stück und seinen Figuren so zeitlos und präzise zu sein, dass sich jeder Zuschauer in diesen Figuren wiederfinden kann. Oder zu seinem eigenen Leidwesen wiederfinden muss.

Die Probleme einzelner werden blass und verschwinden immer wieder unter dem „bunten“ Deckmantel der Nichtigkeiten, den alle Figuren nur allzu gern über die Geschehnisse werfen. Selbst im hochdramatischen Schlussakkord, nachdem die unglücklich verliebten Protagonisten ein letztes Mal aufeinandertreffen und unter Tränen feststellen müssen, dass sie nie wieder zueinanderfinden können und Kostja den Selbstmord wählt – selbst in diesem Moment der unumkehrbaren Katastrophe geht das illustre Leben der restlichen Darsteller wie auf Knopfdruck munter weiter. Und vorn auf dem Steg stehen achselzuckend „der Lehrer“ und „Trigorin“, die Sekunden zuvor noch den finalen Knall hinter der Bühne als tödlichen Schuss identifizierten.

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