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Science-Fiction aus Wetter: Thriller stellt Existenzfragen

Marcus Bannò aus Wetter hat sein zweites Buch vorgelegt. Es trägt den Titel: "Die Hütte im Wald".

Marcus Bannò aus Wetter hat sein zweites Buch vorgelegt. Es trägt den Titel: "Die Hütte im Wald".

Foto: Romi Jun

Wetter.  „Die Hütte im Wald“ ist das zweite Buch von Marcus Bannò aus Wetter. Er hat Tiefgründiges zu bieten.

Was ist Wahrheit, und was bedeutet Existenz? Liest man den neuen Science-Fiction-Thriller des Schriftstellers Marcus Bannò aus Wetter, wird der Lesende sich irgendwann diese Frage stellen: Was ist Realität, was nur Illusion?

Die Geschichte „Die Hütte im Wald“ wird aus zwei Perspektiven erzählt; es geht um die Frage, was den Menschen vom Roboter unterscheidet, aber auch um Verlust und um Liebe, die man, so sehr man es versuchen mag, doch nicht von der Festplatte der Erinnerungen löschen kann. Das Buch ist gerade erst veröffentlicht worden, und der gebürtige Hagener hat bereits viel positives Feedback in den Sozialen Medien dazu bekommen. Er lächelt, wenn er nach seiner Traumvorstellung für das Buch gefragt wird: „Ideal wäre, wenn dieser Roman die Kosten einspielt, die ich dafür aufbringen musste. Das ist ein teures Hobby, und es wäre schön, wenn es sich selber finanzieren würde“.

„Mein Buch basiert auf Story­twists, auf ,What the fuck?-Momenten’, wo der Leser überrascht wird, wo alles anders ist als zunächst angenommen“, erklärt Bannò und lässt den Leser auch mit seinen Fragen allein. Das Ende ist offen, der Leser selber muss entscheiden, was wahr ist. Nach überwältigender Resonanz zu seinem ersten Roman, „Revolution Nano“ veröffentlicht der gelernte Elektrotechniker jetzt sein zweites Werk. „Das zweite Buch war ungleich schwerer zu schreiben“, berichtet der 39-Jährige von dem Schreibprozess, „es beinhaltet auch meine eigenen Erfahrungen und hat dadurch eine sehr persönliche Note. Vielleicht hatte ich dadurch den Anspruch, es besonders perfekt zu machen“.

Robotertest-Anstalt

Der Hauptprotagonist, Steve, will sich nach schicksalhafter Vergangenheit, in der er Sohn und Frau verlor, in einer Hütte im Wald von seiner tiefen Depression erholen. Zu Beginn des Aufenthaltes stößt er auf eine ominöse Anlage, die sich von der Außenwelt abgeriegelt im Wald verbirgt. Gerüchte ranken sich um diesen Sicherheitstrakt, und Steve kommt dem Rätsel auf die Spur, als er auf einen nackten Verwirrten im Wald stößt. Dieser behauptet, aus der Anstalt zu stammen und ein Android, also ein menschenähnlicher Roboter, zu sein. In der Anstalt würde man Tests mit ihm und anderen seiner Art machen. Täglich würden sie in verschiedene, künstlich hergestellte Alltagssituationen versetzt und darin auf ihre Menschlichkeit getestet. Es werde an ihnen herumgeschraubt, Erinnerungen immer wieder gelöscht oder künstlich erstellt. Der Mensch als eine Datenmenge, als ein simulierbarer Mechanismus. Mit der Zeit gerät Steve selbst in die Lage sich der Frage nach seiner eigenen Menschlichkeit stellen zu müssen. Dabei reflektiert er die Liebe zu seiner Frau und erinnert sich an den traumatischen Tod seines Sohnes. Parallel zu dem Handlungsstrang werden Psychotherapie-Sitzungen der verstorbenen Frau verfolgt, und es wird eine andere Sicht der Dinge offenbart, die Steves Person zunehmend in Frage stellt.

Menschlichkeit?

Einerseits widmete sich der zurzeit wegen Krankheit arbeitsunfähige Autor dem Thema der künstlichen Intelligenz, deren Entwicklung, größtenteils noch wenig beleuchtet von den Medien, immer weiter fortschreitet. Andererseits möchte er auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten: „Mein Hauptanliegen ist es, eine spannende Geschichte zu erzählen“, betont Bannò. Es geht aber auch darum, dass am Ende vielleicht alles aus Daten, aus Informationen, besteht, menschliche Erinnerungen und sogar die Sinne. Und was macht uns dann noch zum Menschen? Für Bannò ist es „hoffentlich das Bewusstsein, was uns von der Maschine unterscheidet. Und die Liebe. Die sich als unauslöschbare Erinnerung wie ein roter Faden auch durch das Buch zieht“. Vielleicht als einzig unmanipulierbare Variable.

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