Wirtschaft

Sparkasse verbietet Plakate

Das Sparkassengebäude Wetter bei Nacht – aktuell gibt es eine neue Vorgabe fürs Anbringen von Plakaten, über die heimische Vereine sich geärgert haben.

Foto: Klaus Görzel

Das Sparkassengebäude Wetter bei Nacht – aktuell gibt es eine neue Vorgabe fürs Anbringen von Plakaten, über die heimische Vereine sich geärgert haben. Foto: Klaus Görzel

Wetter/Herdecke.   Vereine in Wetter äußern Unmut über eine neue Vorgabe. Vorstandsmitglied Christian Becke erklärt die Hintergründe.

Die Plakate für das Konzert sind gedruckt und müssen noch aufgehängt werden. An Säulen, in Türen oder Schaufenstern von Geschäften, möglichst dort, wo sie oft und gut gesehen werden. Auch die Schaufenster, Glastüren und Säulen in der Sparkasse eignen sich gut fürs Plakatieren. Doch damit ist jetzt Schluss. Das bekamen kürzlich heimische Vereine mitgeteilt, als sie – wie gewohnt – aktuelle Poster in der Hauptstelle an der Kaiserstraße aufhängen wollten und dort mit der neuen Vorgabe konfrontiert wurden. Unmut machte sich breit, den die Vereinsvertreter auch in die Lokalredaktion trugen. Sparkassen-Vorstand Christina Becke erläuterte, was hinter dem Plakatierverbot steckt.

„Das Thema ,äußeres Erscheinungsbild’ bewegt uns seit langem. In jedem Stadtteil sahen die Filialen durch die Plakatierungen anders aus, zum Teil wurde ohne Absprache aufgehängt. Wobei die meisten aber schon nachgefragt haben. Und es waren auch nicht immer nur Einheimische, die Poster aufgehängt haben. Wir haben uns dazu immer wieder Gedanken gemacht.Vor einigen Wochen haben wir schließlich entschieden, dass es nicht mehr so weitergehen soll wie bisher“, sagt Becke. In der Filiale in Grundschöttel etwa befänden sich Plakate auch an der Tür, und die ganze linke Scheibe sei „völlig zugeknallt“. Niemand schaue, wann die Veranstaltungen vorbei seien; manchmal würden die Plakate einfach heruntergerissen. „Und ich muss dann meine Leute anhalten, das wieder in Ordnung zu bringen.“

Unabhängig von der Fusion

Mit der Fusion habe das nichts zu tun, versicherte Christian Becke: „Nein, obwohl es zeitlich zusammenfällt. Aber auch wenn wir es vorher entschieden hätten oder währenddessen, es wäre immer damit in Zusammenhang gebracht worden. Wir wollen unsere Schaufenster für unsere eigene Werbung nutzen. Und wir glauben, dass das vertretbar ist“, so der Sparkassen-Vorstand weiter. Der Gedanke sei hier in Wetter gewachsen, die Entscheidung sei gefallen und werde „in Gevelsberg mitgetragen“.

Die Sparkasse sehe ihr Engagement überall dort, wo das Sparkassen-Logo draufstehe. Becke: „Überall dort hat die Sparkasse die Vereine monetär unterstützt. Und wir glauben, dass es reicht, wenn wir diese Unterstützung fortführen. Aber man muss uns zugestehen, dass wir unsere eigenen Angebote und Dienstleistungen auf den Flächen, die uns zur Verfügung stehen, präsentieren.“ Die Sparkasse wolle die Vereine weiter unterstützen bei Zwecken, „die wir für unterstützenswert halten. Und das hat auch Perspektive durch die Fusion. Viele Spenden in diesem Jahr und zukünftig sind nur durch die Fusion möglich“, versicherte Becke. Und das habe schließlich „etwas Positives auch für die, die jetzt meinen, es würde ihnen etwas weggenommen, wobei wir sie ja weiter unterstützen“.

Keine strikte Regelung in Herdecke

Dass es unter den anfänglichen Reaktionen bei Vereinsvertretern auch solche gegeben hat, die ankündigten, der Sparkasse als Geldinstitut dann komplett den Rücken zu zeigen, kommentierte Becke so: „Ich lasse mich nicht erpressen. Und im übrigen hätte ich es schön gefunden, erst mal mit mir zu reden statt zur Zeitung zu gehen.“

Dass Vereine gerade die vielbesuchten Geschäftsstellen der Sparkassen nutzen, um dort ihre Veranstaltungs-Poster zu platzieren, ist nicht nur in Wetter üblich (gewesen). Auch in der ebenfalls fusionierten Sparkasse HagenHerdecke ist das gang und gäbe. Auf Nachfrage erklärte das Vorstandssekretariat, dass es keine strikte Regelung bezüglich des Plakatierens gebe, sondern dass die Sparkasse HagenHerdecke dies „anlassbezogen“ handhabe.

Stadtmarketing und Citymanager

Die Stadtverwaltung, die sich auf den Weg gemacht hat, die Innenstadt neu aufzustellen und dabei vor allem Bürger, Vereine und Geschäftsleute mitzunehmen, verweist auf zwei zentrale Anlaufstellen fürs Plakatieren: „Das Stadtmarketing-Büro nutzen Vereine bereits und können das gerne weiterhin tun. Außerdem können Plakate auch im Schaufenster des Citymanagements aufgehängt werden“, sagt Stadtsprecher Jens Holsteg. Weitere Angebote zum Plakatieren seien derzeit nicht ins Auge gefasst.

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