Politik

SPD wirft den Grünen in Wetter Populismus und Lügen vor

Die von der Fällung bedrohten Platanen auf dem Gelände am Stadtsaal stehen zum Teil ganz dicht an Gebäuden wie dem Jugendzentrum.

Die von der Fällung bedrohten Platanen auf dem Gelände am Stadtsaal stehen zum Teil ganz dicht an Gebäuden wie dem Jugendzentrum.

Foto: Klaus Görzel

Wetter.  Eigentlich wollte die CDU um Peter Pierskalla nur endlich Klarheit in den Streit um die Platanen bringen und löste damit eine große Debatte aus.

Die Seite, von der der Antrag auf ein erneutes Gutachten zum Zustand der Platanen am Stadtsaal kam, überraschte im Stadtentwicklungs-, Wirtschaftsförderungs- und Bauausschuss etwas. Peter Pierskalla (CDU) wollte von der Verwaltung wissen, wie es denn nun wirklich um die Bäume bestellt ist.

„Ich bin beim Seefest ganz oft auf die Bäume angesprochen worden. Ob wir wirklich gesunde Bäume einfach weghauen wollen“, meint Pierskalla. Mit dem Gutachten wolle er endlich Klarheit in die Angelegenheit bringen und begründete Argumente liefern, warum die Platanen weichen sollen. Das Anliegen kam zustande, weil die Grünen eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Bäume gestartet hatten. Doch weniger der Vorstoß als viel mehr die erläuternde Textzeile auf der Unterschriftenliste sorgte letztlich für Tumult in der Sitzung. Dort stand: „Die Flächen um den Stadtsaal sollen neugestaltet werden. Dafür sollen 12 alte, aber gesunde Platanen gefällt werden.“ Das Wort gesund stieß den Ausschussmitgliedern übel auf.

Informationspflicht vernachlässigt

Die SPD warf daraufhin den Grünen vor, die Diskussion um die Neugestaltung der Außenanlagen am Stadtsaal in den vergangenen Wochen nicht aufrichtig geführt zu haben. Die Fraktion habe ihre Informationspflicht sträflich vernachlässigt, arbeite mit Halbwahrheiten und betone nur die Fakten, die ihre ideologische Linie unterstütze. „So macht man keine verantwortungsvolle Politik, so macht man Populismus“, erklärte Dr. Peter Zinn (SPD) erbost. Er habe am Wochenende mit einigen Wetteranern einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Auch da seien die Platanen ein Thema gewesen. „Als ich den Leuten berichtet habe, dass die Stadt für die zwölf Bäume als Ersatz 40 andere, klimabeständige Bäume pflanzt, waren sie ganz erstaunt. Das hätten sie nicht gewusst“, berichtet er.

Doch was ist denn nun wirklich mit den Platanen? Um diese Frage zu klären, brauche es kein neues Gutachten, erklärte die Fachbereichsleiterin Bauwesen Birgit Gräfen-Loer. Die Bäume werden jedes Jahr mindestens zweimal kontrolliert. Wenn es gewünscht wäre, dann könnten auch die Mitarbeiter Bericht erstatten. Die CDU, die diesen Antrag gestellt hatte, zeigte sich einverstanden. „Es geht uns nicht um die Durchsetzung eines Antrags, sondern lediglich darum, unseren Bürgern Antworten auf die Fragen zu geben und die Gerüchteküche abzustellen“, so Pierskalla.

Fast alle Platanen krank

Aus diesen Berichten der Vergangenheit gehe bereits hervor, dass bis auf drei Bäume alle Platanen von einem Pilz befallen seien. Diese Massaria-Krankheit gefährde zwar nicht die Standsicherheit der Pflanzen, sorge aber dafür, dass Äste aus der Krone abbrechen, die zum Teil auch einen größeren Umfang haben könnten. Aufgrund dieser Aussagen, sei die Behauptung der Grünen, dass zwölf gesunde Bäume gefällt würden, eine Lüge, meint Zinn. Sigrid Haag (Grüne) reagierte auf diesen Vorwurf beschwichtigend: „Da ist uns dann wohl ein Fehler unterlaufen“, gibt sie zu. Das ändere jedoch nichts an ihrer Ansicht, dass die Fällung der Bäume überdacht werden solle.

Birgit Gräfen-Loer konnte bei diesen Worten nur mit dem Kopf schütteln, denn: „Wir sind schon über das Thema hinaus. Sie haben uns bereits den Auftrag erteilt. Es gibt einen Beschluss, die Planungen am Stadtsaal voranzutreiben.“ Zudem sei nicht nur die Krankheit der Platanen ausschlaggebend für die Planungen gewesen. Die Bäume stünden auch viel zu dicht an der Bebauung.

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