Mein Gott

Spielen ist gesund für Körper und Seele

Pfarrerin Kerstin Othmer aus Herdecke ist Dozentin und Beauftragte für Kindergottesdienst.

Pfarrerin Kerstin Othmer aus Herdecke ist Dozentin und Beauftragte für Kindergottesdienst.

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Herbst ist ein wahrer Künstler. Er malt die Blätter gelb, orange, rot, dunkelgrün und bunt. Geht der Wind, dann wirbelt das farbige Laub durcheinander. Der Herbst spielt mit Farben, der Wind mit den Blättern. Spielen ist toll. Es belebt und macht Spaß. Wer spielt, fragt nicht nach Ziel und Zeit. Vielleicht im Wettspiel oder im Sport, aber auch da nicht immer und nur.


Spielen entspannt, wer spielt, der muss oft lachen, auch über sich selbst. Spielen ist befreiend und belebend und weckt alle Kreativität. Es gibt das Spiel der unbegrenzten Möglichkeiten, einfach so tun als ob. Die Erwachsenen spielen seltener und weniger als Kinder, oder? Spielen ist gesund für Körper und Seele. Das wird zu oft aufs Spiel gesetzt für Wirtschaft oder Wissenschaft. Das Spiel ist leicht und offen. Und mit Farben und Formen zu spielen ist anregend und oft erstaunlich. Wie häufig stehen Kunst und Unterhaltung auf dem Spiel?


Es gibt viele Spielräume. Große Künstlerinnen und Künstler haben sich auf der Leinwand mit Ölfarben ausgetobt wie der Herbst. Frauen und Männer ließen Stifte über die Notenlinien sausen und malten Musik. Die kann man spielen und sogar den Herbst hören.


Es ist keine verbummelte Zeit zu spielen. Im Spiel erweitern wir Fähigkeiten. Spielerisch lernen ist am schönsten und unterhaltsamsten und nachhaltigsten. Auf der Bühne, im Chor, auf der Wiese, in der Turnhalle, am Tisch oder im Auto – das Spielen hat keine Grenze, sonst ist es kein Spiel mehr, sondern Ernst.


Jeder Mensch hat da eine besondere Begabung. Spieltalente gibt es zur Genüge. Manchmal liegen sie nur brach. Im biblischen Kontext wird gern vor Gott gespielt. Gott hat uns ja schließlich gemacht – und den Herbst. Vor Gott zu singen, zu tanzen, zu spielen, das ist wie Beten. Schau, Gott, was ich tu und dir zeige! Damit danke ich dir von Herzen, dass ich spielen kann. Musik kann heilsam sein, Bewegung kann Gemeinschaft stärken, Farben können das Herz erfreuen.


Die Freude am Spiel mit Klängen, Farben und Spielkameradinnen und –kameraden ist eine herrliche Gabe Gottes. Die möchte ich nicht verspielen. Der Herbst und sein Farbenspiel haben mich gerade daran erinnert.

Pfarrerin Kerstin Othmer aus Herdecke ist Dozentin und Beauftragte für Kindergottesdienst

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben