Medizin

Sprechstunde für Leserinnen – Gynäkologe gibt Frauen Tipps

Lesedauer: 3 Minuten
Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ist geprüftes Endometriosezentrum. Dr. Annette Voigt, Dr. Barbara Blankenburg, Oberarzt Roman Bolotin und Jasmin Kühn (von links) kümmern sich um die jungen Frauen. 

Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ist geprüftes Endometriosezentrum. Dr. Annette Voigt, Dr. Barbara Blankenburg, Oberarzt Roman Bolotin und Jasmin Kühn (von links) kümmern sich um die jungen Frauen. 

Foto: Yvonne Held / Archiv

Herdecke.  Sprechstunde für Leserinnen: Wer Probleme (Beckenboden, Inkontinenz) hat, kann am Donnerstag Oberarzt Bolotin vom Krankenhaus Herdecke anrufen.

Beckenbodenschwäche und Inkontinenz – viele Frauen sind davon betroffen. Über diese Themen offen zu sprechen, empfinden sie jedoch häufig als extrem unangenehm. Nicht selten glauben Betroffene sogar, dass Inkontinenz ab einem gewissen Alter oder zum Beispiel nach einer Schwangerschaft quasi dazugehört. Und finden sich damit ab, ohne jemals ärztliche Hilfe gesucht zu haben.

Die bietet die Lokalredaktion nun gemeinsam mit dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke in ihrer nächsten Medizin-Sprechstunde an. Leserinnen können sich an diesem Donnerstag, 6. Mai, telefonisch und anonym an einen Experten wenden.

Leitung eine Stunde geschaltet

Roman Bolotin, ein erfahrener Gynäkologe und Leitender Oberarzt am Krankenhaus in Westende, kann Anruferinnen viele Möglichkeiten aufzeigen, um Frauen mit einer Beckenbodenschwäche oder einer Inkontinenz zu helfen. Ziel: die Lebensqualität erheblich zu verbessern – und das gilt für alle Altersgruppen. Um diese wichtigen Themen von ihrem Schattendasein zu befreien und offen darüber zu sprechen, können Betroffene nun eine Stunde lang ihre Fragen stellen. Wer eine kostenlose Auskunft beispielsweise zu den bestehenden Therapieoptionen erhalten möchte, kann am 6. Mai zwischen 10 und 11 Uhr diese Telefonnummer wählen: 02330/62-2434. Niemand muss den Namen nennen, Altersangaben helfen bei der Einordnung der Probleme.

Das zertifizierte Beckenboden- und Inkontinenzzentrum am Gemeinschaftskrankenhaus ist eine Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft. Dort ist Roman Bolotin als ärztlicher Ansprechpartner gelistet. Er weiß aus Erfahrung, dass Harninkontinenz für viele Betroffene ein Tabuthema darstellt, das – meist aus Scham – gar nicht oder nur sehr ungern mit dem Frauenarzt besprochen wird. Dabei ist die Erkrankung sogar recht weit verbreitet: In Deutschland gibt es Schätzungen, dass jede dritte bis vierte Frau irgendwann in ihrem Leben an Harninkontinenz (zumindest vorübergehend) erkrankt.

Ungewollt entweicht Urin

Bei der Harninkontinenz gibt es unterschiedliche Formen. Am häufigsten leiden Patientinnen an der sogenannten Belastungsinkontinenz. Beim Husten, Lachen, Niesen oder beim Sport kann ungewollt Urin entweichen. Auch die Dranginkontinenz, bei der der Harndrang nicht zu beherrschen ist, tritt häufig auf. Mögliche Ursachen für eine Blasenschwäche können etwa eine Erschlaffung des Bindegewebes, eine Schwäche der Beckenmuskulatur, die Senkung der Scheide, Gebärmutter und Blase, ein Mangel an Östrogenen, Geburten oder schwere körperliche Arbeit sein.

Endometriosezentrum zertifiziert

Zudem wurde das Endometriosezentrum der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke nach erfolgreicher Überprüfung der Struktur- und Prozessqualität als „klinisches Endometriosezentrum“ vor einiger Zeit erneut zertifiziert. Als Endometriose werden gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter bezeichnet. Es handelt sich um eine komplexe chronische Erkrankung, die häufig lange unentdeckt bleibt, weil die Symptome und Folgen stark variieren.

Meist suchen von Endometriose betroffene Frauen ihren Gynäkologen auf, weil sie unter starken Schmerzen während der Regelblutung oder chronischen Unterbauchschmerzen leiden. Die Erkrankung kann zudem die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Schätzungen zufolge erkranken bis zu zwölf Prozent aller Frauen in der Zeit ihrer ersten Regelblutung bis zum Eintritt der Wechseljahre daran. Während etwa die Hälfte aller Betroffenen keine Symptome spüren, leiden andere sehr unter Regelschmerzen.

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