Politik

Stadt Herdecke erhält keine Fördergelder für das Freibad

Das Freibad in Herdecke muss dringend saniert werden, doch es fehlen die Mittel.

Das Freibad in Herdecke muss dringend saniert werden, doch es fehlen die Mittel.

Foto: Jürgen Theobald

Herdecke.   Die Nachricht ist ernüchternd, hatten doch zuletzt alle Beteiligten auf Bundesmittel für die Sanierung des Freibads gehofft.

Der Traum von der Finanzspritze aus Bundesmitteln für die Sanierung des Freibades Herdecke ist geplatzt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung am 10. April 2019 die Förderung von 186 kommunalen Projekten beschlossen. Der Antrag der Stadt Herdecke wurde dabei nicht berücksichtigt.

Rückblick

Der Rat der Stadt Herdecke hatte im Spätsommer des vergangenen Jahres die Teilnahme an dem Förderprogramm des Bundes beschlossen, nachdem zuvor Alternativlösungen diskutiert worden waren. 300 Millionen Euro sind in Berlin für die Sanierung von kommunalen Einrichtungen zur Verfügung gestellt worden. Die Stadt hatte daraufhin in der Projektbeschreibung das Gutachten zum Sanierungsstau beim Freibad zugrunde gelegt.

Mit 4 bis 4,5 Millionen Euro wird darin der langfristige Erneuerungsbedarf beziffert. Aber nicht nur beim Freibad hoffte die Verwaltung auf Fördermittel aus dem Programm. „Wir haben das marode Kleinhallenbad nebenan gleich mit angemeldet“, so Stadtsprecher Dennis Osberg damals. Dadurch wäre ein Sanierungsvolumen von gut sechs Millionen Euro zusammengekommen. 45 Prozent sollten vom Bund kommen, den Rest hätte die Kommune tragen müssen. Für die Stadt Herdecke hätte das eine Belastung von rund 3 Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2022 bedeutet.

Alternativen

Durch den Beschluss des Rates waren die zunächst vorgeschlagenen Alternativlösungen der Stadtverwaltung auf Eis gelegt worden, weil man die Förderentscheidung abwarten wollte. „Jetzt muss die aktuelle politische Diskussion abgewartet werden, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen“, erläutert Stadtsprecherin Lena Siegel.

Wie bereits berichtet, ist seit Jahren schon klar, dass es beim Freibad am Bleichstein einen ziemlichen Renovierungsstau gibt. So richtig in Bewegung gekommen ist die Diskussion über die Zukunft des Bades aber erst, als das Rathaus mit einem konkreten Vorschlag zur Rettung aus der Finanzmisere um die Ecke gekommen ist. Im Auftrag des Rates hatten sich Rathausmitarbeiter umgehört, ob nicht vielleicht Investoren an dem Betrieb des Freibades interessiert sein könnten. Einer war sehr interessiert, möchte aber im Gegenzug auf den Bleichsteinwiesen ein Wellness-Hotel bauen. Als die Verwaltung diese grundsätzliche Möglichkeit auf einer Bürgerversammlung im Juni vorstellte, schlugen die Wogen hoch. Es gab vielfach klare Ablehnung, aber auch die Frage, ob Herdecke sich ein teures Bad leisten könne und müsse. Schließlich gebe es in den Nachbarstädten genügend weitere Bäder. Der Investor wird auf jeden Fall vorläufig nicht zum Zug kommen: SPD und Grüne haben erklärt, dass die Wiese am Bleichstein für sie als Freizeitfläche für die Bürger unverzichtbar ist. Auch an einer anderer Stelle soll erstmal kein Hotel gebaut werden.

Hallenbad

Doch nicht nur das Freibad hat eine Sanierung dringen nötig. 1,8 Millionen Euro würde eine Auffrischung für das benachbarte Hallenbad kosten. Die Lüftung wäre zu erneuern. Auch seien die Becken in Teilen undicht.

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