Feuerwehr

Nach Stein-Attacke auf Feuerwehr: Wetter schlägt Alarm

Freiwillig für die Bürger im Einsatz

Freiwillig für die Bürger im Einsatz

Foto: WP

Wetter.   Empörte Stimmen nach Angriff auf Freiwillige Feuerwehr. Bürger und Politiker sprechen von Verrohung der Gesellschaft und fordern härtere Strafen.

Der Vorfall von der Nacht zu Samstag, bei dem die Freiwillige Feuerwehr während eines Löscheinsatzes mit Steinen beworfen wurde, sorgt weiterhin für Empörung. Nun äußern sich auch die Politiker vor Ort zu dem Thema.

„Zuerst mal muss in Wetter, wenn wir über Feuerwehr reden, immer betont werden: Wir haben hier ausschließlich eine Freiwillige Feuerwehr. Für diesen Einsatz kann ein jeder Wetteraner gar nicht genug Danke sagen“, schreibt Dr. Peter Zinn (SPD) in einer Stellungnahme zum Thema. „Wenn ganz im Gegenteil aber irgendwelche Arschlöcher ankommen, die (so ist es ja stark zu vermuten) mitten in der Nacht einen Papiercontainer anzünden, um Feuerwehrleute regelrecht anzulocken, so dass man sie dann mit Steinen attackieren kann, dann ist das kein dummer Streich von Halbstarken mehr, sondern ein weiteres erschreckendes Zeichen für die Verrohung unserer Gesellschaft, die wir in den letzten Jahren an so vielen Ecken und Enden feststellen müssen“, so Zinn weiter.

Attacke auf Feuerwehr: Entrüstung auch bei Wetteranern im Internet

Und er ist mit seiner Entrüstung nicht allein. Viele Leser haben beispielsweise auf der Facebook-Seite der Zeitung ihrem Unmut Luft gemacht. „Unfassbar! Diese Bekloppten sollten mal selbst hilfsbedürftig sein. Mal sehen, wer dann womit wirft“, meint Ulla Schmoll. „Ist traurig, das sowas passiert. Die sollte man mal zur Feuerwehr schicken und Dienst tun lassen, mal schauen, ob sie dann auch noch mit Steinen werfen“, sagt Renate Schlieker.

Cora Buechner fordert: „Solche Angriffe müssten im Schnellverfahren mit mindestens sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt werden. Auch im Jugendstrafrecht.“ Jutta Wirtz fragt sich: „Die Bekloppten werden immer mehr. Woran liegt das bloß?“

Anzeige wurde gestellt

Doch was sagt die Feuerwehr selbst zu dem Vorfall? Wird es dazu Konsequenzen geben? „Wir machen unsere Arbeit wie bisher und lassen uns davon nicht abschrecken. Ein Bekloppter kann uns nicht vergraulen“, erklärt Feuerwehrsprecher Patric Poblotzki auf Anfrage. Die Stadt habe Anzeige gestellt, alles weitere müsse die Juristerei klären.

Den Vorwurf, dass es schließlich nur kleine Steine gewesen sind, die dort geworfen wurden, kann Poblotzki nicht nachvollziehen. „Für mich ist es keinen Unterschied, ob es große oder kleine Steine sind. Das war ein Angriff auf unsere Einsatzkräfte“, sagt er. Rachegelüste seien jedoch bei den Einsatzkräften nicht zu spüren. Im Gegenteil: „Selbst wenn er uns gegenüberstehen würde, würden wir nicht mit Steinen zurückwerfen. Auf das Niveau lassen wir uns nicht runter.“

Für Dr. Peter Zinn ist aus dem Vorfall nur ein Resümee zu ziehen: „Wir brauchen eine Stärkung unserer Zivilgesellschaft, wir müssen wieder menschlicher werden und mehr Empathie für unsere Mitbürger zulassen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik