Lärm

Straßen NRW hilft nur mit Schallschutzfenstern gegen Lärm

Gegen Verkehrslärm helfen Schallschutzfenster. Betroffene Eigentümer werden nach Absprache durch den Landesbetrieb Straßen NRW beim Einbau finanziell unterstützt.

Gegen Verkehrslärm helfen Schallschutzfenster. Betroffene Eigentümer werden nach Absprache durch den Landesbetrieb Straßen NRW beim Einbau finanziell unterstützt.

Foto: WP

Wetter.   Einstimmig hat der Verkehrsausschuss den ersten Lärmaktionsplan für Wetter verabschiedet. Er dokumentiert Bereiche, die besonders vom Verkehrslärm betroffen sind,Vorschläge von Bürgern zur Lärmminderung und Maßnahmen zur Umsetzung.

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Unterschiedliche Vorschläge machten Anwohner aus ausgewählten Problembereichen in Volmarstein, Grundschöttel, Wengern und der oberen Kaiserstraße zur Verminderung des Lärms vor ihrer Haustür. Insgesamt fünf mündliche und neun schriftliche Stellungnahmen gingen während der öffentliche Auslegung des Lärmaktionsplan-Entwurfes vor genau einem Jahr bei der Stadt ein. Am Mittwoch verabschiedete der Umwelt- und Verkehrsausschuss nun diesen ersten Lärmaktionsplan für die Stadt Wetter einstimmig. Aus ihm geht u.a. hervor, welche Maßnahmen der Landesbetrieb Straßen NRW als zuständige Behörde umsetzen wird.

Tempolimit und Lärmschutzwand

Zu den Anregungen von Eigentümern der Straße An der Kohlenbahn (L 807) in Volmarstein gehörten u.a. der Einbau von lärmarmen Fahrbahnbelägen, die komplette Erneuerung der Fahrbahndecke, eine schalldämmende Begrünung entlang der Autobahn sowie eine Verlängerung und Erhöhung der Lärmschutzwand im Bereich Kohlenbahn/Heiler Straße. Vorschläge gab es auch in Bezug auf Kontroll- oder Ordnungsmaßnahmen: Temporeduzierung auf 30, 40 oder 50 km/h für die Kohlenbahn, Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn etwa auf 100 km/h in den Nachtstunden und Aufstellung einer stationären Blitze in Fahrtrichtung Hagen.

Für Grundschöttel regten Anwohner u.a. an, eine Lärmschutzwand entlang der Grundschötteler Straße vor dem Kreisverkehr zu errichten und nach Möglichkeit Schallschutzfenster einzubauen. Ebenfalls vorgeschlagen: die Reduzierung des zulässigen Tempos auf 50 km/h außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Auch aus Wengern kamen Ideen zur Lärmreduzierung auf der Osterfeldstraße. Mittelinseln oder Fahrbahnverengungen sollen dort zur Geschwindigkeitsdämpfung errichtet werden, lärmarme Fahrbahnbeläge, Tempo 30 und ein Verbot von Lkw-Durchfahrten wurden vorgeschlagen. Letztlich hatten Eigentümer im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung angeregt, auch die obere Kaiserstraße in den Lärmaktionsplan einzubeziehen.

Hauptergebnis der anschließenden Stellungnahme des Landesbetriebs Straßen NRW: Verkehrslärm an Hauptverkehrsstraßen lasse sich kaum oder wenig effektiv mit baulichen Maßnahmen reduzieren, weswegen solche Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Erneuerungen von Straßendecken etwa würden nur wegen eines schlechten Straßenzustands, nicht aber aus Gründen des Lärmschutzes durchgeführt. Unterstützt werden dagegen der Einbau von Schallschutzfenstern und Schalldämmlüftern – 75 Prozent der Kosten übernimmt Straßen NRW, Eigentümer müssen einen Eigenanteil von 25 % leisten.

Nun wird die Stadt alle betroffenen Eigentümer anschreiben, die sich dann für eine Lärmsanierung durch den Einbau von Schallschutzfenstern (oder Lüftern) an Straßen NRW wenden können. Die Behörde prüft, ob ein Anspruch auf Zuschuss besteht. „Über 550 Briefe haben wir schon verschickt. 30 Fälle sind bereits bearbeitet“, erläuterte Brigitte Marquardt vom Fachdienst Umwelt und Verkehr. Fristen gebe es für eine Antragstellung nicht.

Aktionsplan stets im Wandel

Brigitte Marquardt erklärte außerdem, dass die dem Lärmaktionsplan zugrunde liegenden Daten sich auf die letzte Verkehrszählung im Jahr 2010 beziehen. „Die nächste Verkehrszählung findet 2015 statt. Es kann also sein, dass sich bis dahin Zahlen verändert haben und einige Häuser an den Straßen noch hinzukommen bzw. weitere Eigentümer, die anspruchsberechtigt sein können.“

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