Schützen

Svenja schießt zum zweiten Mal den Vogel ab

Die neue Jugendkönigin Svenja Karl (17) präsentiert den Holzvogel in Vereinstracht mit einem Teil ihrer Orden.

Die neue Jugendkönigin Svenja Karl (17) präsentiert den Holzvogel in Vereinstracht mit einem Teil ihrer Orden.

Foto: Ann-Kathrin Kohlhaw

Wetter.   17-Jährige Schülerin wird Jugendkönigin Schützenverein in Wengern Oberwengern 08/56. Sie ist begeistert von diesem Sport.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Schießen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nie“ behauptet Svenja Karl. Die 17-Jährige ist nun zum zweiten Mal Jugendkönigin im Schützenverein Wengern Oberwengern 08/56 e.V. geworden. Der Kampf um den Thron dauerte gut vier Stunden, und nach 440 Schuss setzte sie sich gegen ihre fünf Mitkonkurrenten durch.

Zu dem eher ungewöhnlichen Hobby fand die junge Wetteranerin im Oktober 2012. Ihr Bruder, Justin Karl, wollte dem Schützenverein beitreten und weckte so ihr Interesse daran. Mittlerweile sind auch die Eltern Mitglieder.

Bereits nach einem Jahr wurde Svenja Jugendschützenkönigin und ließ den Vogel von der Stange fallen. Das lag vor allem an dem anfänglich sehr intensivem Training. Zudem fällt das Schießen ihr auch nach einer längeren Pause noch immer leicht, sie vergleicht es mit Schwimmen und Fahrradfahren. „Ich kann mir nicht vorstellen, in naher Zukunft damit aufzuhören. Der Sport ist sehr schön, mit den richtigen Leuten noch besser. Und im Verein ist man immer willkommen, die anderen dort sind wie eine zweite Familie für mich“, sagt sie.

Vertreterin des Vereins

Bevor der erste Schuss gefallen ist, hat die Schülerin mit einfachen Haltungs- und Atemübungen begonnen. Hinzu kam noch das Zielen, wobei sie damit „nie wirklich Probleme hatte“. Mit der Zeit wurde sie immer sicherer, was sich an den gesammelten Orden zeigt. Die neueste Auszeichnung erhält sie am 2. September, denn zu einer Jugendkönigin gehört auch ihre Krone.

Mit dieser und der Vereinstracht darf sie die Jugend ihres Vereins beim Zug durch Wetter vertreten, wenn ein Wochenende später das Straßenkulturfestival in Alt-Wetter steigt. Eine typische Aufgabe einer Jugendkönigin. Und auch wenn es mal wieder Zeit für einen Königsball ist, hält sie in einem schicken Kleid bei anderen Schützenvereinen die Fahne von Wengern Oberwengern 08/56 hoch. „Irgendwo hat es seinen ganz eigenen Charme, wenn ich mir zu den ganzen Feiern und Bällen immer neue Kleider kaufen kann“, fasst sie die Vorzüge ihrer Position im Verein in Worte. „Als Jugendkönigin gibt es diese finanzielle Last nicht, ganz im Gegenteil. Ich kann bei dem erwachsenen Königspaar mit am Tisch sitzen und bekomme Essen und Trinken umsonst“, sagt sie und freut sich zudem über so manches Geschenk der Vereinsmitglieder.

Das Beisammensein zählt

Für Svenja ist die beste Veranstaltung des Schützenvereins ganz klar das Osterpreisschießen. Es zeige, dass auch Wettkämpfe sehr unterhaltsam sein können. „Viele Jugendliche haben ein falsches Bild von dieser Sportart und von den Leuten im Verein. Ich glaube, deshalb gehen immer weniger junge Menschen zu den Schützenfesten und nehmen am Vereinsleben teil. Das ist schade, denn es macht sich in der Jugend schon bemerkbar, dass kaum noch neue Mitglieder hinzu kommen“, sagt die 17-Jährige über ihre Altersgenossen. Sie betont vor allem die Ungezwungenheit, „man muss nicht an den Wettschießen teilnehmen oder zu jeder Veranstaltung kommen. Es ist das Beisammensein das zählt.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben