Bauarbeiten

Talbrücke Volmarstein auf A1 wird erst im Herbst 2022 fertig

Auf der A1 läuft der Ersatzneubau für eine Hälfte (in Fahrtrichtung Bremen) der Talbrücke Volmarstein. Das dauert länger, erklärten Vertreter der Deges, der eigens dafür gegründeten Baufirma von der ARGE Talbrücke Volmarstein sowie vom Ingenieur-Büro Krebs und Kiefer.

Auf der A1 läuft der Ersatzneubau für eine Hälfte (in Fahrtrichtung Bremen) der Talbrücke Volmarstein. Das dauert länger, erklärten Vertreter der Deges, der eigens dafür gegründeten Baufirma von der ARGE Talbrücke Volmarstein sowie vom Ingenieur-Büro Krebs und Kiefer.

Foto: Steffen Gerber

Volmarstein.  Die A1-Bauarbeiten in Volmarstein dauern bis 2022. Die Deges will den Verkehr ab Sommer/Herbst 2021 sechsspurig führen und die Auffahrt freigeben

Beim letzten Baustellenbesuch der Lokalredaktion gaben die Verantwortlichen keine aktualisierten Termine an, wie lange auf der A1 der Ersatzneubau der Talbrücke Volmarstein insgesamt dauern wird. Zugunsten einer optimierten Verkehrsführung auf diesem vielbefahrenen Autobahn-Teilstück kündigten die beteiligten Betriebe aber an, dass die ursprüngliche Datierung zur Fertigstellung (Ende 2020) nicht zu halten sei. Beim Rundgang in dieser Woche nannte die Projektleiterin dem Reporter zwei neue Zeitfenster. „Die Gesamtmaßnahme wollen wir im Sommer/Herbst 2022 abschließen“, sagt Ines Nordhaus.

Zudem berichtete die Ingenieurin der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), dass die Firmen den derzeit laufenden Neubau der ersten Brückenhälfte im Sommer/Herbst 2021 für den Verkehr freigeben wollen. Das soll – wie berichtet – die täglichen Staus deutlich reduzieren, zumal dann wieder sechs statt bisher vier Fahrspuren zur Verfügung stehen sollen.

Verschiebung nach vorne oder hinten

Dazu können Auto- und Lkw-Fahrer voraussichtlich ab jenem Zeitpunkt auch die seit Januar 2018 gesperrte Auffahrt in Richtung Bremen wieder nutzen. Das könne sich je nach Witterung aber auch verzögern. Oder im günstigen Fall sogar schneller abwickeln lassen. „Wir motivieren die Baufirma und haben auch eine Beschleunigungsvergütung in Aussicht gestellt“, so die die Projektleiterin.

„Wir halten den zeitlichen Verzug zugunsten eines besseren Verkehrsflusses für sinnvoll und berücksichtigen dabei auch den politischen Willen“, erklärt Nordhaus und erinnert an das A1-Aktionsbündnis, das Optimierungen bei der Baustelle forderte. Das bedingt höhere Kosten. Gingen die Planer zunächst von 25 Millionen Euro aus, komme ein siebenstelliger Betrag hinzu. Für all das waren viele Gespräche und neue Konzepte nötig, schließlich muss die erste Brückenhälfte am Hang übergangsweise die gesamte Last tragen.

Daran werkeln momentan täglich rund 40 Bauarbeiter, zudem ist ein knappes Dutzend Ingenieure auf der Großbaustelle aktiv. Täglich meist von 7 bis 18 Uhr, dazu jeden Samstag und zuletzt auch an Feiertagen mit entsprechenden Ausgleichszeiten. „Die Planungsphase ist abgeschlossen, die Umsetzung steht im Vordergrund“, sagt Ludger Loers. Der Prokurist der Bauüberwachungs-Firma Krebs und Kiefer schaut auf die vielen Stellen, an denen es momentan vorwärts geht. „Das überarbeitete Konzept und die Abläufe greifen“, ergänzt Ines Nordhaus. Dabei haben die Beteiligten stets drei Aspekte im Blick: Sicherheit, Verkehr und Optimierungsmöglichkeiten.

Ende März begannen nun die Gründungsarbeiten neben der Autobahn für das Bauwerk in Fahrtrichtung Bremen. Die Fortschritte sind unverkennbar. „Es ist schon manches fertig, vieles ist auf dem richtigen Weg“, sagt Selcuk Yuca von der Dortmunder BeMo Tunnelling GmbH, die zur eigens gegründeten Arbeitsgemeinschaft Talbrücke Volmarstein gehört. Dabei geht es um zwei Abschnitte: um die Unterbauten und den „technisch durchaus anspruchsvollen Überbau“.

Der Reihe nach. Erledigt hat die Baufirma in Sachen Unterbauten alle Tiefgründungen für den ersten von zwei Abschnitten. Das erste der zwei Widerlager sei an der derzeit entstehenden Brücke hergestellt. Für Baustellenbesucher gut sichtbar: 40 Prozent der neuen und knapp zwölf Meter hohen Pfeiler stehen. Das erfolgte mit einer umgerüstete Maschine, schließlich sollte niemand bei den Tiefgründungsarbeiten (20 Meter in den Boden hinein) mit Ausholbewegungen in 16 Metern Höhe die darüber befindlichen Hochspannungsleitungen beschädigen. Das erste der zwei Widerlager ist an der derzeit entstehenden Brücke hergestellt. „Auch das Betonieren der Pfeiler war und ist recht aufwendig, auch dafür müssen Hebegeräte tonnenschwere Lasten unter den Stromleitungen bewegen“, so Yuca.

Überbau in zehn Takten

Bleibt der Blick auf den Überbau. In zehn Feldern fertigen die Firmen die neue Autobahnbrückenhälfte. Eine Teilstrecke beträgt 30 Meter, nur die zwei Anschlüsse zur bestehenden Fahrbahn sind etwas kürzer. Im Juli begann dafür die Montage eines so genannten Vorschubgerüstes. Angesichts dieser stählernen Stützkonstruktion, die regelmäßig beim Bau von Spannbetonbrücken zum Einsatz kommt, muss niemand zehn Mal ein einzelnes Traggerüst aufstellen. „Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die tonnenschwere Konstruktion schnell von Bauabschnitt zu Bauabschnitt verfahren werden kann“, sagt Selcuk Yuca.

Das Vorschubgerüst inklusive Vor- und Nachläufer kommt dann auch beim Bau der zweiten Brückenhälfte für die Strecke Richtung Köln zum Einsatz. Die Bauverantwortlichen sind optimistisch: „So, wie es derzeit läuft, kann es gerne weitergehen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben