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Tempo 30 gilt in Kürze nur vor den Geschäften in Wengern

Auf der Osterfeldstraße in Wengern wird es schon mal eng, in Kürze gilt vor den Geschäften Tempo 30.

Foto: Klaus Görzel

Auf der Osterfeldstraße in Wengern wird es schon mal eng, in Kürze gilt vor den Geschäften Tempo 30. Foto: Klaus Görzel

Wengern.   In Kürze gilt im Ortskern von Wengern auf der Osterfeldstraße vor den Geschäften Tempo 30. Für die Mühlenstraße Herdecke ist dies nicht in Sicht.

Vor einem Monat verständigten sich der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW, die Stadt Wetter und die Polizei darauf, in der Osterfeldstraße im Ortskern von Wengern Tempo 30 einzurichten. Mittlerweile ist auch klar, für welchen Abschnitt das erfolgt: Die Geschwindigkeitsreduzierung um 20 von derzeit geltenden 50 km/h greift zwischen der Einmündung Max-Gruhl-Straße und der Wittener Straße (Höhe Hausnummer 5). Natürlich in beiden Richtungen, damit Fahrer aus Oberwengern und auch aus Bommern bremsen.

„Uns war und ist wichtig, dass die reduzierte Geschwindigkeit auch in der Kurve am Abzweig Schmiedestraße gilt“, sagt Andreas Berg vom Landesbetrieb, der sich seit Jahren mit der Thematik beschäftigt. Der Mitarbeiter aus der Abteilung Betrieb und Verkehr verweist auf die gesetzlichen Vorgaben: Eine Tempo-30-Zone darf nicht länger als 300 Meter sein. „In Wengern wird es etwas mehr, da lassen wir Fünfe gerade sein.“

Anderer Anwohner-Wunsch

Anwohner hatten sich – wie berichtet – gewünscht, dass das neue Tempolimit bereits ab dem Ortseingang am Übergang zur Oberwengerner Straße gilt. Zumal vor dem Abzweig Max-Gruhl-Straße auch der Stollenweg zur Grundschule Wengern führt. „Diese liegt aber in zweiter Reihe und spielt daher keine Rolle. Hätte sie einen unmittelbaren Zugang zur Osterfeldstraße, hätten wir das berücksichtigen können“, erklärt Berg.

Hintergrund: Nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung 2016 lässt sich eine Tempo-30-Zone nicht nur an Unfallschwerpunkten, sondern auch zum Schutz für Einrichtungen wie Schulen oder Altenheimen anordnen. Da aktuell die Firma Bleistahl an der Osterfeldstraße 28 einen Neubau mit einer Seniorentagespflege sowie Demenz-WG errichten lässt und dieses Gebäude direkt am Bürgersteig liegt, ist eine Vorgabe erfüllt. „Wir können nicht willkürlich Tempo-30-Zonen einrichten“, so Berg. Der tödliche Unfall vom 7. Dezember, als ein Senior an einem Zebrastreifen in Wengern von einem Auto erfasst wurde, habe bei der Umsetzung der Maßnahme konkret keine Rolle gespielt.

Der Mitarbeiter des Landesbetriebs erinnert auch daran, dass Straßen NRW vor einigen Monaten am besagten Ortseingang zur Geschwindigkeitsreduzierung und zugunsten des Radwegs die Fahrbahn schmaler gemacht sowie neue Markierungen angebracht habe. Wegen der Fakten, wonach die Osterfeldstraße laut Polizei kein Unfallschwerpunkt wegen rasender Fahrzeuge ist, gilt nur in der Geschäftszone Tempo 30.

Beschilderung in Kürze

„Sobald die Witterung und der nachlassende Frost es zulassen, stellen wir entsprechende Schilder auf“, so Berg. Dazu gehören mehrer Tafeln (im Fachjargon auch „Wiederholer“ genannt), um die Verkehrsteilnehmer vor Stichstraßen auf die geltende Geschwindigkeit hinzuweisen. Nur nahe des Abzweigs Max-Gruhl-Straße muss der Landesbetrieb ein neues Fundament setzen, ansonsten können die Mitarbeiter bestehende Masten nutzen. Piktogramme auf der Fahrbahn selbst wird es nicht geben. „Die sind Gift zum Beispiel für Motorradfahrer, daher wird heutzutage darauf eher verzichtet“, erklärt der Verkehrsexperte.

Auch die Stadtverwaltung Wetter bestätigt, dass die straßenbehördliche Anordnung für Tempo 30 im Ortskern von Wengern erfolgt sei und ergänzt die Angaben des Landesbetriebs. Demnach werde in dem Geschäftsabschnitt auf der Osterfeldstraße auch die existierende Mittelmarkierung auf der Fahrbahn verschwinden. „Durch eine fehlende Leitlinie verlangsamt sich der Verkehr“, erläutert Frank Schauerte. Zudem werden die Zebrastreifen erneuert und die Parkmarkierungen sichtbarer gemacht.

Auch Herdecker wollen Tempo 30 für Mühlenstraße

Wegen der Entwicklung in Wengern erhoffen sich manche Herdecker, dass auch an der Mühlenstraße am Quartier Ruhraue eine Tempo-30-Zone möglich sei. Zumal es Parallelen gibt: An beiden Landesstraßen befindet sich eine Senioreneinrichtung, auch in Herdecke starb an einem Zebrastreifen (im April 2014) eine Person, auch hier wünschen sich Anwohner und andere eine Aufhebung der geltenden 50 km/h.

„So sehr die Stadt Herdecke den Wunsch im Sinne einer erhöhten Sicherheit für die Mühlenstraße nachvollziehen kann, so sieht der zuständige Landesbetrieb aber die rechtlichen Voraussetzungen als nicht erfüllt an“, sagt Lars Heismann. Der städtische Justiziar, zu dessen Verantwortungsbereich auch das Ordnungsamt gehört, gibt zu bedenken: Das Altenheim Haus Ruhraue liegt in zweiter Reihe und nicht unmittelbar an der Mühlenstraße. Für diese wurden zudem zwischen 2015 und 2017 Verkehrsmessungen angeordnet. Demnach habe es in dieser Zeit nur einen Unfall im Zusammenhang mit erhöhter Geschwindigkeit gegeben, so dass auch dieses Argument für eine Tempo-30-Zone derzeit entfällt.

Die Stadt stehe auch auf politischen Wunsch hin in Kontakt mit Straßen NRW, um bei diesem Thema nicht locker zu lassen. Derzeit gibt es laut Heismann aber wenig Hoffnung auf eine Zusage.

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