Hochwasserschutz

THW taucht im Schlebuscher Erbstollen

Hochwasserprävention für Wengern: das THW Wetter und Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier/Arbeitskreis Wetter/Herdecke kümmern sich um die Instandhaltung des Schlebuscher Erbstollens. Die Taucher befreien den Stollen etwa von Wurzeleinwüchsen.

Hochwasserprävention für Wengern: das THW Wetter und Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier/Arbeitskreis Wetter/Herdecke kümmern sich um die Instandhaltung des Schlebuscher Erbstollens. Die Taucher befreien den Stollen etwa von Wurzeleinwüchsen.

Foto: WP

Wengern.  Der Schlebuscher Erbstollen entwässert ehemalige heimische Kohleabbaugebiete. Wird das Wasser aber durch Wurzeleinwüchse gestaut, droht Hochwasser. Um das zu verhindern, schickt das THW seine Taucher in den Stollen.

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Geschichte mit aktueller Auswirkung: Der Schlebuscher Erbstollen entwässert seit mehr als 200 Jahren mehrere Kohleabbaugebiete von Sprockhövel bis Wetter. Im Schnitt fließen durch ihn derzeit 18 Kubikmeter Wasser pro Minute, das dann am Mundloch in Wengern zu Tage tritt und schließlich in die Ruhr mündet. Mit der Stilllegung der Zeche Neuwülfingsburg 1967 endete der Steinkohlebergbau in dieser Region; die Entwässerung durch den Erbstollen wird jedoch als sogenannte Ewigkeitslast weiterhin benötigt. Das teilte nun der Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier (Arbeitskreis Wetter/Herdecke) mit.

Förderverein aktiv

Verbrüche, Wurzeleinwüchse, sich aufstauendes Geröll und externe Einträge gefährden den freien Wasserduchfluss. Komme es innerhalb des Stollens zu einer Blockade, drohe den angrenzenden Gebieten ein Hochwasser. Um dem entgegenzuwirken, kümmert sich der Verein um die regelmäßige Instandhaltung des Stollens. Im Rahmen einer traditionsreichen Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk Wetter waren nun die Tauchergruppe und die 1. Bergungsgruppe gefordert, um die letzten Meter des Erbstollens von Wurzelwuchs zu befreien.

Unzugängliche Stelle

Da der Stollen auf einer Länge von etwa 20 Metern vor dem Mundloch als niedriger Graben ausgeführt und mit schweren Felsplatten abgedeckt ist, gebe es hier selbst in Zeiten niedriger Wasserstände und bei gutem Wetter nicht genug Raum für Atemluft, so dass hier nur mit Tauchgerät vorgegangen werden kann. „Diese Aufgabe dient uns als willkommene Übungsgelegenheit, um den Umgang mit der Technik und die Arbeitsabläufe zu trainieren“, so Taucheinsatzleiter Bobbi Zajac, der über ein Headset ständig die Verbindung zu seinen eingesetzten Kräften hält und ihnen per Unterwasserkamera und Monitor quasi über die Schulter schauten kann.

Während unter Wasser fleißig gesägt und geschnitten wird und sich außen die Wurzelberge türmen, zeigt sich der Bergbauverein sichtlich zufrieden mit dem raschen Fortkommen der Arbeiten. „Diese letzten 20 Meter des Stollens haben es in sich. Mithilfe des THW können wir hier den Wasserdurchfluss an einer Stelle sichern, die für uns allein nicht zugänglich ist“, erklärt Carsten Säckl, Leiter des Arbeitskreises Wetter.

Mit Erreichen des gemauerten Teils innerhalb des Erbstollens nach etwa drei Stunden Arbeit war die Aufgabe des THW beendet. Die gelungene Kooperation wurde im Anschluss am Grill gefeiert.

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