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Tochter Olivia verrückt Prioritäten für Firat Demirhan

Was bedeutet schon die Liebe zu einem alternden Opel Tigra, wenn der Nachwuchs plötzlich im Arm schlummert? Für Firat Demirhan haben sich mit der Geburt von Tochter Olivia die Prioritäten verschoben?

Was bedeutet schon die Liebe zu einem alternden Opel Tigra, wenn der Nachwuchs plötzlich im Arm schlummert? Für Firat Demirhan haben sich mit der Geburt von Tochter Olivia die Prioritäten verschoben?

Foto: DPA

Wetter/Hagen.   Was bedeutet schon ein alter Opel Tigra, wenn der Nachwuchs plötzlich im Arm schlummert? Firat Demirhan freut sich über die Geburt seiner Tochter.

Firat Demirhan wurde bekannt, weil seine schwangere Freundin ihn aufforderte, seinen geliebten und klapprigen Opel Tigra zu verkaufen. Jetzt ist Tochter Olivia da – und Autos sind Demirhan gerade völlig egal.

Firat Demirhan, der in Wetter lebt, klingt einfach glücklich. Besser kann man das nicht beschreiben, seine Stimme glüht nur so vor Stolz und Freude über die Geburt seiner Tochter Olivia. Am Freitag kam die Kleine auf die Welt, und dem wortgewandten Blogger, der mit der kuriosen Verkaufsanzeige seines ebenso heiß geliebten wie in die Jahre gekommenen Traumautos („Opel Tigra – Vollausstattung – Freundin sagt, ich muss ihn verkaufen“) deutschlandweit die Menschen zum Schmunzeln brachte, fehlen die Worte.

Gefühle ohne Worte

„Es ist unglaublich, normal habe ich ja keine Probleme, meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen, aber es ist wirklich unbeschreiblich. Ich mag das Wort eigentlich nicht, aber Worte können nicht annähernd beschreiben, wie dankbar wir sind“, sagt Demirhan, der seiner Freundin Joanna und Töchterchen Olivia nicht von der Seite weicht.

Irgendwie waren die beiden ja der Grund dafür, dass Demirhan überhaupt bekannt geworden ist. Denn der Kleinwagen sollte einem familienfreundlichen Kombi weichen als er sich hinsetzte und die Anzeige schrieb, die ihm ein Falschgebot von über 50 000 Euro, jede Menge Zuspruch für seine charmant-witzige Sicht auf die Welt und vor allem über die Stimmungen seiner schwangeren Freundin sowie nicht zuletzt einen Buchvertrag einbrachte.

Der Vaterstolz platzt jedenfalls aus jedem Gefällt-Mir-Daumen, den Demirhan unter jedes einzelne Glückwunsch-Posting Facebook klickt. „Mama geht’s gut, ist nur hundemüde, ebenso wie der Papa. Die Kleine schläft, nuckelt und schreit – was Babys nun mal am liebsten machen“, hat er bei Facebook gepostet. Und so gänzlich sprach- und witzlos scheint er nicht gewesen zu sein beim Tippen dieser Zeilen: Um sie zu beruhigen, habe er Olivia noch im Mutterleib aus seinem Buch vorgelesen - „berührend zu sehen, wie sie auf einen Schlag chilliger wurde“, schreibt Demirhan.

Es sei ihm ein Anliegen gewesen, den Menschen zu Danken, dass sie die Daumen drückten. Und Glück verdopple sich ja, wenn man es mit anderen teilt. „Ich sags ja immer... Jungs machen Jungs, nur Männer machen Mädchen“, gratuliert ein Nutzer dem frischgebackenen Vater. Ohnehin macht die frohe Nachricht flott die Runde: Menschen aus ganz Deutschland gratulieren zur 3070 Gramm schweren, 49 Zentimeter großen Tochter. Sogar aus Panama trudeln Glückwünsche ein.

Auf den Punkt bringt es Jana Reinhardt, die an die kleine Olivia schreibt: „Ich wünsche Dir, dass Du glücklich wirst, dass Du die gleiche schöne Ausdruckskraft in Worten haben wirst wie Dein Papa, und dass Du die Durchsetzungsfähigkeit Deiner Mama erreichst (sonst hätte Papa den Tigra nicht verkaufen wollen/müssen).

Grund zur Eifersucht

Väter und ihre Töchter – das sind oft besondere Beziehungen. Demirhan jedenfalls liebt seine neugeborene Tochter mehr als alles andere. Sogar auf seine Freundin wird er etwas eifersüchtig. „Die Kleine liegt auf meinem Bauch und ich gebe sie nur an Mama zum Stillen ab“, sagt der Hagener, und seine Stimme wird noch ein Stück zärtlicher. „Selbst das zerreißt mir schon das Herz.“

Lange hatte er mit sich gerungen, ob er überhaupt reif für ein eigenes Kind sei. „Immerhin bin ich selber ein großes Kind.“ Aber wenn er jetzt seiner kleinen Tochter beim Schlafen zusieht, schämt Demirhan sich ein bisschen, diesen Gedanken gedacht zu haben.

Worum sich die kleine Familie gar nicht schert, ist das Thema Auto. „Das ist so unwichtig gerade“, sagt Demirhan – eben ein Fortbewegungsmittel. Der Kinderwagen jedenfalls passt in den Tigra, das hat er schon ausprobiert. Und Freundin Joanna scheint sich an den Gedanken gewöhnt zu haben, den 18 Jahre alten Opel weiterzufahren. Kinderglück statt Kombi. „Vielleicht sollte es so sein“, schmunzelt sie.

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