Wiederaufbau

Turm schwebt zur Villa Renckhoff in Herdecke

Turm im Anflug: Der Neubau erhält wie die 2016 abgebrannte „Kotelett-Villa“ in der Goethestraße architektonische Besonderheiten.

Turm im Anflug: Der Neubau erhält wie die 2016 abgebrannte „Kotelett-Villa“ in der Goethestraße architektonische Besonderheiten.

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.  Ein fünf Meter hoher Turm wurde auf den Neubau der Familie Renckhoff an der Goethestraße gesetzt. Ihre gleichnamige Villa brannte 2016 ab.

Wenn an einem Kran etwas durch die Luft schwebt, schauen Passanten stets mit Interesse hin. So auch am Freitagmorgen, als in der Herdecker Goethestraße ein (für Außenstehende) unbekanntes Flugobjekt unterwegs war. Das näherte sich zielsicher einem Neubau – und stand wenige Minuten nach dem Abheben an der gewünschten Stelle.

Dabei handelt es sich nicht um ein Ufo, sondern um einen Turm. Ein besonderes Bauelement an einer besonderen Örtlichkeit. An dieser Stelle brannte Ende 2016 die schöne Villa Renckhoff nieder. Der Wiederaufbau läuft derzeit auf Hochtouren.

Auch die Eigentümer schauen gespannt hinauf, als Mitarbeiter der Iserlohner Firma Antoni die Metallkonstruktion platzieren. Dr. Rosemarie und Gerd Renckhoff gefällt der Turm. „Die Proportionen stimmen“, so der Bauherr, der als Nachfahre des Metzgers Friedrich Rosenkranz bis zum verheerenden Feuer 53 Jahre lang in der einst prächtigen „Kotelett-Villa“ lebte. Zu diesem 1901 errichteten Haus gehörte ein Turm. Die dazugehörige Kuppel überstand zwar halbwegs die Brand-Katastrophe und sollte eigentlich als Erinnerung auch auf das neue Haus. Die Idee verwarfen die Beteiligten aber, da dieses alte Relikt nicht zum modernen Gebäude passe.

Also entwarf Jutta Gentgen – übrigens zum ersten Mal in ihrer Zeit als Architektin – für die zweite Etage einen neuen Turm. Der ist satte fünf Meter hoch und hat an jeder der vier Seiten Öffnungen in Dreieck-Formen, hinzu kommt eine 1,40 Meter hohe Unterkonstruktion. „Der Turm ist begehbar und wird beleuchtet, dort können die Renckhoffs etwa Weihnachten einen Stern hineinhängen“, meint Jutta Gentgen.

Größte Hürden überwunden

Die Herdecker Architektin wirkt erleichtert, als sie über den Baufortschritt berichtet. „Die größten Hürden wie die Planung des Wintergartens und des Turms haben wir hinter uns, nun geht es um das Abarbeiten der einzelnen Gewerke.“

Noch befindet sich das Gebäude, in dem sich die Wohnungen für die Familie und eine Praxis für die Augenärztin Dr. Rosemarie Renckhoff bereits abzeichnen, im Rohbau-Zustand. „Derzeit arbeiten die Elektriker und Installateure in dem Haus, bald kommen endlich die kürzlich erst gelieferten Fenster hinein“, so Jutta Gentgen.

Klar ist: Der von der Arzt-Familie erhoffte Einzug 2019 ist nicht mehr zu schaffen. Die Renckhoffs müssen weiter im „Exil“ leben, ehe sie 2020 zur Goethestraße zurückkehren.

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