Amtsgericht

Unternehmer aus Wetter betrügt Lieferanten und wird bestraft

Ein 53-Jähriger aus Wetter musste sich wegen Betrugs vor dem hiesigen Amtsgericht antworten,

Ein 53-Jähriger aus Wetter musste sich wegen Betrugs vor dem hiesigen Amtsgericht antworten,

Foto: Jürgen Theobald / Archiv

Wetter.  Angeklagt wegen Betrugs: Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, sagte eine Wetteraner vor dem Amtsgericht. Vergeblich, er erhielt eine Geldstrafe.

Sein Unternehmen lief wieder nicht gut. Dennoch bestellte ein 53-jähriger Wetteraner Ersatzteile, die er aber nicht bezahlen konnte. Das bescherte ihm eine Betrugsanzeige des geschädigten Lieferanten. Vor Gericht beteuerte er, nicht mit Vorsatz gehandelt zu haben. Das sahen der Ankläger und der Amtsrichter am Ende „etwas“ anders.

Im Sommer 2018 meldete der Betrieb des Wetteraners erstmals Insolvenz an. Einige Monate später durfte er weitermachen. Erneut traten Probleme auf. Im März 2019 orderte er dann besagte Ersatzteile für 1800 Euro – und bezahlte keinen Cent. Vielmehr kam es im Herbst erneut zur Insolvenz. Der Vorwurf: Bereits bei Order der Ware war ihm bewusst, dass er die Rechnung nicht würde bezahlen können. „Das war keine Böswilligkeit“, so der 53-Jährige vor Gericht. „Da war auch viel Pech dabei“, sagte er und verwies auf Reparaturkosten, Krankheitsfälle und auftragsarme Phasen. Sicher, damals sei ihm die schwierige Situation durchaus bewusst gewesen. Doch dass er überhaupt nicht liquide war, habe er nicht geahnt.

Corona sorgt für nächste Krise

Nunmehr sei die Firma zwar wieder aktiv, doch schon alleine wegen der Corona-Pandemie sei die Lage erneut schwierig. „Wir kommen gerade so über die Runden“, betonte er und fügte hinzu, dass das Geld für die Begleichung der alten Rechnung „einfach nicht da“ gewesen sei. Mittlerweile würden sie nur noch Dinge bestellen, die sie auch bezahlen könnten.

Während der Angeklagte stets den Betrugsvorsatz von sich wies, hatten der Staatsanwalt und Richter nach der Vernehmung von fünf Zeugen und teils belastenden Aussagen keine Zweifel an der Schuld des 53-Jährigen. Sie waren überzeugt, dass der Angeklagte dem geschädigten Lieferanten Solvenz vortäuschte und seine schlechte finanziellen Situation kannte. „Ich gehe davon aus, dass Sie den Betrug begangen haben, um ihr eigenes Unternehmen zu retten“, so Richter Christoph Labenski. Der Wetteraner habe mit Vorsatz oder zumindest mit bedingtem Vorsatz gehandelt.

Der erhebliche Schaden und eine einschlägige Vorstrafe wirkten sich strafschärfend aus. Er wurde zu 50 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe verurteilt. Von der offenen Rechnung, die sich nicht in Luft auflösen wird, ganz zu schweigen.

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