Gericht

Vater auf der Anklagebank

Der 33-Jährige Vater setzte sich über ein gerichtliches Annäherungsverbot weg.

Foto: Oliver Berg

Der 33-Jährige Vater setzte sich über ein gerichtliches Annäherungsverbot weg. Foto: Oliver Berg

Wetter  Er wollte seinen Sohn sehen, jetzt muss er zahlen.

. Der Wunsch, seinen kleinen Sohn in Wetter zu sehen, war so übermächtig, dass ein 33-Jähriger jegliche Bedenken wegwischte und sich über alles hinwegsetzte – auch über ein gerichtliches Annäherungsverbot. Die Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz brachten den Mann nun auf die Anklagebank.

Mann darf sich nicht nähern

Die Tatsache, dass sein Kind bei einem anderen Mann aufwuchs und er selbst zumindest vorerst keinen Kontakt haben sollte, wollte der 33-Jährige keinesfalls hinnehmen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen und schließlich dazu, dass es ihm das hiesige Amtsgericht im Juni untersagte, sich dem Ehemann seiner früheren Freundin und Mutter des Jungen zu nähern oder in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen. Abhalten konnte ihn das allerdings nicht. Ende Juli tauchte er gleich zwei Mal vor dem Haus der Familie auf und war in einem Fall auch erst nicht bereit, zu gehen, obwohl ihn die Polizei dazu aufforderte. Darüber hinaus standen ein weiterer Verstoß gegen das Verbot im August und eine Bedrohung im Raum.

Jetzt befasste sich das Amtsgericht Wetter mit dem Fall, bei dem Emotionen, wechselseitige Vorwürfe und verhärtete Fronten im Vordergrund standen. „Es ging mir sehr schlecht. Ich wollte unbedingt meinen Sohn sehen“, rechtfertigte sich der Angeklagte gleich zu Beginn der Verhandlung. Die beiden Vorfälle Ende Juli räumte er ein. Wobei er im Bezug auf zweiten Fall versicherte, dass ihn der Ehemann seiner früheren Freundin regelrecht eingeladen und dann plötzlich, als er vor dem Haus gestanden und darauf gewartet habe, das Kind besuchen zu dürfen, doch die Polizei gerufen habe. Eine Drohung habe er nicht ausgestoßen und was den Fall im August betreffe, könne er sich nicht erinnern. Diese beiden Punkte der Anklage wurden später mit Blick auf die ohnehin zu erwartende Strafe eingestellt.

Einigung ist nicht in Sicht

Doch zuvor offenbarte die Aussage des Ehemannes, dass eine gütliche Einigung auch in Zukunft schwer zu realisieren sein dürfte. Der 47-Jährige bestätigte alle Vorwürfe gegen seinen „Vorgänger“ und stellte die Version, den Angeklagten eingeladen zu haben, vehement in Abrede. „Ich treffe mich doch nicht mit Jemandem, der mich bedroht.“ Alleine über Facebook äußere der 33-Jährige ständig üble Beleidigungen und Bedrohungen. „Er soll sich einfach von meiner Familie fernhalten.“

Letztlich ging das Gericht von zwei Verstößen gegen das Gewaltschutzgesetz aus. Ein leeres Strafregister und der Umstand, dass er sich zumindest zum Teil geständig zeigte, sprachen für den Angeklagten. Für ihn endete der Prozess mit 40 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe und mit einer eindringlichen Warnung von Richter Dr. Johannes Kuhn: „Sie sollten keinen Kontakt mehr suchen und die Sache vor Gericht klären lassen.“

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