Betrugsfälle

Verbraucherzentrale warnt vor überteuerten Sanierungen

Der klare Rat: Bloß nichts sofort unterschreiben!

Foto: Arne Dedert

Der klare Rat: Bloß nichts sofort unterschreiben! Foto: Arne Dedert

Wetter/Herdecke.  Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor Haustür-Besuchern, die den Kunden überteuerte Sanierungsangebote andrehen wollen.

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Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor Firmen, die überteuerte und teils unnötige energetische Sanierungen an der Haustür verkaufen. Dabei geht es jeweils um Verträge über Leistungen für mehr als zehntausend Euro. Manche Firmen tragen offiziell klingende Bezeichnungen wie „Institut“ oder „Agentur“.

„Die Firmenvertreter kommen unangekündigt zu Verbrauchern nach Hause und drängen sie, sofort einen Vertrag abzuschließen“, berichtet Beratungsstellenleiterin Alexandra Kopetzki von der Verbraucherzentrale im Ennepe-Ruhr-Kreis. Manchmal diene eine bereits laufende, von außen sichtbare Sanierungsarbeit als Aufhänger.

Angebote unter die Lupe nehmen

Die vermeintlichen Energieberater behaupteten dann, dass die Handwerksfirmen nicht die richtigen Schritte umsetzten oder schlecht arbeiteten. „Sie drängen darauf, die Arbeiten an Stelle der ursprünglich beauftragten Firmen zu übernehmen und halten dafür kräftig die Hand auf“, berichtet Kopetzki. Eine andere Masche sei es, auf einen vermeintlich dringenden Sanierungsbedarf hinzuweisen, etwa weil der Keller angeblich feucht ist. Ohne Bedenkzeit, in der sie Notwendigkeit und Preis der Leistung überprüfen könnten, sollen die Verbraucherinnen und Verbraucher dann einen Auftrag erteilen.

„Unabhängig vom genauen Vorgehen gibt es für alle Haustürgeschäfte einen ganz einfachen Ratschlag: Unterschreiben Sie nichts sofort“, betont Kopetzki. Besonders, wenn es um hohe Summen gehe, müsse Zeit sein, um ein Angebot unter die Lupe zu nehmen. „Einen Kleinwagen kauft man ja auch nicht spontan, nur weil gerade überraschend ein Autoverkäufer an der Haustür klingelt.“

Unangekündigt ist unseriös

Hochtrabend oder neutral klingende Namen sollten zudem niemanden beeindrucken, ergänzt sie. „Jedes Unternehmen darf sich zum Beispiel ‚Agentur‘ oder ‚Institut‘ nennen – das bedeutet gar nichts.“ Seriöse Energieberaterinnen und Energieberater kämen aber niemals unangekündigt vorbei.

Wer bereits einen Vertrag an der Haustür unterschrieben hat, hat in vielen Fällen ein gesetzliches Widerrufsrecht, das 14 Tage ab Vertragsschluss gilt. Wurde bei Vertragsschluss nicht über dieses Recht informiert, besteht es sogar länger. Es erlischt aber spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen.

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