Videos in Endlosschleife und Spaghetti

Hagen-Mitte.   Das Souterrain im Jungen Museum ist abgedunkelt, um die Videoinstallationen besser zur Geltung zu bringen. Acht Stationen hat die Künstlerin Gilsuk Ko aufgebaut. Bildschirme und Leinwände zeigen Situationen aus dem Alltag, allerdings in verfremdeter und befremdender Form.

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Das Souterrain im Jungen Museum ist abgedunkelt, um die Videoinstallationen besser zur Geltung zu bringen. Acht Stationen hat die Künstlerin Gilsuk Ko aufgebaut. Bildschirme und Leinwände zeigen Situationen aus dem Alltag, allerdings in verfremdeter und befremdender Form.

„Kennen-Lernen“, so ist die Ausstellung der gebürtigen Koreanerin betitelt. Eröffnet wird die Ausstellung am morgigen Donnerstag um 18 Uhr im Osthaus-Museum.

Es geht um Nähe und Distanz

2009 hat Gilsuk Ko ihre Heimat Korea verlassen und ist nach Deutschland gekommen. Die Nachwuchs-Künstlerin lebt in Herne, arbeitet in Münster und hat sich von der Malerei mehr und mehr verabschiedet. Heute sieht sich Ko als Performance-Künstlerin, die den Alltag als gelebten Kunstraum abbildet. In ihren Videoinstallationen beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichem Zusammenleben. Ko ist stets Protagonistin in den Videos, die als Endlosschleife im Keller zu sehen sind.

Gilsuk Ko geht es um Aktion und Reaktion, Nähe und Distanz, Beziehungen und Berührungen. Gemeinsam ist sie mit ihrer Schwiegermutter in einem Video zu sehen, in dem es um Berührungen und Nicht-Reaktionen, also um Stillhalten und Lethargie, geht. Auch verworrene Beziehungen macht Ko zu ihrem Thema, wobei sie ihre langen Haare mit denen ihrer koreanischen Freundinnen verflechtet und das ganze im Kurzvideo festhält.

Experiment vor Ort nachmachen

Nähe und Distanz versinnbildlicht die junge Frau auf ungewöhnliche Weise: In ihrer Performance ist Distanz durch die Länge ungekochter Spaghetti, die sich zwei Personen zwischen ihre Gesichter klemmen, bestimmt. Das Experiment kann vor Ort nachgeahmt werden. „Die Ausstellung richtet sich nicht ausschließlich an Kinder und Jugendliche“, betont Elisabeth May, Leiterin des Jungen Museums, „Erwachsene werden die Alltagsinstallationen bestimmt genau so interessant finden.“

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