Kultur

Viele Führungen am 1. Museumstag in Wetter schon ausgebucht

Das Stadtmarketing Wetter freut sich mit den Verantwortlichen auf den ersten Museumstag in Wetter: (von links) Marit Roschin, Rainer Zimmermann, Doris Hülshoff, Sabrina Sander (Abus), Walter Methler (Henriette-Davidis-Museum), Markus Drüke, Tina Huth, Carola Köhler (Bleistahl) und Georg Leber

Das Stadtmarketing Wetter freut sich mit den Verantwortlichen auf den ersten Museumstag in Wetter: (von links) Marit Roschin, Rainer Zimmermann, Doris Hülshoff, Sabrina Sander (Abus), Walter Methler (Henriette-Davidis-Museum), Markus Drüke, Tina Huth, Carola Köhler (Bleistahl) und Georg Leber

Foto: Steffen Gerber

Wetter.   Die Führungen bei Abus und Burg sind ausgebucht, doch beim ersten Museumstag in Wetter gibt es am 17. September noch viel mehr zu sehen.

Die Spannung steigt: Am Sonntag, 17. September, öffnen fünf Einrichtungen ihre Türen für den ersten Museumstag in Wetter. Die Idee des örtlichen Stadtmarketings kam bei den Beteiligten gut an. Bei einer Gesprächsrunde teilten die Verantwortlichen mit, dass die Führungen bei Abus und Burg bereits ausgebucht sind, bei Abus erhalten nur bisher angemeldete Besucher Einblicke. Doch auch die anderen drei Teilnehmer bieten Interessantes.

Henriette-Davidis-Museum

Für den Museumstag holt Walter Methler etwas Besonderes hervor. 2008 erfuhr er von einem Manuskript der berühmten Kochbuchautorin. Als er sich dieses im Jahr darauf anschaute und geschenkt bekam, erkannte er sofort die Handschrift von Henriette Davidis (1801 - 1876). Aufgeführt sind darin biographische Texte in Versform. „Sie hat ihr Leben dichterisch verarbeitet, spürbar ist die Naturfrömmigkeit“, sagt der Museumsleiter. Inhaltlich geht es um ihren Vater, Geburtstage etwa der Schwester, um den Friedhof Wengern, ihren Lehrmeister Theodor Lieth oder um eine Spende aus einem Bucherlös, nämlich für damalige Verhältnisse stolze 200 Taler für Notleidende. Methler betrachtet dieses Manuskript (das auch dem Verleger Baedeker vorlag) als wertvoll, daher werde er beim Seiten-Umblättern weiße Handschuhe anziehen, um den Gästen neben den Dauerausstellungsstücken diese Gedichte aus dem Jahr 1848 näherzubringen.

Das Haus am Elbscheweg ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet, eine Führung um 16 Uhr ist beim Stadtmarketing zu buchen (alles kostenlos).

Bleistahl

Ohne Anmeldung und kostenfrei – eine Spende für die Freiwillige Feuerwehr ist erwünscht – können Besucher eine Zeitreise durch 63 Jahre Automobilgeschichte bei der Firma Bleistahl in Wengern erleben. Mehr als 300 Fahrzeugmodelle sind in der Osterfeldstraße (das Museumshaus befindet sich auf Höhe der Hausnummern 55-59) von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Dazu gibt es historische Erklärungen, wie sich die Werkstoff-Schmiede entwickelte und nun sogar Teile für die Formel 1 herstellt. Seit 2014 gibt es das Firmen-Museum, das seither schrittweise mit Exponaten ergänzt wurde und an jedem ersten Sonntag geöffnet hat (freier Eintritt).

„Viele wissen ja nicht, dass diese runden Bauteile von uns Zylinderköpfe sind und wofür diese Ringe in Motoren verwendet werden“, sagt Carola Köhler im Namen der Geschäftsführung. Doris Hülshoff, die für das Stadmarketing bei Touren schon mal bei Bleistahl hält, ergänzt: „Die Ausstellung ist auch für Besucher interessant, die sonst nichts mit Autos am Hut haben.“

Heimatmuseum

In der Hegestraße 12 in Volmarstein hoffen Georg Leber und Mitstreiter, nicht nur Volmarsteiner begrüßen zu können. Zu sehen gibt es nämlich Historisches aus ganz Wetter, wie der Heimatverein betont und etwa die Bedeutung Friedrich Harkorts auch für die Landwirtschaft in Esborn als Beispiel nennt. In dem 2016 eröffneten Heimatmuseum sind alte Postkarten, Bücher und Bilder aus dem Archiv oder ein Modell der Burg Volmarstein zu sehen. Auch Vorhangschlösser dürfen aufgrund der Örtlichkeit nicht fehlen. Dazu, so kündigt es Marit Roschin an, soll es Kaffee und Getränke sowie Naschereien wie Waffeln geben.

Der Eintritt von 14 bis 18 Uhr ist frei, Spenden werden erbeten. Parkmöglichkeiten befinden sich unterhalb des Museumsgebäudes auf dem Parkplatz der Firma Burg.

Burg

Georg Leber vom Heimatverein führt als ortskundiger Historiker durch das firmeneigene Museum von Burg (F. W. Lüling KG) und gibt angemeldeten Besuchern an drei Terminen einen Überblick über die Schlossgeschichte. Zahlreiche Produkte sind in der Hegestraße 6 seit Firmengründung im Jahre 1890 zu sehen, vor allem Manfred Lüling trug im Laufe der Zeit einiges zusammen.

Vom reinen (Vorhang-) Schlosshersteller und Zinkdruckguss-Produzenten bis zum Anbieter moderner Elektronik: Sichtbar wird der Wandel, den Burg in den Jahrzehnten durchgemacht hat. Wobei auch Zulieferer und alte Volmarsteiner Schlossfabriken in der Ausstellung, die von 14 bis 18 Uhr für Interessierte geöffnet ist, eine Rolle spielen.

Abus

Wie bei Burg ist die Abus-Ausstellung in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Der Sicherheitsexperte erklärt in seiner Museum-Welt Gästen bei drei ausgebuchten Führungen, wie der Betrieb zu einem Weltmarktführer wuchs. „Wir wollen zeigen, wer wir sind, woher wir kommen und wohin es für uns gehen soll“, sagt Sabrina Sander vom Marketing. Den Trakt öffnet das Unternehmen nur für Kunden, Tochterbetriebe im Ausland und Partner.

Bürgerbus

Dankbar ist der Stadtmarketing-Verein, dass der Bürgerbus am Museumstag unterwegs ist. Dieser verkehrt stündlich und fährt ab 13.30 Uhr vom Bahnhof Wetter über Wengern, Oberwengern, Grundschöttel, Volmarstein und zurück. Die letzte Ankunft am Bahnhof ist um 18.20 Uhr.

Sollten die acht Plätze in einem Bus nicht ausreichen, steht ein zweites Fahrzeug auf Abruf bereit. Eine Fahrt kostet 2,50 Euro, das Museumsticket 4 Euro. Mit dem Bürgerbus können Besucher von einem Museum zum nächsten fahren, nur Abus steuern die ehrenamtlichen Fahrer nicht an.

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