Umwelt

Viele kleine Schritte für das globale Ziel

Umweltschutzpapier und fair gehandelte Getränke: Sonja Fielenbach (li.) fängt als Agenda-Beauftragte im Herdecker Rathaus nicht bei Null an, auch Dank Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster

Foto: Klaus Görzel

Umweltschutzpapier und fair gehandelte Getränke: Sonja Fielenbach (li.) fängt als Agenda-Beauftragte im Herdecker Rathaus nicht bei Null an, auch Dank Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster Foto: Klaus Görzel

Herdecke.   Herdecke hat eine neue Agenda-Beauftragte. Beim lokalen Handeln geht es weiter um die globalen Folgen. Besonders bei den Bürgern.

Mit dem Kaffee fängt es an. Ist er fair gehandelt? Mit den Tütchen für den Hundedreck geht es weiter. Sind sie biologisch abbaubar? Im Büro lässt sich fortfahren. Ist das Kopierpapier recycelt? Nachhaltiges Denken und Wirtschaften findet bereits statt, im Herdecker Rathaus wie in den privaten Haushalten. Die Kollegen auf die kleinen Schritte für ein globales Gelingen aufmerksam machen soll jetzt eine neue Mitarbeiterin im Rathaus. Seit dem 1. Dezember ist Sonja Fielenbach im Dienst als Agenda-Beauftragte. Nicht nur Kollegen hat sie im Blick.

Konkretes Projekt in der Schule

Die Frage nach dem Kaffee ist schnell beantwortet. Fair gehandelt ist er, wenn er im Herdecker Rathaus aufgebrüht wird. Bei den Hundetüten geht Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster vielen Bürgern voraus. Statt in Plastiktüren verschwinden die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiner in abbaubaren Tüten. Und auch beim Recyclingpapier geht die Stadtverwaltung in Herdecke mit gutem Beispiel voran.

Kein Wunder, war die Verwaltungschefin doch selbst fast ein Jahrzehnt Agenda-Beauftragte im Herdecker Rathaus. „Anfangs hat keiner gewusst, was ich hier mache“, sagt Katja Strauss-Köster, dann habe die Agenda-Arbeit Profil gewonnen: Ein „Autofreier Tag“ wurde von ihr ins Leben gerufen, eine große Umfrage unter den Herdeckern gestartet. Die Aufgabe war damit nicht abgearbeitet. „Wir müssen alle nachhaltig leben“, so die Bürgermeisterin.

Über Jahre war die Agenda-Arbeit aufgeteilt. Jetzt gibt es wieder eine volle Stelle. Sie erlaubt es Sonja Fielenbach, etwa bei der Beschaffung auf die Umweltfreundlichkeit der Produkte zu achten oder die Verträge für die Elektroautos im Dienst der Stadt zu verlängern. Es gibt aber auch schon ein ganz konkretes Projekt aus der Bürgerschaft, in das sie eingebunden ist. Die Werner-Richard-Schule will einen Fair-Trade-Laden aufmachen. Schüler sollen Schülern fair gehandelte Säfte oder Schokolade verkauften. Das Projekt Zwischen Arbeit und Ruhestand, kurz ZWAR. übernimmt die Patenrolle.

Kommunikationswissenschaften und Wirtschaft hat Sonja Fielenbach studiert. Dazu kommt nachhaltiges Wirtschaften, eine Kombination aus Betriebswirtschaftslehre und Umweltwissenschaften. Dass die 30-Jährige so breit aufgestellt ist, kann ihr nur zu Gute kommen: „Agenda-Arbeit ist eine klassische Querschnittsaufgabe“, weiß Dennis Osberg, bei der Stadt Herdecke unter anderem fürs Personal zuständig.

Agenda-Arbeit ist auch Übersetzungsarbeit. Schon der Begriff muss immer wieder erklärt werden. „Die Lokale Agenda 21 ist der Handlungsrahmen für Kommunen für eine nachhaltige Entwicklung“, sagt Sonja Fielenbach. In diesem Rahmen hat sie einen großen Gestaltungsspielraum. „Die Agenda-Stelle ist die schönste Stelle im ganzen Rathaus“, schwärmt Katja Strauss-Köster. Ganz viele Kontakte und tolle Aktionen zeichneten sie aus, „mit viel Freiheit für eigene Ideen“. Der Anfang bei ihrer Nachnachnachfolgerin ist gemacht.

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