Burglind

Viele Sturmschäden durch massive Bäume auch in Herdecke

Die Ender Talstraße war am späten Mittwochvormittag für einige Minuten gesperrt, weil ein massiver Baum umgekippt war. Die Freiwillige Feuerwehr Herdecke beseitigte diesen.

Foto: Feuerwehr Herdecke

Die Ender Talstraße war am späten Mittwochvormittag für einige Minuten gesperrt, weil ein massiver Baum umgekippt war. Die Freiwillige Feuerwehr Herdecke beseitigte diesen.

Herdecke/Wetter.   In Herdecke beseitigt die Feuerwehr viele Sturmschäden und ist froh, dass es keine Verletzten gibt. 25 Fahrgäste müssen morgens S5 verlassen.

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Es zeichnete sich am Mittwoch früh ab, dass der Sturm „Burglind“ auch in Wetter und vor allem in Herdecke Schäden anrichten werde. Wer am Vormittag an umgestürzten Bäumen vorbeifuhr und sich die teils großen Wurzeln im aufgeweichten Boden sowie die massiven Äste anschaute, konnte aufatmen, dass niemand verletzt wurde.

Dass gerade Bahnstrecken bei Orkanböen besonders betroffen sind, bewahrheitete sich gegen 6.10 Uhr. Auf den Gleisen unterhalb von Haus Mallinckrodt war die S-Bahn auf dem Weg von Witten über Wetter nach Hagen, als eine schief stehende Tanne den Stromabnehmer vom Dach des Zuges riss. Folge: Die S5 mit 25 Passagieren an Bord blieb ohne Strom auf der Strecke an der Stadtgrenze Witten-Wetter-Herdecke stehen.

Aus der S5 in den wartenden Bus

Als die alarmierte Feuerwehr Witten kurz vor 7 Uhr an der Einsatzstelle eintraf und sich von der B226 den Gleisen näherte, war bereits ein Notfallmanager der Deutschen Bahn vor Ort. „Aus Sicherheitsgründen wurde die Oberleitung abgeschaltet, weil die Gleise betreten werden mussten“, sagte Thomas Becker vom Lagedienst der Wittener Wehr. Die Einsatzkräfte begleiteten die Fahrgäste über die matschige Wiese zur Bundesstraße, wo ein Bus der Bogestra auf sie wartete und diese dann nach Hagen fuhr.

Nachdem die Feuerwehr die Baumreste beseitigt und die Einsatzstelle der Bahn übergeben hatte, sollte sich die defekte Oberleitung bis zum Nachmittag auf den hiesigen Zugverkehr auswirken. „Für uns sind diverse Trupps unterwegs, allein acht Sonderfahrzeuge für Reparaturarbeiten“, sagte ein für Nordrhein-Westfalen zuständiger Bahnsprecher auf Anfrage und warb um Verständnis, dass hier und da Untersuchungen etwas dauern könnten. Erst am späten Mittag stand der defekte Zug nahe Haus Mallinckrodt nicht mehr auf den Gleisen, der Schienenverkehr normalisierte sich wieder, auch am Bahnhof Wetter hielten wieder Züge in beiden Richtungen.

Einen Sturmeinsatz hatte auch die Freiwillige Feuerwehr Wetter abzuarbeiten: Der Löschzug Wengern fuhr um 16.30 Uhr in das Neubaugebiet am Deipenbecker Weg, wo ein Dachgiebel auf das Baugerüst drückte und herabzufallen drohte. Die Kameraden sperrten das Gelände ab und riefen die Baufirma hinzu, die alles absicherte.

Sonst blieb die Harkortstadt von Sturmschäden weitgehend verschont – abgesehen vom Technischen Hilfswerk. Auf dem THW-Gelände an der Voßhöfener Straße waren zwei Bäume umgestürzt. Einer lag auf dem Hof, der andere kippte auf die Fahrzeughalle, richtete aber nach ersten Schätzungen nur wenig Unheil an. Ortsbeauftragter André-Marcelle Hubert und 15 Kameraden, darunter zwei Kranführer, begannen nachmittags mit Motorsägen und weiterem Gerät mit den Aufräumarbeiten.

Viele Einsätze in Ende

Während das THW trotz erhöhter Einsatzbereitschaft seit Dienstagabend nur auf dem eigenen Areal aktiv werden musste, rückte Herdeckes Freiwillige Feuerwehr am Mittwoch bereits früh aus. Um 5.53 Uhr fuhren die Kräfte zu einem umgestürzten Baum auf der Gederner Straße. Kurz darauf gingen weitere Notrufe bei der Leitstelle ein. Als die Helfer an der B226 in Gedern eintrafen, waren bereits zwei Fahrzeuge in den auf der Straße liegenden Baum gefahren. Verletzt wurde niemand, die Autos aber beschädigt. Der Baum wurde mit einer Motorsäge entfernt.

Bis in die Mittagsstunden waren insgesamt 30 Kräfte im Einsatz. Sie fuhren auch zum Oberen Ahlenbergweg, wo Äste auf parkende Autos gefallen und diese bedeckt hatten. Der morsche Baum drohte zudem auf ein Gebäude zu stürzen. Auf engstem Raum brachte die Wehr die Drehleiter in Stellung und schnitt Astwerk ab.

Ein umgestürzter Baum blockierte um 10.24 Uhr den Kallenberger Weg und beschädigte eine Leitung der Straßenbeleuchtung. Feuerwehrleute zerkleinerten den massiven Baum mit mehreren Motorsägen und sicherten die Stromleitung. Kurz danach blockierte ein Baum, der die Leitplanke durchbrochen hatte, die Ender Talstraße auf Höhe der Sägemühle. Die Kreisstraße blieb 45 Minuten gesperrt, um 11.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte der Wehr die Motorsägen wieder eingepackt.

„Wir konnten die insgesamt elf Einsätze gut abarbeiten, auch wenn es teils hektisch und körperlich durchaus anstrengend war“, zog Christian Arndt, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Herdecke, Bilanz am späten Nachmittag.

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