Gericht

Vier Monate Haft wegen erneuten Betrugs

Wetter.   Wiederholungstäter vorm Amtsgericht. Teilgeständnisse des Angeklagten bewahren ihn nicht vor einer Verurteilung. Verteidiger kündigt Berufung an.

Einschlägige Erfahrungen mit der Justiz konnten einen jungen Wetteraner nicht davon abhalten, neue Betrugstaten zu begehen. Er prellte einen eBay-Kunden und bestellte Ware, die er nicht bezahlte. Der Rückfall in alte Muster soll den 23-Jährigen nun die Freiheit kosten – und das nicht zum ersten Mal.

Berufungsverfahren läuft noch

Seit 2013 beschäftigt er die Justiz in unschöner Regelmäßigkeit. Zuletzt wurde der Wetteraner Anfang des Jahres wegen einer Betrugsserie zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Gegen diese Entscheidung legte er Berufung ein. Das Verfahren läuft noch. Davor beging er weitere Taten, die ihn nun erneut auf die Anklagebank brachten. Bereits im Spätsommer 2017 verkaufte er über eBay einen Router, erhielt dafür 65 Euro und lieferte einmal mehr rein gar nichts. Im Mai 2018 bestellte er bei einer Druckerei Ware für rund 60 Euro. Die Rechnung blieb offen.

Den eBay-Betrug räumte der 23-Jährige nun in seinem Prozess vor dem hiesigen Amtsgericht sofort unumwunden ein. Für die Sache mit der Druckerei suchte er indes Erklärungen. Nach einem Brand in seiner Wohnung habe er bei einem Verwandten Unterschlupf finden müssen. Die Rechnung habe er zwar erhalten, Mahnungen später aber nicht mehr. Und, als er die Ware geordert habe, sei er noch flüssig gewesen. Später habe er dann kein Geld mehr gehabt. Aber er habe ja am Monatsende mit seinen Bezügen vom Amt rechnen können. Also habe er die Mahnung abwarten und dann zahlen wollen. Sein Verteidiger intervenierte und versicherte: „Er kriegt sein Leben gerade in den Griff.“

Schäden wieder gutmachen

Der Mandant habe nun wieder eine Lehrstelle, und seit diesen Taten sei auch nichts mehr vorgefallen. Zudem wolle der Wetteraner die Schäden so schnell wie möglich gutmachen.

Während der Anwalt noch Raum für eine Bewährungsstrafe sah und diese in seinem Plädoyer auch beantragte, vertraten Anklage und Gericht eine andere Auffassung. Zwar sprachen die eher geringen Schäden und die mehr oder weniger geständige Einlassung für den Anklagten. Auf der anderen Seite standen die einschlägigen Vorbelastungen, eine laufende Bewährung zur Tatzeit, das Rückfalltempo und die bereits gemachte Hafterfahrung. Er wurde zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Sicherlich habe der Angeklagte wieder eine Lehrstelle und versuche, sein Leben in den Griff zu bekommen. Aber das habe ihn schon in der Vergangenheit nicht davon abgehalten, Straftaten zu begehen, erklärte Richterin Sonja Baumann und fügte hinzu: „Mir reicht das nicht.“ Der Verteidiger kündigte daraufhin an, dass er auch in diesem Fall Berufung gegen das Urteil einlegen werde.

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