Gesundheit

Volmarsteiner mit drittem Herzen auf Werbetour

Sven Krechting empfängt ein (Schweine)Herz von Vivian Niefer, einer guten Freundin. Mit diesem symbolträchtigen Foto wirbt der Volmarsteiner unter dem Motto „Denk nach und werde Organspender“ für sein Anliegen.

Foto: Silvester Breuer

Sven Krechting empfängt ein (Schweine)Herz von Vivian Niefer, einer guten Freundin. Mit diesem symbolträchtigen Foto wirbt der Volmarsteiner unter dem Motto „Denk nach und werde Organspender“ für sein Anliegen. Foto: Silvester Breuer

Volmarstein.   Sven Krechting (26) wirbt als Botschafter für Organspenden. Herzpatient Michael Kuse aus Sundern unterstützt ihn dabei.

Der Mann weiß, wovon er redet, wenn er für Organspenden wirbt: Sven Krechting, der seit Oktober letzten Jahres mit seinem dritten Herzen lebt und nun auf dem besten Weg ist, ein großer Botschafter für die Organspende zu werden. Dazu hat sich der 26-jährige Volmarsteiner mit Michael Kuse (54) aus Sundern zusammengetan, der derzeit noch im Herzzentrum Bad Oeynhausen auf ein Spenderherz wartet. Gemeinsam sind die Beiden nun auf der Suche nach Sponsoren und Partnern, um Menschen aufzuklären und für ihr lebensrettendes Anliegen zu werben.

„Jetzt bin ich wieder fit“, sagt Sven Krechting zu Beginn des Gesprächs. Noch vor fünf Wochen lag er auf der Intensivstation in Bad Oeynhausen. „Ich hatte eine Abstoßungsreaktion gegen mein Spenderherz und wurde mit Kortison behandelt“, berichtet der Volmarsteiner, der seit Anfang des Jahres weiß, dass er wegen dramatischer Verschlechterung seiner Nierenwerte schon bald eine neue Niere benötigen wird bzw, regelmäßig an die Dialyse muss (wir berichteten). Während Krechtings Aufenthalt in Bad Oeynhausen nahm der Herzpatient Michael Kuse Kontakt zu dem Volmarsteiner auf. „Er will mich unterstützen und ist jetzt mein Partner, um für Organspenden zu werben. Wir haben sogar schon vier Druckereien als Sponsoren gefunden, die uns Flyer drucken“, so Sven Krechting.

Im Fotostudio

Wann immer seine Kraft und sein Job im Fahrdíenst der Ev. Stiftung Volmarstein es zulassen, ist nun in Sachen Organspende unterwegs. Erst kürzlich konnte er eine Freundin für ein Fotoshooting in Witten gewinnen: Fotograf Silvester Breuer fotografierte Vivian Niefer, die Sven Krechting ein (Schweine)Herz in die Hand legt. Krechting trägt auf dem Foto extra einen Sauerstoffschlauch, um sichtbar zu machen: Wenn das Herz nicht mehr funktioniert, wird der Körper u.a. nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das symbolträchtige Foto trägt das Motto „Denk nach und werde Organspender“. Die Idee kam ihm, als er ein ähnliches mit einer Lunge im Internet entdeckte. „Das Schweineherz für das Foto hat Metzgerei Schröder vom Schmandbruch gespendet“, so der 26-Jährige. „Mein Ziel ist es, mit diesem Foto große Werbetafeln zu bekleiden. Auf jeden Fall möchte ich es in DIN-A-4-Größe drucken lassen und in Arztpraxen und vielen weiteren Orten aufhängen.“ Erst kürzlich sei er in Hamburg unterwegs gewesen und habe darüber hinaus Kontakte nach Berlin geknüpft, um das ausdrucksstarke Plakat mitsamt seiner Botschaft auch dort zu verbreiten.

Ein weiterer Plan steht bereits: Am 2. Juni, dem Tag der Organspende, wird Sven Krechting mit einem Stand auf dem Wochenmarkt in Alt-Wetter Info-Material und Organspende-Ausweise verteilen. Bei der Gelegenheit möchte er auch gern mit Bürgern sprechen und Fragen beantworten. Abklären muss er noch, ob er beim Seefest am Stand der Ev. Stiftung für Organspenden werben kann. Seinen neuen Partner Michael Kuse besucht der Volmarsteiner so oft wie möglich – zumindest immer dann, wenn er selbst zur Kontrolle ins Herzzentrum muss. „Wir stehen auch per Whatsapp in ständigem Kontakt, und Michael ist dauernd auf der Suche nach Unterstützung. Aber jetzt hoffen wir erstmal, dass er ein Spenderherz bekommt“, sagt Sven Krechting.

Vereinsgründung geplant

Um für jedwede auch finanzielle Unterstützung eine solide rechtliche Basis zu haben, will Sven Krechting gemeinsam mit einem Freund aus Iserlohn, der wie er mit einem zweiten Spenderherzen lebt, einen Verein gründen: „Das soll ein Verein werden, in dem man sich austauschen und auch gemeinsam für die Sache werben kann.“ Auch Spenden seien dann für Sponsoren absetzbar. Pfingstsamstag treffen sich Freunde und Bekannte bei Sven Krechting, um über 3000 Flyer mit Organspende-Ausweisen zu bekleben. „In meiner Wohnung sieht es momentan aus wie in einem Lager. Alles ist voll mit Info-Material und Zeitschriften“, sagt der 26-Jährige und lacht. „Ich bin gut beschäftigt. Das macht mir Spaß und lenkt mich ab. Es schreiben mich so viele Menschen an, denen ich gerne antworte. Ich helfe, wenn ich kann; denn ich spreche schließlich aus Erfahrung.“

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