Ruhrverband

Wasserpest in Wetter und Herdecke 2019 als kleineres Problem

Im Sommer 2018 hatte sich die Elodea auf dem Harkortsee zwischen Wetter und Herdecke ausgebreitet. 2019 war das Aufkommen geringer.

Im Sommer 2018 hatte sich die Elodea auf dem Harkortsee zwischen Wetter und Herdecke ausgebreitet. 2019 war das Aufkommen geringer.

Foto: Steffen Gerber

Herdecke/Wetter.  Bilanz vom Ruhrverband: Im Hengstey- und Harkortsee gab es 2019 ein geringeres Elodea-Aufkommen als 2018. Gut entwickle sich die Armleuchteralge.

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Wassersportler können seit einiger Zeit Jahr für Jahr ein Klagelied anstimmen, wie sehr die Wasserpflanzen (vor allem die so genannte Wasserpest Elodea) ihr Freizeitvergnügen auf den Ruhrstauseen auch in Wetter und Herdecke stört. Der Ruhrverband hat zu dem bekannten Problem nun eine Bilanz für das Jahr 2019 gezogen.

Im Hengsteysee gab es demnach kaum Probleme mit den Wasserpflanzen, allenfalls lokal. Nur in schmalen Uferbereichen und in der Bucht unterhalb der Lennemündung sei die bei den Wassersportlern besonders unbeliebte Elodea vorhanden gewesen – und wenn, dann nur niederwüchsig und in geringen Dichten. Damit war die Situation laut Ruhrverband vergleichbar mit dem Vorjahr 2018, in dem erstmals seit 20 Jahren keine zusammenhängenden Wasserpflanzenbestände zu beobachten waren.

Gute Saison für Freizeitsportler

Auch am Harkortsee hatte den Angaben zufolge das Wachstum verzögert eingesetzt; hier erreichten die ersten Pflanzen erst Anfang August 2019 die Wasseroberfläche, so dass die Voraussetzungen für Freizeitsportler oder die Ausflugsschifffahrt „deutlich besser waren als in den Vorjahren“.

Darüber hinaus habe der Ruhrverband die Saison 2019 genutzt, um weitere Erfahrungen hinsichtlich der im Rahmen des Forschungsprojekts „Elodea II“ erprobten Maßnahmen zu sammeln. Getestet wurde unter anderem ein so genannter Rollenpflücker. Hierbei handelt es sich um den Prototyp eines Bootes, das mittels Rollen Wasserpflanzen ergreift und langsam mitsamt der Wurzeln aus dem Sediment herausziehen soll. Die ersten Ergebnisse seien allerdings eher ernüchternd, denn eine Wirkung war im Monitoring bisher nicht erkennbar.

Mehr Grund zur Hoffnung gebe die Anpflanzung von standortgerechten niederwüchsigen Wasserpflanzen (Characeen, auch Armleuchteralgen genannt) auf Testflächen, die als Raumkonkurrenten und durch zusätzliche Beschattung die Elodea zurückdrängen sollen. Diese Maßnahme habe erste positive Ergebnisse gezeigt: Die unter Wasser gepflanzten Characeen haben demnach den ersten Winter und auch die Frühjahrshochwasser überdauert und sich über den Sommer bereits etwas ausgebreitet. Die weitere Bestandsentwicklung wird durch ein Unterwassermonitoring verfolgt.

Lage im Kemnader und Baldeneysee

Abschließend noch ein Blick auf die anderen Ruhrstauseen. 125 Tonnen Wasserpflanzen haben die Mähboote den Angaben zufolge in der Saison 2019 aus dem Baldeneysee geholt. Das sei weniger als ein Sechstel der Menge, die im Vorjahr angefallen war (2018: 768 Tonnen).

Auch am Kemnader See fiel die diesjährige Ausbeute mit 164 Tonnen gegenüber 2018 (513 Tonnen) vergleichsweise bescheiden aus. Dennoch musste der Ruhrverband auch in diesem Jahr über 20.000 Euro allein für die Entsorgung des Mähguts aufwenden. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es fast 100.000 Euro gewesen.

Diese abschließende Bilanz der Mähsaison bestätigt die in den vergangenen Monaten wiederholt kommunizierte vorläufige Einschätzung eines (im Vergleich zu früheren Jahren) deutlich geringeren Wasserpflanzenwachstums.

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