Umweltschutz

Wetter erhält Lob für klimafreundliche Maßnahmen

Das Neubaugebiet: Am Schmandbruch entsteht eine Klimaschutzsiedlung mit 24 Häusern.

Das Neubaugebiet: Am Schmandbruch entsteht eine Klimaschutzsiedlung mit 24 Häusern.

Foto: Hans Blossey

Wetter.   Die Experten des European Energy Award bescheinigen der Stadt Wetter eine herausragende Entwicklung in Sachen Klimaschutz.

Klimaschutz beginnt vor der Haustür. Und natürlich auch dahinter. Also fordert das Thema nicht nur jedem Einzelnen ab, sein Leben und vor allem sein Konsumverhalten so anzupassen, dass das Klima geschützt wird. Auch Kommunen sind aufgerufen, sich beim Klimaschutz zu engagieren. Seit zehn Jahren hilft ihnen dabei das internationale Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren European Energy Award (eea). Seit 2011 nimmt die Stadt Wetter an der regelmäßigen Überprüfung teil und schreibt die Ziele, wie mehr Klimaschutz bewirkt werden kann, regelmäßig fort.

Und die Ergebnisse können sich sehen lassen, sagt Jörg Ackermann, Mitarbeiter der Ingenieurgesellschaft Gertec, die Kommunen in den eea-Prozessen begleitet. Wurden 2011 gerade einmal 37 Prozent der eea-Ziele erreicht, sind es 2017 bereits 64 Prozent. „Und dabei sind die Zielvorgaben in diesen sechs Jahren nochmals verschärft worden“, so Ackermann. Ein umfangreiches Arbeitsprogramm steht nun Jahr für Jahr an, um weitere Ziele in Sachen Klimaschutz zu erreichen und bei anderen den Status quo zu halten.

Sechs Handlungsfelder gibt es, in denen Punkte für die Zertifizierung gesammelt werden können:

Entwicklungsplanung Raumordnung

Hier punktet die Stadt Wetter mit der Renaturierung der Elbsche wie der Schmalenbecke. Zudem soll ein Integriertes Klimaschutzkonzept erstellt werden. Herausragend ist für den eea-Fachmann die Planung der Klimaschutzsiedlung am Schmandbruch sowie die konsequente Umsetzung des Passivhausstandards.

Kommunale Gebäude

Seit 2012 hat die Stadt Wetter die Entwicklung des Energieverbrauchs in städtischen Gebäuden im Blick. Allerdings, so die Kritik der Grünen, gibt es nach wie vor keinen Energiebericht für die kommunalen Liegenschaften. „Das haben wir aus personellen Gründen nicht geschafft“, so die Erklärung des zuständigen Fachbereichsleiters Manfred Sell. Ob es 2018 klappt, ließ er offen.

Neben der Berichterstattung steht aber vor allem die energetische Umrüstung im Blickpunkt. Gut gelungen sei das an der Gemeinschaftsgrundschule Wengern.

Versorgung, Entsorgung

Auch der Wasserhaushalt steht beim Thema Klimaschutz im Fokus. Hier punktet die Stadt mit dem Bau von zentralen Versickerungsanlagen in Neubaugebieten sowie dem Bau von Regenrückhaltebecken mit Bodenfiltern zum Hochwasserschutz.

Mobilität

Zentraler Aspekt beim Klimaschutz ist die Mobilität der Bürger. Hier wird mit dem Lückenschluss des Radweges „Von Ruhr zu Ruhr“ ein großer Schritt hin zu mehr Klimafreundlichkeit getan. Erste Ziele des Alltagsradwege-Konzeptes, das die Stadt erarbeitet, wurden bereits erreicht. So gibt es Schilder, die an Sackgassen für Radfahrer eine mögliche Durchfahrt signalisieren. Und auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler soll geprüft werden.

Um die Nutzung des Nahverkehrs attraktiver und vor allem für alle Bevölkerungsgruppen möglich zu machen, hat die Stadt Wetter bereits viele Haltestellen barrierefrei umbauen lassen, zuletzt am wetterschen Gymnasium. 2018 sollen vier weitere Haltestellen folgen. Für einen verbesserten Verkehrsfluss und damit eine bessere CO²-Bilanz sorgen zudem Kreisverkehre. Hier sind ebenfalls weitere Umbauten geplant.

Interne Organisation

Wer das Klima schützen will, muss wissen, wie es geht. Darum schult die Stadt ihre Hausmeister regelmäßig. Beim Thema Beschaffung setzt man auf Recycling-Papier, umweltschonende Reinigungsmittel, LED-Leuchten und Holz, das aus zertifiziertem Anbau stammt. Punkten kann die Stadt in diesem Sektor auch mit der kontinuierlichen Fortführung des eea-Prozesses.

Kommunikation und Kooperation

Nicht nur das städtische Personal soll in allen Belangen den Klimaschutz im Blick haben. Teil des Zertifizierungsprozesses ist auch, dass die Klimaschutz-Idee in die Öffentlichkeit getragen wird. Hier kommen vor allem Ehrenamtliche ins Spiel, die zum Beispiel an Schulen als Klimabotschafter unterwegs sind, einen jährlichen Klimafolgen-Aufwandsbericht erstellen oder den Umweltmarkt mit Leben füllen.

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