Gesundheit

Wetter/Herdecke: Darmkrebs-Früherkennung zu wenig genutzt

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Darmkrebs ist derzeit die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Deswegen ist Vorsorge so wichtig.

Darmkrebs ist derzeit die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Deswegen ist Vorsorge so wichtig.

Foto: AOK/hfr. / WP

Ennepe-Ruhr.  Die Pandemie hat sich auf die Gesundheitsvorsorge der Menschen ausgewirkt. Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung etwa sind rückläufig.

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die allgemeine Gesundheitsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger ausgewirkt. Konkret bedeutet das: Die Menschen haben seit Corona-Beginn erkennbar weniger die Möglichkeit von Vorsorgeuntersuchungen genutzt. So etwa wurden und werden auch die ärztlichen Untersuchungen und Beratungen zur Darmkrebs-Früherkennung zu wenig in Anspruch genommen, wie Krankenkassen berichten.

Rückgang um 2,4 Prozent

In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres wurden in Westfalen-Lippe insgesamt 33.054 vorbeugende und diagnostische Darmspiegelungen (Koloskopien) im ambulanten und stationären Bereich durchgeführt – wie eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest für die eigenen Versicherten belegt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 war das ein Rückgang um 2,4 Prozent. Zu Beginn der Pandemie im ersten Halbjahr 2020 lag der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar bei 10,7 Prozent. „Wir appellieren auch an die Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis, unbedingt die Möglichkeit der Darmspiegelung zu nutzen, um Symptome medizinisch abklären zu lassen oder im Rahmen der Vorsorge Darmkrebs frühzeitig zu erkennen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Krebs-Vorstufen erkennen

Darmkrebs ist derzeit die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und die dritthäufigste Tumorerkrankung bei Männern in Deutschland. Er entsteht meist aus Darmpolypen, die häufig klein und harmlos bleiben. Manche wachsen aber und einige werden bösartig. Das macht deutlich wie wichtig es ist, möglichst frühzeitig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Den Kern der Darmkrebs-Früherkennung stellen die Koloskopien dar. Mit dieser Darmspiegelung lassen sich schon Vorstufen von Darmkrebs erkennen und überwiegend bereits während der Untersuchung entfernen. Findet der Arzt bei der Untersuchung Polypen, entfernt er diese sofort, da sich auch aus gutartigen Wucherungen bösartige Tumore entwickeln können. „Die Darmspiegelung ist die sicherste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen oder vorzubeugen. Daher sollten sowohl Frauen als auch Männer die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen“, so Kock.

Männer und Frauen im Vergleich

Zur Darmkrebsvorsorge können sowohl Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl als auch Darmspiegelungen in Anspruch genommen werden. Da wissenschaftliche Daten zeigen, dass Männer im Vergleich zu Frauen ein höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken, wird Männern bereits ab einem Alter von 50 eine Darmspiegelung auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse angeboten.

Nach Ablauf von neun Kalenderjahren ist eine erneute Darmspiegelung möglich. Wahlweise kann jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen werden, ab 55 Jahren alle zwei Jahre.

Bei Frauen wird ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten, ab 55 Jahren alle zwei Jahre. Eine Darmspiegelung ist alternativ ab dem Alter von 55 Jahren möglich. Nach Ablauf von neun Kalenderjahren kann eine neue Vorsorge-Darmspiegelung durchgeführt werden. Männer und Frauen können maximal zwei Darmspiegelungen als Früherkennungsmethode in Anspruch nehmen. Ab dem Alter von 65 Jahren kann nur eine Darmspiegelung zur Vorsorge in Anspruch genommen werden.

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