Außenstände

Pranger für Parker: Wetter und Herdecke greifen zur Kralle

In Wetter gesehen: Mit dieser Kralle verschafft die Stadt ihren finanziellen Forderungen Nachdruck.

In Wetter gesehen: Mit dieser Kralle verschafft die Stadt ihren finanziellen Forderungen Nachdruck.

Foto: Kerstin Wördehoff

Wetter/Herdecke.   Die Stadt Wetter setzt häufiger auf Wegfahrsperren, die Stadt Herdecke dagegen nur selten. Und jedermann kann sehen, dass nicht bezahlt wurde.

Es hat ein wenig etwas von einem Pranger: Das Auto steht vor der Tür, und jeder kann sehen, dass bei der Stadt irgendeine Rechnung wohl nicht beglichen worden ist. Ganz abgesehen davon, dass der eigene Wagen zwar zu sehen, nicht aber zu nutzen ist. Vier solcher Krallen hat die Stadt Wetter, heißt es auf Nachfrage. Angelegt werden sie nicht etwa von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes, sondern von einem Vollstreckungsbeamten. „Wir führen keine Statistik“, sagt Stadt-Pressesprecher Jens Holsteg. Aber so im Schnitt drei Mal die Woche greife eine Kralle.

An der Kette mit Ansage

Es ist nicht neu, dass die Stadt Wetter auf diese Art und Weise säumigen Zahlern nahe bringt, ihre Schuld zu begleichen. Seit über zwei Jahren kann die Verwaltung auf diese Weise ihre „Werkzeuge“ zeigen. Die Palette ist breit, was zum Arretieren des Automobils führen kann. Von der nicht gezahlten Hundesteuer über ausgebliebene Kindergartenbeiträge bis hin zur ignorierten Rundfunkgebühr, die die Stadt in Amtshilfe eintreibt, können die Anlässe reichen.

Wenn einfach kein Geld fließen will, gibt es zunächst die schriftliche Ankündigung dieser Zwangsmaßnahme. Und ist der Autobesitzer zufällig zugegen, wird ihm auch noch mal vor Ort mitgeteilt, dass sein Fahrzeug jetzt – bildlich gesprochen – an die Kette gelegt wird. Für maximal drei Tage darf die Kralle dem Eigentümer des Autos wie auch allen Nachbarn in der Straße zeigen, dass noch kein Geld geflossen ist. „Dann wird abgeschleppt“, so Jens Holsteg.

Nur für den äußersten Fall

Auch Herdecke kann die Krallen zeigen. Zwei Stück sind vorhanden, dazu vier sogenannte Ventilwächter. Aber im Schnitt nur zwei Mal im Jahr werde auf diese Mittel zurück gegriffen, so Pressesprecher Dennis Osberg. „Die Pfändung ist eines der letzten Mittel im Außendienst und kommt nur äußerst selten zum Einsatz“, sagt er. Meist habe der Innendienst schon bessere Lösungen wie beispielsweise Ratenzahlungen gefunden.

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