Aktionsplan

Wetter zeigt ein Herz für alle Bürger

Wetter hat den Aktionsplan "Menschengerechte Stadt Wetter" mit einem Fest im Stadtsaal gefeiert.

Wetter hat den Aktionsplan "Menschengerechte Stadt Wetter" mit einem Fest im Stadtsaal gefeiert.

Foto: WP

Wetter.   Der „Aktionsplan Menschengerechte Stadt Wetter“ ist fertig. 109 Vorschläge sollen für mehr Miteinander in Wetter sorgen und Barrieren abbauen. Im Stadtsaal wurde nun das frisch gedruckte Maßnahmenpaket gefeiert.

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Ein Fest für einen Packen Papier? Wetter hat es gefeiert und gut daran getan: Der „Aktionsplan Menschengerechte Stadt Wetter“ ist fertig. Viele Bürger haben daran mitgearbeitet. Für sie - und für alle Wetteraner - gab es im Stadtsaal ein Fest mit Reden, Kulturprogramm, einem kaltem Büfett und am Ende eine Zugabe in gedruckter Form: Den 184 Seiten starken Aktionsplan für jeden Besucher und noch ein Schokoladenherz dazu. „Wetter ist eine Stadt mit Herz“, so die unverkennbare Botschaft des Abends.

Die Offiziellen waren sich einig: Der Blick nach Wetter lohnt. „Der Aktionsplan ist ein großer Erfolg für unsere Stadt“, begrenzte Bürgermeister Frank Hasenberg noch den Wirkungskreis. Der Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald legte beim Lob noch etwas drauf: „Wetter steht schon lange vorbildhaft da.“ Christoph Stamm vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales sah die Stadt „landesweit in einer führenden Rolle“. Für Professor Albrecht Rohrmann von der Uni Siegen alles in allem „ein Grund, auch einmal stolz auf sich zu sein - und den Kraftakt mit einem Fest zu feiern.“

Ein Kraftakt war es wirklich, was da in den 35 Treffen der Fachforen von 130 beteiligten Menschen in gut einem Jahr zusammengestellt worden ist: eine Bestandsaufnahme in Sachen Barrierefreiheit und ein Maßnahmenkatalog mit exakt 109 Vorschlägen zur konkreten Umsetzung. Die Ideen reichen von besseren Zugangsmöglichkeiten zu Verwaltungsgebäuden über ein Theaterprojekt bis hin zu einer Ausbildungsmesse für Jugendliche mit Handicap.

Provokanter Gegenpol

„Ich bin wie Du“ - mit diesem Motto ging die Evangelische Stiftung vor drei Jahren in die Stadt. Aus dem Aktionstag ging der „Runde Tisch“ Inklusion hervor, auf seine Vorarbeit konnte bei der Arbeit am Aktionsplan zurück gegriffen werden. Dirk Pfeiffer, Annika Nietzio und Mirko Dimastrogiovanni erinnerten an die Anfänge, aber auch die Kernpunkte des Aktionsplans. In zwei Jahren sollen die Ergebnisse überprüft werden, schlug Margot Wiese vor, Fachbereichsleiterin Soziales, die mit Herz durch das Programm am frühen Abend führte.

Die Vision von ESV-Vorstand Jürgen Dittrich reichte noch ein wenig weiter. In seinem Sieben-Jahres-Plan sind alle öffentlichen Gebäude barrierefrei, und es es gibt ein Miteinander von Menschen mit Behinderungen und ohne Handicap in allen Stadtteilen. Die ESV jedenfalls hat sich bis 2020 so ausgerichtet.

Einen Gegenpol zu den Festtagsreden bildete Martin Fromm, in der einen Hand das Manuskript, mit dem Stumpf des anderen Arms gestikulierend. „Dürfen Behinderte überhaupt Sex haben“, fragte er herausfordernd und erntete für sein gespieltes „Nein, nein, nein“ ein laut vernehmbares „Ja, ja, ja“ von einem Rolli-Fahrer im Saal.

Mit einem kalten Büffet endete der festliche Abend. Aufgebaut hatte es das Frauenheim Wengern - eine wichtige Säule auch bei der Arbeit am gefeierten Aktionsplan.

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