Gericht

Wetteraner geht einkaufen trotz eines leeren Kontos

Foto: David Ebener

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Wetter  Ein Wetteraner (43) muss sich wegen vorsätzlicher Täuschung verantworten. So ganz will ihm das Gericht nicht glauben.

. Immer wieder kaufte ein Wetteraner im Herbst und Frühjahr Lebensmittel und Kleidung ein. Wenn der 43-Jährige an der Kasse stand, zückte er stets die EC-Karte. Allerdings befand sich auf seinem Konto keine Deckung, und deshalb gingen die betroffenen Geschäfte leer aus. Dieses „bargeldlose Shoppen“ brachte dem Mann nun ein Betrugsverfahren ein.

Lebensmittel und Kleidung

In sechs Fällen zwischen Ende Oktober und Mitte Februar kaufte der Wetteraner ein – meistens Lebensmittel, in zwei Fällen auch Kleidung. Dabei standen Beträge zwischen knapp zehn und 140 Euro zu Buche. Rechnungen, die vom Konto abgebucht werden sollten, obwohl sich nie genug Guthaben darauf befand. Dem 43-Jährigen wurde vorgeworfen, die Läden vorsätzlich getäuscht zu haben.

Im Prozess vor dem hiesigen Amtsgericht erklärte der Verteidiger nun, dass der Angeklagte nicht verstanden habe, dass er sein Konto nicht unter Null belasten dürfte und er davon ausgegangen sei, dass automatisch geprüft werde, ob eine Zahlung möglich sei, wenn er seine Karte abgebe. Der Angeklagte versicherte: „Ich bin eine ehrliche Person. Ich würde so etwas niemals tun.“ Tatsächlich sei er davon ausgegangen, dass es Geldeingänge auf seinem Konto gegeben habe, weil er für mehrere Firmen zur Probe gearbeitet habe. Aber: „Ich habe einen Fehler gemacht, und ich habe daraus gelernt. Jeder Fehler kostet etwas.“ Einen Teil der Rechnungen habe er bereits beglichen, und wolle das auch noch mit dem Rest tun.

Kontoauszüge belegten jedoch, dass der Wetteraner immer nur so viel abhob, wie sich auf dem Konto befand. Das sprach gegen seine Version, davon ausgegangen zu sein, dass er das Konto auch überziehen könne. Nicht anders sahen es Gericht und Anklage. Der 43-Jährige habe genau gewusst, was auf seinem Konto eingeht und was nicht, so Richter Dr. Johannes Kuhn. Allerdings hielt er dem Mann, der lediglich eine Vorstrafe wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz mitbrachte, zugute, dass der nur Lebensmittel und Kleidung für seine Familie und nicht etwa Luxusartikel kaufte. Auch sprach für den Wetteraner, dass er sich um Gutmachung bemüht. Für ihn endete das Verfahren mit 90 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe. Die darf er aufgrund seiner nach wie vor angespannten finanziellen Lage in Raten bezahlen.

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