Gericht

Wetteraner quält junge Frau mit Obszönitäten

Die Akte des Wetteraners ist geschlossen; doch Richter Kuhn warnte ihn vor, dass Wiederholungen mit einer Freiheitsstrafe enden könnten.

Die Akte des Wetteraners ist geschlossen; doch Richter Kuhn warnte ihn vor, dass Wiederholungen mit einer Freiheitsstrafe enden könnten.

Foto: Michael Kleinrensing

Wetter.   Mit reichlich Alkohol im Blut beleidigte ein 31-Jähriger die Mitarbeiterin einer Tankstelle massiv. Vor Gericht kämpft sie mit den Tränen.

Mit reichlich Alkohol im Blut vergaß ein 31-Jähriger aus Wetter jeglichen Anstand und beleidigte eine junge Frau bei einer zufälligen Begegnung massiv. Die geschmacklosen Verbalattacken brachten dem bereits einschlägig vorbestraften Mann nun ein Verfahren vor dem hiesigen Amtsgericht ein.

Beim Tanz in den Mai floss der Alkohol offenbar in Strömen. Doch das machte den Wetteraner nicht etwa lustig oder müde. Es stimmte ihn aggressiv. Als er und ein Freund gegen 7 Uhr am nächsten Morgen den Heimweg antraten, machten sie an einer Tankstelle in Wetter Halt, um Bier zu kaufen.

Keine Erinnerung

Bei der Gelegenheit traf der 31-Jährige auf die Angestellte, die er prompt mit einer ganzen Reihe von Obszönitäten quälte – eindeutige Angebote inklusive. Dazu warf er ihr einige Cent vor die Kasse. Und: Sein unbekannter Begleiter benahm sich nicht besser, er beleidigte die junge Frau ebenfalls. Die wusste sich schließlich nicht mehr anders zu helfen und rief die Polizei.

„Ich kann mich nicht erinnern“, bekundete der Wetteraner nun vor Gericht und begründete seinen Gedächtnisverlust mit der Alkoholisierung an dem Morgen. In Abrede wollte er das Ganze nicht stellen, vielmehr betonte er: „Es tut mir leid. Ich habe selbst eine Mutter und eine Schwester.“ Tatsächlich sei er zwei Tage später mit Blumen und einem Brief zu der Tankstelle gegangen, um sich zu entschuldigen. Da sei die Frau allerdings nicht da gewesen.

Kampf mit den Tränen

Sein Opfer, immer noch sichtlich angefasst, konnte sich indes sehr gut an den Vorfall erinnern. Die 21-Jährige kämpfte mit den Tränen, als sie im Zeugenstand berichtete, was sich an dem Maimorgen in der Tankstelle abspielte. Sie bestätigte, Blumen und eine kleine Nachricht von dem Angeklagten erhalten zu haben. Der nutzte die Chance, um noch einmal persönlich Abbitte zu leisten: „Das tut mir von Herzen leid.“ Sie zeigte Größe und nahm die Entschuldigung an.

Diese Entschuldigung und das Geständnis wirkten sich letztlich strafmildernd aus. Gegen den 31-Jährigen sprachen allerdings die drei einschlägigen Vorstrafen und die Massivität der Beleidigungen, die die Geschädigte nach wie vor stark berührten. „Das war schon harter Tobak“, betonte Richter Dr. Johannes Kuhn. Zwar beließ er es in dem Fall noch einmal bei 100 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe, ließ jedoch keine Zweifel daran aufkommen, dass Wiederholungen künftig mit Freiheitsstrafen enden könnten. „Nehmen Sie sich in Acht. Das geht nicht mehr lange gut, wenn das so weitergeht.“ Auch legte er dem Wetteraner ans Herz, seinen Alkoholkonsum zu hinterfragen: „Sie sollten sich besinnen. Der Alkohol scheint Ihnen kein guter Freund zu sein.“

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