Spardiskussion

Wetteranerin in Energiedebatte: Warmbadetag nicht opfern

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Stefanie Katzer ist Mitglied im Beirat für Menschen mit Behinderungen in Wetter und ist im Schulausschuss für den Erhalt von Warmbadetagen eingetreten.

Stefanie Katzer ist Mitglied im Beirat für Menschen mit Behinderungen in Wetter und ist im Schulausschuss für den Erhalt von Warmbadetagen eingetreten.

Foto: Klaus Görzel

Wetter.  Warum aus Sicht einer Wetteranerin jedes Grad weniger im Hallenbad ein paar Menschen mehr von der Teilhabe ausschließt

Längst nicht alle Menschen gehen ins Hallenbad und schon gar nicht zu den speziellen Warmbadetagen. Wie wichtig ist es also, dass in regelmäßigen Abständen die Temperatur des Badewassers vorübergehend erhöht wird? Sehr, sehr wichtig, hat Stefanie Katzer im Schulausschuss im Zuge der Spardiskussion in der Stadt erklärt. Ganz viele Menschen fallen ihr ein, für die eine Streichung des Warmbadetages einer Vertreibung aus dem Hallenbad gleich kommt.

Diplomierte Tanzpädagogin ist die Wetteranerin und staatlich geprüfte Motopädin. Im Schulausschuss hat sie als Vertreterin des Beirates für Menschen mit Behinderungen gesessen. Stefanie Katzer spricht lieber von „Menschen mit besonderen Bedarfen“. Aber nicht nur Menschen mit erklärten Behinderungen hat sie im Auge, wenn sie eine Lanze für den Warmbadetag bricht. „Für alle Menschen, die sich nicht so gut bewegen können, ist jedes Grad weniger behindernd, auch für Senioren“, sagt sie und fürchtet: „Viele Menschen kommen nicht mehr, wenn der Warmbadetag entfällt.“ In Wetter wird das überlegt. Beschlossen ist es aber noch nicht.

Früher mal hat Stefanie Katzer beruflich Menschen mit besonderen Bedarfen ins Hallenbad begleitet. Bei Badegästen aus dem Autismuspektrum hat sie gemerkt, mit wie viel Freude diese ins Schwimmbecken und damit auch unter Menschen gegangen sind. Viele könnten nicht schwimmen, kämen aber auch beim Planschen auf ihre Kosten. Mit einigen Gruppen konnte Stefanie Katzer nur an Warmbadetagen gehen, „bei normalen Temperaturen liefen die mir blau an.“

Königsweg zu mehr Teilhabe

Nicht Therapie ist ihr Thema sondern Teilhabe: Szenen fallen Stefanie Katzer ein, bei denen Kinder im Bad ganz unbefangen Kontakt zu ihren Schützlingen gesucht haben und von diesen wissen wollten, warum sie so freudig schreien. Diese unbefangenen Begegnungen wünscht sich Stefanie Katzer und sieht in ihnen einen Königsweg der Gesellschaft, zu einem veränderten Bewusstsein zu kommen. Dann könnte selbst der Begriff von „den Menschen mit besonderen Bedarfen“ bald überholt sein. Stattdessen spricht sie von „unterschiedlich Befähigten“ und der Aufgabe auch der kommunalen Politik, diesen Bewusstseinswandel zu befördern.

Aktuell ist das Hallenbad in Oberwengern wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Wenn es im Februar aber wieder öffnet, „müssen wir schauen, ob wir auf den Warmbadetag und eventuell auch auf den Saunabetrieb verzichten“, hat Sabine Sabel von der Schulverwaltung zu Beginn der Diskussion über Einsparungen bei der Energie erklärt. Die Diskussion läuft noch.

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