Wirtschaft

Wettersche Kosmetikfirma auch international gut platziert

Platz 211 von 1000: Die Schwestern Aileen Nehm (rechts) und Nadine Nehm sind mit ihrer Kosmetik-Firma A.N.NE GmbH mit Sitz im alten Verwaltungshaus Harkort Eicken auf Erfolgskurs und sind in der Liste von Europe’s Fastest Growing Companies.

Platz 211 von 1000: Die Schwestern Aileen Nehm (rechts) und Nadine Nehm sind mit ihrer Kosmetik-Firma A.N.NE GmbH mit Sitz im alten Verwaltungshaus Harkort Eicken auf Erfolgskurs und sind in der Liste von Europe’s Fastest Growing Companies.

Foto: Privat

Wetter.  Die Kosmetik-Firma A.N.NE gehört zu den wachstumsstärksten Unternehmen in Europa. Produktionsstätte in China läuft wieder im Normalbetrieb.

An diesem Montag will die britische Wirtschaftszeitung Financial Times zum vierten Mal Geschichten zu einer Liste mit 1000 Unternehmen veröffentlichen, die in Europa am schnellsten gewachsen sind („Europe’s Fastest Growing Companies 2020“). Eine Erkenntnis vorab: Besonders viele deutsche Firmen bestachen durch ihre durchschnittlichen Steigerungsraten. Darunter auch ein Betrieb aus Wetter, die A.N.NE GmbH der beiden namensgebenden Schwestern Aileen und Nadine Nehm.

Die tauchten kürzlich bereits – wie berichtet – bei den 500 wachstumsstärksten Unternehmen in Deutschland auf. Während die Kosmetik-Firma aus der Wasserstraße bei der von Statista ermittelten Reihenfolge auf Platz 43 (dazu Siebter in der Sparte Großhandel) lag, belegt der Betrieb mit Sitz im früheren Verwaltungshaus von Harkort Eicken im europaweiten Vergleich nun Rang 211 von 1000. Dabei ging es um Geschäftszahlen bis 2019, konkret um den Anstieg von Bilanzsummen und/oder Mitarbeiterzahl.

„Statista hatte uns gefragt, ob sie unsere Daten auch für den EU-Vergleich weitergeben können“, berichtet Geschäftsführerin Nadine Nehm. Sie, ihre Schwester und die sieben A.N.NE-Angestellten freuen sich „natürlich“ über das Ergebnis der Financial Times. „Während es uns weiterhin Freude macht, mit kleinen Geschenken die Freundschaft zu erhalten, empfinden wir die Platzierung auf der Rangliste auch als Geschenk. Das honoriert unsere Arbeit. Und wir arbeiten viel, gewissermaßen selbst und ständig.“ Die guten Ergebnisse seien aber auch dem Team zu verdanken. Zu dem gehören seit Kurzem hier in Wetter zwei neue Mitarbeiter.

Einblick in Geschichte und Gegenwart

Schöner Nebeneffekt der Auflistung: Nach der ersten Erfolgsmeldung rief eine Frau an, die früher einmal im alten Verwaltungshaus von Harkort Eicken (Edelstahlwerke) aktiv war. Nach der Berichterstattung in diesem Lokalteil fragte sie die Nehm-Schwestern, ob sie sich mal wieder ihren ehemaligen Arbeitsplatz im historischen Gebäude nahe der Ruhr ansehen könne. Es folgte ein Treffen mit Einblicken in die Geschichte und Gegenwart.

Apropos: Derzeit führt kein Gespräch an den Corona-Auswirkungen vorbei. Besonders dann nicht, wenn eine Firma auch eine Produktionsstätte in China, wo die Virus-Krise begann, unterhält. „Eigentlich wollte meine Schwester im April nach Asien zu einer Handelsmesse fliegen. Aber daraus wird nichts“, so Nadine Nehm. Das Geschäftsführungs-Duo hat von den Mitarbeitern vor Ort erfahren, dass in China nach den gravierenden Einschränkungen für die Bevölkerung zunehmend wieder das normale Leben Einzug hält. Auch die Produktion für A.N.NE -Kosmetikprodukte gehe mittlerweile wieder wie gewohnt vonstatten.

Die Krise dort konnte das Unternehmen aus Wetter ganz gut überstehen, „da wir schon immer ein Handpflegemittel im Programm hatten und das nach dem Ausbruch des Virus verstärkt im Fokus stand bzw. steht. Das China-Geschäft läuft für uns ohnehin eigentlich erst nach dem dortigen Neujahrstag Mitte Februar an.“ Obendrein hatte die Regierung vor Wochen angeordnet, verstärkt Desinfektionsmittel herzustellen. Das lasse sich jetzt langsam zurückfahren, erklärt Nadine Nehm.

Eigentlich auf Muttertag vorbereiten

Während in China der Produktionsfluss geregelt sei („Nun müssen Transport und Nachfrage nachziehen“), lassen sich weitere Corona-Auswirkungen im Deutschland- und Europa-Geschäft noch nicht beziffern. „Nachdem wir den Valentinstag hinter uns haben, wollen wir uns eigentlich auf Muttertag am 10. Mai vorbereiten“, sagt die Geschäftsfrau. „Aber es lässt sich ja nicht abschätzen, was durch Corona noch auf uns zukommt.“

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