Kultur

Young Actors Club der Lichtburg in Wetter erntet Applaus

Der Young Actors Club (YAC) der 10- bis15-jährigen präsentierte in diesem Jahr als Kursabschluss die skurril absurde Kriminalkomödie „Leben sie noch, oder erben wir schon?“ von Barbara Peters.

Der Young Actors Club (YAC) der 10- bis15-jährigen präsentierte in diesem Jahr als Kursabschluss die skurril absurde Kriminalkomödie „Leben sie noch, oder erben wir schon?“ von Barbara Peters.

Foto: Manuela Pavlovskis

Wetter.   Viel Applaus für den Young Actors Club der Lichtburg in Wetter. Die 13 Mädchen auf der Bühne haben einen Krimi in Szene gesetzt.

Wenn der betagte Erbonkel aus altem bayrischen Landadel überraschend zu seiner Verlobung mit einer blutjungen Französin einlädt, wird die Verwandtschaft hellhörig. Ist die erwartete Erbschaft in Gefahr?

Der Young Actors Club (YAC) der 10- bis 15-Jährigen präsentierte in diesem Jahr als Kursabschluss die skurril absurde Kriminalkomödie „Leben sie noch, oder erben wir schon?“ von Barbara Peters.

Viel Mut zur Darstellung

„In der Vergangenheit bewegten wir mit unseren Schauspielschülern und den Stücken eher in Richtung Fantasie, in diesem Jahr sollte es ein kriminalistisches Stück sein, eine Premiere“, so Mona Köhler. die seit vielen Jahren die beliebten Schauspielkurse des YAC leitet.

Erfahrungsgemäß sind Mädchen in den Schauspielkursen immer in der Überzahl. Diesmal waren es aber nur Mädchen, so dass alle Rollen in dem aufgeführten Stück weiblich besetzt waren, was dem Spass allerdings keinen Abbruch tat. Der YAC lud zu einer Familienfeier voller Intrigen und Boshaftigkeiten. Die Teilnehmerinnen wagten sich mit viel Mut zur Darstellung an die skurrilen Rollen.

Das Ziel: Die Hochzeit verhindern

Der betagte Lord Horst von Meier (Alina Martin) lädt überraschend zu seiner Verlobung mit der blutjungen Chantal (Julia Skiborski) ein und die Verwandtschaft wird nervös. Eigentlich haben sie sonst wenig miteinander zu tun, doch ist sich die Verwandtschaft in diesem Fall ausnahmsweise einig: Die Hochzeit muss verhindert werden, zur Not auch mit Gewalt. Dabei sind die Motive durchaus unterschiedlich. Will die Feministin Sigrun Sturm (Beke Hintz) vor allem die junge Braut vor dem fürchterlichen Schicksal einer Ehefrau bewahren und der frivole Barbesitzer Francesco Scapelli (Ronja Rohen) das „Bunny“ Chantal lieber für sich gewinnen, so hat es Schwägerin Amalie (Luisa Siegel) vor allem auf das Gestüt als Erbe abgesehen. Einzig Karl-Heinz Schulze (Stella Vucomilovic), der das strenge Regiment seiner Ehefrau Amalie nur zu gerne in Alkohol ertränkt, gönnt seinem Bruder das junge Glück.

Die Professorin Dr. Dr. Ursula Brothaare-Kuchenbäcker (Lina Nobiling), die unter Berücksichtigung von Konfusion und Konfession an den Plänen einer High-Tech Guillotine (Kopf-ab-Maschine) arbeitet, hat es auf das Landhaus abgesehen, ihr morbides Töchterchen Püppi (Lana Sülberg) will nur Tote sehen und die weltfremde, einsame Sibylle Sturm (Naomi Roberg) kennt nur den Dialog mit ihrem Tagebuch „Hugo“.

Und dann kommt doch alles anders als man denkt. Der Mord mit Gift und Guillotine will nicht gelingen, stattdessen wird der aus einer Nervenklinik entflohene Magier Manni (Stella Vucomilovic) Zeuge des Komplotts, dieses Wissen kostet ihn allerdings das Leben. Das Brautpaar beschließt nach diesem Zwischenfall das Land in Richtung Haiti zu verlassen.

Lob von Chris Köhler

Schon mit dem ersten Bild war den Zuschauern klar, hier bahnt sich Grausames an. Püppi misshandelt genüsslich alles, was ihr in die Finger kommt. Die resolute Amalie ist nur darauf aus, das Erbe für ihre beiden verwöhnten Töchter Paula (Anja Hanf) und Pauline (Lina Köhler) zu retten. Auch Chantals Bruder, der Transvestit Dirk (Lien Noll), und der Frauenheld Peter Meier alias Francesco Scapelli (Ronja Rohen), der permanent versucht alle „Bunnys“ für sich zu gewinnen, möchten die Hochzeit auf jeden Fall verhindern. Hugo Taschenbuch (Jana Koziolek), ein unbedarfter Polizist, findet nicht nur beruflichen Erfolg, sondern auch die Liebe seines Lebens in der einsamen Sibylle.

„Sie spielen sehr gut“, lobte Chris Köhler, an der Seite seiner Frau Mona ebenfalls im YAC aktiv, das Ensemble. Die Nachwuchsschauspieler brachten das Stück gekonnt auf die Bühne und das Publikum immer wieder zum Lachen. Ganz vorne dabei: Chantals Bruder „die Dirk“ (Lien Noll), aber auch der Frauenheld Peter Meier alias Francesco Scapelli.

Sehr talentiert auch Julia Skiborski als Chantal mit gekonnt französischem Akzent, Lina Nobiling als Prof. Dr. Dr. Brothaare-Kuchenbäcker und die resolute Julia Siegel als Amalie von Schulze.

Alle Charaktere füllten ihre Klischees umwerfend aus, vom trinkfreudigen Karl-Heinz, stets unter Amalies Pantoffel, über den Frauenheld Francesco, der selbst auf einer Verlobung die zukünftige Braut verführt, bis zu den zickigen Teenagern Paula und Pauline, die alles „voll abgefahren“ finden.

Fazit: Die schauspielerischen Leistungen machten das inhaltlich recht komplexe Stück unter der Regie von Mona Köhler zu einem echten Vergnügen.

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