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Zinn: Parkplatznot eines der meistgenannten Themen in Wetter

Umgestaltung der Freiheit in Wetter

Umgestaltung der Freiheit in Wetter

Foto: Planungsbüro L & S

Dr. Peter Zinn, Stadtverbandsvorsitzender der SPD Wetter, antwortet auf einen Leserbrief zur Parkraumplanung in der Harkortstadt.

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Wetter. Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Peter Zinn nimmt Stellung zum Leserbrief „Drei Artikel, immer gleicher Tenor“ von Martin Treichel. Darin hatte Treichel bemängelt, dass es in der Stadt Wetter bei Planungen immer zuvorderst um Parkplätze gehe. Er schlug vor, bei Bauvorhaben stärker an eine bessere Anbindung an den ÖPNV zu denken.

Zinn schreibt dazu: „Leserbriefe schreiben ist wünsch dir was, reale Politik für Wetter machen ist oftmals Blut, Schweiß und Tränen. Dieses zugegebener Maßen pathetische Gleichnis kam mir beim Lesen von Martin Treichels Einlassungen zur Parkraumsituation bei verschiedenen Bauprojekten in den Sinn.“ Zinn gibt zu, dass auch er sich ein dicht getaktetes ÖPNV-Netz in Wetter wünsche. Fakt sei aber, „dass maßgeblich durch Steuergeschenke für die oberen zehn Prozent der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren die öffentlichen Kassen systematisch ausgeblutet wurden, so dass sich eine eher ländlich gelegene Kommune wie Wetter bzw. der ganze Ennepe-Ruhr-Kreis, wo ja der ÖPNV für uns organisiert wird, kaum das Angebot leisten können, das wir aktuell haben.“ Die Auswirkungen dieser „Politik des armen Staates“ seien derzeit an allen Ecken und Enden zu sehen, seien es marode Schulgebäude oder Hallenbäder, lahmes Internet auf dem Land oder eben mangelnde ÖPNV-Angebote.

Zukunftstrend verschlafen

„Und ja, ich würde mir auch gern ein Elektroauto zulegen, wenn es denn welche am Markt verfügbar gäbe“, so Zinn weiter. Da die Deutsche Automobilindustrie einen Zukunftstrend jahrelang verschlafen habe, koste es sie nun umso mehr Schweiß, eine Aufholjagd zu starten, meint Zinn. „Hoffen wir einmal, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland, dass das noch gelingt.“ Konkret geholfen sei mit dieser Hoffnung aber ebenfalls niemandem; die Lieferzeit für ein vollelektrisches KFZ betrage derzeit etwa neun Monate bei asiatischen Herstellern – deutsche Angebote lägen noch darüber beziehungsweise seien nicht bezahlbar.

„Und Tränen sind – übertrieben gesagt – für mich als aktiven Kommunalpolitiker keine Seltenheit, wenn mir Anwohner an ganz unterschiedlichen Stellen in Wetter ihr Leid zum Thema Parkplätze klagen“, sagt Zinn. In der Tat sei die Parkplatznot eines der häufigsten Themen, auf die man als Politiker angesprochen werde, ganz egal ob am Harkortberg oder in der Freiheit, im Volmarsteiner Dorf, in Grundschöttel oder im Trienendorf. Es helfe den Anwohnern wenig, „mit warmen Worten auf E-Bikes und andere Mobilitätstrends hinzuweisen, die sich vielleicht irgendwann mal durchsetzen werden.“ Die Anwohner bräuchten jetzt eine Lösung.

„Fordern und Handeln sind zwei Seiten derselben Medaille – aber diese Seiten sind durch die größeren Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft klar getrennt“, endet Zinn seine Stellungnahme.

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