Finanzfrage

Zukunft für das Freibad Herdecke hängt an Fördermitteln

Noch ist für das Freibad Herdecke nicht aller Tage Abend. Wie es mit der maroden Anlage weiter geht und ob ein Investor übernehmen kann, ist unklar.

Noch ist für das Freibad Herdecke nicht aller Tage Abend. Wie es mit der maroden Anlage weiter geht und ob ein Investor übernehmen kann, ist unklar.

Foto: Jürgen Theobald

Herdecke.   Die Zukunft für das Freibad Herdecke ist weiter offen. Eine Ratsmehrheit ist derzeit gegen eine Investor-Ausschreibung für ein Hotel.

Schwerwiegende Entscheidung, abwartende Haltung: Die Zukunft des Herdecker Freibads wollen die Ratsmitglieder wohl überlegt in die richtigen Bahnen leiten. Das zeigte sich auch in der jüngsten Sitzung, in der die CDU-Fraktion das viel diskutierte Thema um einen neuen Ansatz bereichern wollte. Am Ende waren sogar drei Abstimmungen nötig, wobei es die zentralen Antworten auf die wesentlichen Fragen erst 2019 geben wird.

Das ist durchaus im Sinne der Christdemokraten, die mit einer Tischvorlage das Thema von der Tagesordnung nehmen wollten. CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Rohleder regte eine Verschiebung der Abstimmung zur Investor-Ausschreibung an, damit die Stadt den Bau eines Wellness-Hotels an einer anderen Stelle prüfen könne. Dadurch könne die Bleichstein-Wiese, die vor allem SPD und Grüne zugunsten der Herdecker frei halten wollen, für Freizeitaktivitäten erhalten bleiben. „Wir, vor allem unsere Planungsfachfrau Doris Voeste, haben uns den Standort eines Hotels nochmals angeschaut, vielleicht lässt sich das ja andernorts realisieren“, sagte Rohleder und legte eine Skizze mit einem Gebäude zwischen den derzeitigen Becken und den Sportplätzen vor. „Das ist nur eine Idee, vielleicht gibt es noch besser geeignete Örtlichkeiten.“

SPD und Grüne für Erhalt der Wiese

In den Reihen der Grünen (Andreas Disselnkötter: „Wir haben uns nun lange und ausführlich mit dem Thema beschäftigt, das sollten wir jetzt nicht neu debattieren“) und der SPD fanden sich keine Fürsprecher. „Diese kurzfristig vorgelegte Skizze reicht nicht“, meinte Sozialdemokrat Jan Schaberick. Während Nadja Büteführ den SPD-Kurs verdeutlichte und Entscheidungen auch über eine Investor-Ausschreibung erst nach der finanziellen Förderfähigkeit treffen will, befürwortete die parteilose Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster die Suche nach einer Alternativlösung während der Wartezeit. „Am Ende stehen wir womöglich ohne Freibad und Wellness-Hotel da.“

Um sich keine Option – im wahrsten Wortsinn – zu verbauen, kämpften CDU-Ratsmitglieder wie Georg Torwesten („Wir sollten durch einen Beschluss heute nichts vorzeitig und unnötig beerdigen“) oder Patrick Wicker („Wir verlieren zwar Zeit, sollten aber auch im Hinblick auf zukünftige potenzielle Investoren niemanden abschrecken“) für einen Aufschub und fanden beim Blick auf die schlechte Haushaltslage der Stadt in der FDP Fürsprecher. Jens Plümpe von den Unabhängigen Wählern Herdecke (UWG) machte sich für einen „ergebnisoffenen Arbeits- und Denkprozess“ stark. Gleiches strebte Dieter Kempka von den Linken an, der eine Bürgerbefragung vorschlug.

Die CDU schaffte es nach geheimer Abstimmung nicht, den Antrag zur Investoren-Ausschreibung zu verschieben. Beim zweiten Votum gab es wie in vorigen Ausschüssen mit 18:17 eine knappe Mehrheit gegen die Vorlage der Stadt, so dass die Verwaltung vorerst keinen Investorenwettbewerb ausschreibt. Mit 19:16-Stimmen entschieden die Ratsmitglieder noch, dass ein Prüfauftrag zum Hotelbau an anderer Stelle derzeit nicht infrage kommt.

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